03.08.2026
Thai-Hotelverband fordert Rückkehr zur 60-Tage Visafrei-Regelung
Etwa jedes zweite Hotelzimmer in Thailand steht leer - Hotels suchen Hilfe
Hintergrund sind schwächelnde Buchungszahlen. Nach Angaben der Thai Hotels Association (THA) werden die Hotels im Juli voraussichtlich nur auf eine durchschnittliche Auslastung von rund 53 Prozent kommen. Anders ausgedrückt: Fast jedes zweite Hotelzimmer in Thailand bleibt leer. Im Juni lag die Auslastung bereits bei lediglich rund 52 Prozent – und für die kommenden Monate erwarten die Hoteliers keine spürbare Besserung.
Natürlich spielt die Nebensaison eine Rolle. Hinzu kommen die Unsicherheiten durch die Konflikte im Nahen Osten, die viele Urlauber bei ihrer Reiseplanung zögern lassen. Zahlreiche Hotels versuchen gegenzusteuern: Zimmerpreise werden gesenkt, Marketingbudgets erhöht und an allen Ecken Kosten eingespart, um die laufenden Ausgaben im Griff zu behalten. Doch aus Sicht des Hotelverbands gibt es noch einen weiteren Bremsklotz: die neue Visaregelung.
Besonders Reisende aus preissensiblen Märkten wie Indien könnten sich laut THA künftig eher für andere Reiseziele entscheiden. Wer länger als 30 Tage bleiben möchte, muss nun zusätzliche Formalitäten und gegebenenfalls Visagebühren in Kauf nehmen. Gerade Langzeiturlauber, digitale Nomaden oder Überwinterer könnten dadurch abgeschreckt werden.
Mit einem kleinen Augenzwinkern könnte man sagen: Erst wurde argumentiert, dass 30 Tage für Touristen völlig ausreichen und die Verkürzung notwendig sei, um Missbrauch der Visafreiheit einzudämmen. Nun stellt sich heraus, dass genau die Gäste fehlen könnten, die Hotels, Restaurants, Taxis, Bars und viele kleine Geschäfte mit ihren Ausgaben am Leben halten. Die Realität ist manchmal eben schneller als jede politische Planung.
Doch die Hoteliers haben noch weitere Wünsche. Sie fordern zusätzliche Flugverbindungen nach Thailand, günstigere Energiepreise, niedrigere staatliche Gebühren und steuerliche Entlastungen für Unternehmen. Außerdem sollen mehr staatliche Konferenzen und Veranstaltungen bewusst in kleinere Provinzen verlegt werden, um auch dort Hotels und Gastronomie zu stärken.
Ein weiteres Anliegen betrifft die Einreise selbst. Schnellere Abläufe an den Flughäfen und eine stärkere Kommunikation darüber, dass Thailand weiterhin ein sicheres Reiseziel ist, sollen das Vertrauen internationaler Gäste stärken.
Parallel versucht die Tourismusbehörde TAT mit ihrer Kampagne „Thailand 365“, Besucher über das ganze Jahr hinweg und auf möglichst viele Regionen des Landes zu verteilen. Das Ziel: weniger Abhängigkeit von der klassischen Hochsaison und eine bessere Auslastung auch in den ruhigeren Monaten.
Ob die Regierung tatsächlich noch einmal an der Visafreiheit schraubt, ist derzeit völlig offen. Sicher ist jedoch: Die Diskussion zeigt, wie schwierig der Spagat zwischen Einwanderungspolitik, Sicherheit und den wirtschaftlichen Interessen einer Branche ist, die auf möglichst viele Gäste angewiesen bleibt.
Und vielleicht zeigt sich hier einmal mehr eine alte Weisheit: Tourismus ist manchmal einfacher, wenn man den Gästen das Kommen erleichtert – statt kurz nach einer Regeländerung schon wieder über deren Rücknahme nachzudenken.
Kommentar der Red.:
Thailand schafft etwas, woran andere Länder scheitern: Die Einreisebestimmungen ändern sich inzwischen fast so häufig wie die Regierung und die letzten 5 thailändischen Regierungen haben in den letzten Jahren kaum länger als ein Jahr durchgehalten.Thailand möchte mehr Touristen – macht ihnen die Reiseplanung aber so spannend wie einen Escape Room.
Kaum hat sich die Welt an die nächste Thailand-Regel gewöhnt, wird schon über deren Rücknahme diskutiert. Erst 60 Tage Visafreiheit, dann zurück auf 30, jetzt soll plötzlich wieder alles anders werden. Dazu E-Visa, digitale Einreisekarten, ständig neue Formulare und immer wieder neue Ideen.
Vielleicht liegt das Problem nicht nur an der Nebensaison oder internationalen Krisen. Wer seine Tourismuspolitik alle paar Monate neu erfindet, sollte sich nicht wundern, wenn manche Urlauber irgendwann lieber dorthin fliegen, wo man weiß, woran man ist.
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