27.10.2026
Wetter
Sturzfluten, Erdrutsche und überflutete Straßen nach heftigen Regenfällen
Am 21.10. wurde über unsere Wetterwarnung gelacht - dann kam die Flut 🌧️
Am vergangenen Mittwoch hatte ThailandSun noch ausdrücklich vor schweren Regenfällen und möglichen Überschwemmungen am 24. und 25. Oktober auf Phuket und in Südthailand gewarnt. Die Reaktionen waren teilweise vorhersehbar: Lachäffchen, spöttische Kommentare und die üblichen Experten vor Ort, die versicherten, das Wetter sei doch gerade wunderbar, die Sonne scheine und von Überschwemmungen könne überhaupt keine Rede sein.
Tja, die Sonne vor dem eigenen Hotelbalkon ist eben noch kein meteorologischer Lagebericht für eine ganze Insel. In der Nacht von Sonntag auf Montag, dem 25. auf den 26. Oktober, zeigte sich dann ziemlich eindrucksvoll, weshalb Wetterdienste ihre Warnungen nicht danach ausrichten, ob gerade jemand gemütlich am Pool liegt.
Heftige Regenfälle lösten auf Phuket Sturzfluten und Schlammlawinen aus. Straßen wurden überflutet, Geröll und Schlamm strömten von den Berghängen in Wohngebiete, Fahrzeuge wurden beschädigt und Rettungs- sowie Räumungskräfte mussten mit schwerem Gerät anrücken.
Besonders schwer getroffen wurde Patong, wo sich die Wassermassen in mehreren Straßen ihren Weg bahnten und teilweise erhebliche Schäden hinterließen. Auch aus anderen Teilen Phukets und weiteren südthailändischen Provinzen wurden Überschwemmungen gemeldet.
Patong: Wenn aus einer Straße plötzlich ein Wildbach wird
Besonders dramatisch waren die Szenen im Bereich der Nanai Road und am Hang des Khao Ha Sip Pi, auch als Khao 50 Pi bekannt. Dort rauschten in den frühen Morgenstunden gewaltige Wassermengen bergab und rissen Erde, Steine, Schlamm und Geröll mit sich. Rund um die Soi Nanai 5 und Soi Nanai 8 wurden Straßen blockiert, Häuser und Geschäfte beschädigt und Fahrzeuge von den Wassermassen getroffen. In der Soi Nanai 5 war zeitweise kein Durchkommen mehr möglich.Auch in der Soi Ratchapathanuson und sogar im Bereich der bekannten Bangla Road kam es zu Überflutungen. Außerhalb Patongs wurden unter anderem aus Chalong, Rawai, Choeng Thale und Teilen der Bezirke Thalang und Mueang Phuket Probleme gemeldet.
Wie heftig die Niederschläge ausfielen, zeigen die Messwerte: An einer Messstation in Chalong wurden innerhalb von 24 Stunden 142,8 Millimeter Regen registriert, an einer weiteren 135 Millimeter und an einer Station in Thalang 127,8 Millimeter. Das entspricht an der stärksten Messstation fast 143 Litern Wasser pro Quadratmeter – und wenn solche Mengen auf steile Hänge, bebaute Flächen und ohnehin belastete Entwässerungssysteme treffen, kann es innerhalb kürzester Zeit gefährlich werden.
Das Wasser geht zurück, der Schlamm bleibt
Immerhin gab es am Montagmorgen auch erste Entwarnung: In zahlreichen betroffenen Gebieten waren die Wasserstände bereits wieder deutlich gesunken. Nach offiziellen Angaben war das Hochwasser bei der Lagebewertung um 8 Uhr weitgehend abgeflossen.Damit war die Arbeit allerdings längst nicht erledigt. Straßen und Grundstücke lagen voller Schlamm, Steine und angeschwemmter Gegenstände, während Einsatzkräfte mit Baggern, Lastwagen und Wasserfahrzeugen versuchten, die Verkehrswege wieder freizubekommen.
