20.04.2026
Wetter
Sturm und dicke Hagelschicht im Norden Thailands
Sommerunwetter verwüsten Häuser und legen Stromleitungen lahm
Besonders dramatisch war der Wetterumschwung im Norden des Landes. In Provinzen wie Chiang Mai und Phetchabun sorgten die Hagelschauer stellenweise für bizarre Bilder: Der Boden war plötzlich von dicken weißen Hagelschichten bedeckt, sodass die Landschaft fast wie eine winterliche Schneeszene wirkte. Was auf Fotos spektakulär aussah, hatte für die Menschen vor Ort allerdings wenig Romantisches. Dächer wurden durchschlagen, Bäume stürzten um und Verkehrswege in ländlichen Gebieten wurden unpassierbar.
Schäden in mehreren Provinzen
Nach ersten Angaben der Katastrophenschutzbehörden wurden in insgesamt sieben Provinzen mindestens 268 Häuser beschädigt. Betroffen waren zehn Distrikte, 21 Unterdistrikte und 65 Dörfer. Lokale Behörden, freiwillige Helfer und andere Einsatzkräfte wurden sofort in die betroffenen Gebiete geschickt, um erste Schäden aufzunehmen und Nothilfe zu leisten.Am stärksten traf es die Provinz Yasothon, wo in drei Distrikten allein 146 Häuser beschädigt wurden. Auch Lop Buri wurde schwer getroffen, dort waren 70 Häuser betroffen. In Ubon Ratchathani wurden 43 Häuser beschädigt, in Amnat Charoen kamen weitere neun hinzu. In Surin und Nakhon Ratchasima liefen die Schadensaufnahmen zunächst noch weiter, weil das volle Ausmaß der Unwetter noch nicht sofort erfasst werden konnte.
In Nakhon Ratchasima wurde sogar die Infrastruktur des Bahnhofs in Mitleidenschaft gezogen. Dort wurde ein Teil der Dachkonstruktion im Bereich der Bahnsteige 2 und 3 beschädigt. Der Bahnverkehr konnte zwar weiterlaufen, doch der Vorfall zeigte deutlich, mit welcher Wucht die Böen über das Land fegten.
Stromausfälle und beschädigte Infrastruktur
Nicht nur Wohnhäuser waren betroffen. In der Provinz Prachin Buri stürzten in der Nähe von Ban Khok Hom im Distrikt Kabin Buri gleich sieben Hochspannungsmasten mit 115 kV sowie 17 weitere Strommasten um. Dadurch wurde das lokale Stromnetz erheblich beschädigt. Die Behörden kündigten an, die Versorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen, rechneten aber damit, dass die Reparaturen sich mindestens bis zum 19. April hinziehen würden.Auch andernorts mussten Einsatzteams Bäume von Straßen räumen, beschädigte Leitungen sichern und gefährdete Bereiche absperren. Gerade in ländlichen Regionen sorgten umgestürzte Bäume und beschädigte Dächer dafür, dass manche Gemeinden vorübergehend nur schwer erreichbar waren.
Chiang Mai besonders stark betroffen
In Chiang Mai schlugen die Unwetter besonders heftig zu. Dort meldete das Provinzbüro für Katastrophenschutz nach einem späten, sehr plötzlichen Wetterumschwung Schäden in acht Unterdistrikten und vier Hauptdistrikten. Starker Regen, heftige Windböen und Hagel gingen dort praktisch gleichzeitig nieder. Die Behörden sprachen von regelrechten „Hagelangriffen“, die Dächer beschädigten und große Bäume umwarfen. Mehrere Straßenverbindungen in ländliche Gebiete wurden dadurch unterbrochen.Der Kontrast hätte kaum größer sein können: Noch kurz zuvor hatte eine Hitzewelle viele Landesteile fest im Griff, dann verwandelten die Unwetter dieselben Regionen binnen Stunden in ein Bild aus Eis, Sturm und Chaos.
Der Leiter des thailändischen Katastrophenschutzes erklärte, dass bereits Maschinen und Räumgeräte in die betroffenen Gebiete gebracht worden seien, um beschädigte Häuser zu sichern, umgestürzte Strommasten zu beseitigen und Verkehrswege freizumachen. Gleichzeitig erneuerten die Behörden ihre Warnungen für große Teile des Landes.
Bereits zuvor waren 60 Provinzen, darunter auch Bangkok, vor möglichen Gewittern und starken Winden zwischen dem 16. und 20. April gewarnt worden. Auch die thailändische Wetterbehörde hatte darauf hingewiesen, dass im oberen Thailand weitere Sommerstürme mit starken Böen, Hagel und Blitzen auftreten könnten.
