19.06.2026
Umwelt
Thailändische Schülerin gewinnt internationale Umweltpreise
Junge Naturschützerin macht Plastikmüll zu einem Zuhause für bedrohte Vögel
Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie genial: Aus recycelten Plastikflaschen werden künstliche Nester für Hornvögel hergestellt. Diese beeindruckenden Vögel spielen eine wichtige Rolle für die Wälder Südostasiens, denn sie verbreiten Samen über große Entfernungen und tragen so zur natürlichen Wiederbewaldung bei. Doch durch Abholzung, Lebensraumverlust und Wilderei werden geeignete Brutplätze immer seltener.
Hornvögel haben dabei ein besonderes Problem: Sie können ihre Nester nicht selbst bauen. Stattdessen sind sie auf natürliche Baumhöhlen in alten, großen Bäumen angewiesen. Genau diese verschwinden jedoch zunehmend aus den Wäldern.
Um dieses Problem zu lösen, entwickelte Yanin gemeinsam mit Forschern der Thailand Hornbill Research Foundation künstliche Nistkästen aus einem neuartigen Verbundmaterial. Statt Glasfasern kommen dabei natürliche Fasern zum Einsatz. Als besonders geeignet erwies sich Hanf, der langlebig, stabil und gleichzeitig umweltfreundlich ist. Die verwendeten Kunststoffabfälle werden zu einem widerstandsfähigen Material verarbeitet, das Wind, Regen und tropischen Temperaturen viele Jahre standhalten kann.
Die ersten Ergebnisse sind beeindruckend. Auf der Insel Koh Yao Noi wurden bislang 20 künstliche Nester installiert. Bereits in der Brutsaison 2025 wurden zehn davon von Hornvögeln angenommen. Insgesamt konnten 14 Jungvögel erfolgreich aufgezogen werden – ein vielversprechender Erfolg für das noch junge Projekt.
Doch „Homes for Hornbills“ geht weit über den Bau von Nistkästen hinaus. Schulen, Kinder und Dorfgemeinschaften werden aktiv in die Naturschutzarbeit eingebunden. So lernen junge Menschen früh, welche wichtige Rolle Hornvögel für die Gesundheit der Wälder und damit auch für ihre eigene Zukunft spielen.
Die internationale Anerkennung ließ nicht lange auf sich warten. Das Projekt wurde von der National Geographic Society als einer der Gewinner der renommierten Slingshot Challenge ausgezeichnet. Zusätzlich erhielt Yanin den regionalen Sieg beim Earth Prize 2026 für Südostasien und Ozeanien – einem der weltweit größten Umweltwettbewerbe für junge Menschen.
Hornvogel oder Hornbills
Thailand gehört zu den wichtigsten Lebensräumen für Hornvögel in Südostasien. Im Königreich kommen insgesamt 13 verschiedene Arten vor, darunter der Nashornvogel, der Helmhornvogel, der Wellenhornvogel, der Orientalische Pied-Hornvogel und der seltene Weißkronen-Hornvogel. Die größten Bestände leben in den tropischen Regenwäldern des Südens, etwa im Khao-Sok-Nationalpark, im Hala-Bala-Wildschutzgebiet an der Grenze zu Malaysia oder auf Inseln wie Koh Yao Noi.Hornvögel verbringen fast ihr gesamtes Leben in den Baumkronen alter Wälder. Dort ernähren sie sich hauptsächlich von Früchten, insbesondere Feigen, fressen aber auch Insekten, kleine Reptilien, Vögel und andere Kleintiere. Ihre Fortpflanzung gehört zu den außergewöhnlichsten im Tierreich: Zur Brutzeit zieht sich das Weibchen in eine natürliche Baumhöhle zurück, die anschließend mit Lehm, Fruchtbrei und Kot fast vollständig zugemauert wird. Lediglich ein schmaler Spalt bleibt offen, durch den das Männchen seine Partnerin und später auch die Jungvögel über mehrere Monate hinweg mit Nahrung versorgt.
Erst wenn die Küken ausreichend entwickelt sind, wird die Höhle wieder geöffnet. Da Hornvögel auf große alte Bäume mit natürlichen Höhlen angewiesen sind und meist nur ein bis zwei Jungvögel pro Brut großziehen, reagieren sie besonders empfindlich auf Abholzung und den Verlust ihres Lebensraums. Gerade deshalb gelten sie als wichtige Botschafter für den Schutz der tropischen Wälder Thailands.
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