Premierminister Anutin Charnvirakul ordnete an, zusätzliche Kräfte und Maschinen einzusetzen, die Schäden zu erfassen und betroffene Einwohner zu unterstützen. Die Stadtverwaltung von Patong richtete außerdem Anlaufstellen und Notunterkünfte ein, unter anderem im Rathaus, in der Wat Suwan Khiri Wong School und im Patong Bay Hill Hotel.
Der Süden muss weiter mit Starkregen rechnen
Die Unwettergefahr beschränkt sich nicht auf Phuket. Thailands Wasserbehörde hat für den Zeitraum vom 26. bis 29. Oktober insgesamt 14 südliche Provinzen vor weiteren starken Niederschlägen, Sturzfluten und überlaufenden Gewässern gewarnt.Dazu gehören neben Phuket unter anderem Phang Nga, Krabi, Trang, Satun, Surat Thani, Nakhon Si Thammarat und Songkhla. Die Warnung bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche dieser Provinzen bereits großflächig überschwemmt sind. Besonders starke Regenfälle werden in einzelnen Gebieten bis mindestens Mittwoch, den 28. Oktober, erwartet. Auch auf der Andamanensee und im Golf von Thailand kann es bei Gewittern zu Wellen von mehr als zwei Metern kommen.
Was bedeutet das für Urlauber?
Wer derzeit auf Phuket oder in anderen Teilen Südthailands unterwegs ist, muss deshalb nicht gleich seinen gesamten Urlaub abbrechen. Allerdings sollte man die Lage ernst nehmen und Ausflüge entsprechend planen.🚗 Mietwagen und Roller: Überflutete Straßen unbedingt meiden. Besonders in Patong, an Berghängen und auf tiefer gelegenen Straßen kann es weiterhin zu Behinderungen kommen.
🚤 Bootsausflüge und Inselhopping: Vor der Abfahrt aktuelle Informationen einholen. Bei Gewittern und hohem Wellengang sollten Touren verschoben werden.
🌿 Wasserfälle und Dschungeltouren: Bei anhaltendem Regen besser darauf verzichten. Plötzliche Sturzfluten können auch dort auftreten, wo gerade kein Regen fällt.
✈️ Flughafentransfers: Der Flughafen Phuket meldete zunächst keine größeren Störungen. Wegen möglicher Straßensperrungen sollte man trotzdem mehr Zeit für die Anreise einplanen.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP waren auf Phuket etwa 100 Haushalte betroffen. Todesopfer wurden im Zusammenhang mit diesen Überschwemmungen zunächst nicht gemeldet.
Und was lernen wir aus der Geschichte?
Vielleicht einfach, dass eine Wetterwarnung keine Behauptung ist, dass es überall gleichzeitig regnen muss. Wenn der Wetterdienst vor möglichen Sturzfluten warnt, bedeutet das nicht, dass jeder Urlauber innerhalb von fünf Minuten knietief im Wasser stehen wird.Es bedeutet, dass die meteorologischen Voraussetzungen für gefährliche Ereignisse vorhanden sind – und dass man sich besser darauf vorbereitet. Wer am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein auf Phuket saß, durfte sich darüber selbstverständlich freuen. Daraus abzuleiten, dass die Warnungen für das Wochenende Unsinn seien, war allerdings ein ziemlich gewagter Schluss. Das Wetter richtet sich leider nicht nach Facebook-Kommentaren. Und schon gar nicht nach Lachäffchen. 🙈
Die Schäden sind real, die Aufräumarbeiten laufen und weitere Regenfälle sind angekündigt. Den betroffenen Einwohnern und Geschäftsleuten bleibt zu wünschen, dass sich die Lage schnell stabilisiert und größere Schäden ausbleiben.
Und allen Urlaubern sei gesagt: Genießt eure Ferien, aber nehmt amtliche Unwetterwarnungen ernst. Ein bisschen Vorsicht kostet nichts – eine Sturzflut kann dagegen verdammt teuer werden.
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