17.09.2026
Umwelt
Sumatra brennt - Südthailand bekommt den Rauch ab
Plötzlich dicke Luft im Süden: Indonesiens Waldbrände erreichen Thailand
Auf Sumatra brennen Wälder und Vegetationsflächen, riesige Rauchschwaden ziehen über die Region. Der Südwestwind übernimmt dabei unfreiwillig den Lieferservice und transportiert den Dunst über die Malaiische Halbinsel bis in den äußersten Süden Thailands.
Am Mittwoch, dem 16. September, wurde es besonders in Hat Yai ungemütlich: Die Luft wurde diesig, die Sicht schlechter – und die Feinstaubwerte schossen nach oben.
🌫️ Hat Yai plötzlich im roten Bereich
Das Air Pollution and Health Effects Research Centre der Prince of Songkla University registrierte PM2.5-Konzentrationen zwischen 75 und 89 µg/m³. In Hat Yai wurde zeitweise ein Stundenwert von 85,5 µg/m³ gemessen, der Tagesdurchschnitt lag bei 77,9 µg/m³. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, möglichst drinnen zu bleiben und bei unvermeidbaren Aufenthalten im Freien eine geeignete Maske zu tragen.Besonders aufmerksam beobachtet werden derzeit Songkhla, Yala, Pattani, Narathiwat, Satun, Phatthalung, Trang und Nakhon Si Thammarat.
Damit erlebt der Süden gerade eine eher ungewöhnliche Variante des bekannten thailändischen Smogproblems: Der Dreck entsteht diesmal zu einem erheblichen Teil gar nicht in Thailand.
🔥 Auf Sumatra und Borneo lodern die Feuer
Schon Ende August hatte das ASEAN Specialized Meteorological Centre die höchste regionale Warnstufe Level 3 für den südlichen ASEAN-Raum aktiviert. Satelliten zeigten damals großflächigen mäßigen bis dichten Rauch über Zentral- und Süd-Sumatra sowie zahlreiche Brandherde auf Sumatra und Kalimantan.Und 2026 ist kein normales Jahr: Laut ASMC lagen die Hotspot-Zahlen im südlichen ASEAN-Raum im August überwiegend über denen der vergangenen Jahre; für Sumatra und Kalimantan wurden sogar die höchsten Augustwerte der vergangenen fünf Jahre registriert.
Das eigentliche Problem ist dabei nicht nur das Feuer, sondern die Kombination aus Trockenheit, Wind und schlechter Durchlüftung. Der Südwestwind trägt den Rauch nach Norden, während schwache Luftzirkulation über Südthailand dafür sorgt, dass sich die feinen Partikel in Bodennähe sammeln. Kurz gesagt: Sumatra qualmt – und Hat Yai sitzt ungünstig in der Windrichtung.
🌧️ Kann der Regen helfen?
Ja. Kräftige Schauer können Feinstaub aus der Luft waschen und kurzfristig für deutlich bessere Werte sorgen.Das grundsätzliche Problem dürfte damit allerdings nicht verschwinden. Das ASEAN-Meteorologiezentrum erwartet für September bis November unter starken El-Niño-Bedingungen in weiten Teilen Südostasiens unterdurchschnittliche Niederschläge und überdurchschnittliche Temperaturen. Damit steigt auch das Risiko weiterer Brände und grenzüberschreitender Rauchbelastung. Der Rauch kann deshalb je nach Windrichtung wiederkommen – oder andere Gebiete erreichen.
Für Urlauber bedeutet das zunächst keine Reisewarnung und auch keinen Grund zur Panik. Wer sich derzeit im tiefen Süden aufhält, sollte aber die lokalen PM2.5-Werte beobachten. Besonders Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Kinder und ältere Menschen sollten hohe Belastungen ernst nehmen.
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