Die Bevölkerung wurde deshalb eindringlich aufgefordert, während der Unwetter offene Flächen, große Bäume und instabile Konstruktionen zu meiden. Besonders gefährdet sind dabei lose Dächer, Werbetafeln, provisorische Bauten und Stromleitungen. Auch Landwirte wurden gewarnt, ihre Felder und Nutztiere so gut wie möglich vor weiteren Schäden zu schützen.
Wetterlage bleibt angespannt
Zwar deuten die Prognosen darauf hin, dass sich die heftigen Sommerstürme ab dem 21. und 22. April leicht abschwächen könnten, von einer echten Entwarnung kann aber noch keine Rede sein. Gewitter, starke Böen und vereinzelte Hagelschauer bleiben in einigen Regionen weiterhin möglich. Gleichzeitig hält die große Hitze in vielen Teilen Thailands an, was die Wetterlage zusätzlich instabil macht.Das Land erlebt damit eine typisch tropische, aber besonders heftige Übergangsphase: tagsüber extreme Temperaturen, dann plötzlich heftige Gewitterzellen mit Sturm, Hagel und Blitzen. Gerade diese Kombination macht die Situation so unangenehm und unberechenbar.
Während sich die Lage in einigen nördlichen und zentralen Regionen langsam beruhigen könnte, entwickelt sich das Wetter im Süden des Landes genau in die andere Richtung. Dort gab es zunächst nur vereinzelte Gewitter bei weiterhin heißem Wetter. Ab dem 19. bis zum 22. April wird jedoch mit deutlich mehr Regen gerechnet.
Grund dafür sind sich verstärkende südöstliche Winde über dem Golf von Thailand, dem Süden und der Andamanensee. Dadurch sollen die Niederschläge zunehmen und Gewitter in der Region häufiger und flächendeckender auftreten. Auch die See bleibt zwar insgesamt vergleichsweise ruhig, doch in Gewittergebieten können die Wellen deutlich ansteigen und über zwei Meter hoch werden.
Ein Land zwischen Backofen und Gewitterfront
Thailand steckt damit derzeit in einer extremen Wetterphase, in der Hitze und Unwetter fast nahtlos ineinander übergehen. Die Bilder von hagelbedeckten Landschaften im Norden mögen spektakulär wirken, doch dahinter stehen beschädigte Häuser, zerstörte Infrastruktur und ein erheblicher Aufwand für Einsatzkräfte und Bewohner.Für die Menschen vor Ort bedeutet das vor allem eines: wachsam bleiben. Denn auch wenn sich die Wetterlage in einzelnen Regionen etwas beruhigt, bleibt das Risiko weiterer Gewitter, Sturmböen und lokaler Schäden in den nächsten Tagen bestehen. Zwischen 40-Grad-Hitze und plötzlich einschlagendem Hagel zeigt Thailand gerade wieder einmal, wie schnell Wetter hier von tropisch zu ziemlich ruppig wechseln kann.
Quellen: TMD, TheNation, ChiangRaiNews
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos
Stock images by Depositphotos
Mehr zum Thema Wetter
⇒Thailand zwischen Gluthitze und Unwettern 18.04.2026
Sturmwarnung, Hagel und Temperaturen bis 43 Grad
⇒Thailands Wetter aktuell: Extreme Hitze bis 42°C 10.04.2026
🌡️⚡ Hitze am Limit & Gewitter im Anmarsch ⚡🌴
⇒Bangkok am Limit: Wenn Hitze zur echten Gefahr wird 07.04.2026
Hitze-Notstand in Bangkok: 300 Cooling Center sorgen für Kühlung
⇒Wetterwarnung des TMD - Extreme Hitze und Gewitter 03.04.2026
Temperaturen bis 42 Grad - Gesundheitsrisiken nehmen zu
⇒Unwetterwarnung für Thailands Norden, Osten und Zentralthailand 22.03.2026
Gewitter, Hagel und starke Winde treffen 40 Provinzen
⇒Kaltfront, Stürme und sinkende Temperaturen vom 8. - 11. Feb 06.02.2026
Wetterumschwung in Thailand - sinkenden Temperaturen & raue See
⇒Frost-Alarm in Nordthailands Bergen 27.01.2026
Wenn 1 °C zur Sensation wird und Thais auf Wintertrip gehen ❄️
⇒Kaltluft aus China bringt Thailands Norden zum Bibbern 08.01.2026
Thailand rüstet sich für Wetterumschwung 🌬️ 🌧️
⇒Unwetterwarnung für Thailand ab 11. bis 16. Dezember 10.12.2025
Starkregen, hohe Wellen und Temperatursturz
⇒Frost statt Tropen: Thailands höchster Berg im Wintermodus 30.11.2025
Von Sonnentempel zu Eiskönigreich: Doi Inthanon überrascht mit Rekordkälte
⇒ Mehr Reisenews Thailand zum Thema Wetter

Jetzt registrieren




