24.06.2024
Leben
Thailand erkennt gleichgeschlechtliche Ehe an
Gleiche Rechte bei Eheschließung, Adoption und Erbschaften
Das Repräsentantenhaus, das Unterhaus des thailändischen Parlaments, hatte das Gesetz zur Gleichstellung der Ehe bereits am 27. März 2024 mit überwältigender Mehrheit verabschiedet. Am 18. Juni 2024 stimmte auch der Senat, das Oberhaus des Parlaments, in einer Parlamentssitzung dafür. Das Gesetz gewährt gleichgeschlechtlichen Paaren die gleichen Rechte wie heterosexuellen Paaren, einschließlich Eheschließung, Adoption, Vollmachten im Gesundheitswesen und Erbschaftsangelegenheiten. Das Gesetz wird nun dem König zur Bestätigung vorgelegt. Nach der Veröffentlichung im Königlichen Amtsblatt tritt es nach 120 Tagen in Kraft.
Bereits 2015 wurde in Thailand das Gesetz zur Geschlechtergleichstellung verabschiedet, das Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität, des Geschlechtsausdrucks und/oder der Geschlechtsmerkmale verbietet. Allerdings äußerte der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) Bedenken bezüglich dieses Gesetzes, da es Ausnahmen von dem Verbot der geschlechtsspezifischen Diskriminierung vorsieht, wenn religiöse Gründe oder die nationale Sicherheit angeführt werden.
Chanatip Tatiyakaroonwong, Thailand-Experte bei Amnesty International, begrüßte die Entscheidung und sagte, Thailand sei dank dieser historischen Maßnahme auf dem Weg, das erste Land in Südostasien zu werden, in dem die gleichgeschlechtliche Ehe legal ist. Dieser Meilenstein belohne die unermüdliche Arbeit von Aktivisten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Abgeordneten, die hart für diesen Erfolg gekämpft hätten.
Die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe sei zweifellos ein wichtiger Fortschritt für Thailand. Doch Tatiyakaroonwong betonte, dass noch viel mehr getan werden müsse, um den vollständigen Schutz der LGBTI+ Gemeinschaft im Land zu gewährleisten. LGBTI-Personen in Thailand seien nach wie vor zahlreichen Formen von Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt. Insbesondere Menschenrechtsverteidigerinnen und LGBTI-Aktivistinnen seien aufgrund ihres Engagements und ihrer Sichtbarkeit in sozialen Medien verschiedenen Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt im Internet ausgesetzt, einschließlich Belästigung und Hassreden.
Die thailändischen Behörden müssten auf der Schubkraft dieses neuen Gesetzes aufbauen und weitere Maßnahmen ergreifen, um LGBTI-Rechte zu schützen und die Teilhabe von LGBTI-Personen und entsprechenden Organisationen zu gewährleisten.
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos
Stock images by Depositphotos
Mehr zum Thema Leben
⇒Thailands Massagebranche im Wandel 05.03.2026
Zwischen Entspannung und Risiko: Neue Regeln für Thai-Massagen
⇒Blutmond über Thailand: Totale Mondfinsternis an Makha Bucha 24.02.2026
Wenn Rahu wieder zuschnappt: Das erwartet uns am 3. März
⇒Liebe in der Luft - Valentinstag in Thailand 11.02.2026
Wan Valentine - วันวาเลนไทน์ - Einblicke in die thailändische Liebeskultur
⇒Thailand-Drama: 500 km Fahrt im Sarg und ein Wunder im Tempel 25.11.2025
„Klopf, klopf - ich bin noch da!“: Frau entgeht eigener Einäscherung
⇒Thailands Alkoholgesetze im tropischen Update-Karussell 24.11.2025
Seit 8. Nov. sind die alten neuen Regeln in Kraft, nun kommen neue Neue 😂
⇒Thailands Mönche in der Krise - Sex, Macht und jede Menge Geld 09.10.2025
Buddhas Schattenreich: Tempel zwischen Spenden, Skandalen und Sünde
⇒Thailands Touristen-Gefängnisse - Ein ungewöhnliches Konzept 15.09.2025
Essen, trinken, shoppen - Häftlinge als Baristas, Köche und Handwerker
⇒Veena Singh: Miss Universe Thailand 2025 26.08.2025
Die Krone nach dem vierten Anlauf mit 29 Jahren
⇒Thailand ist weltweite Nummer 1 bei Geschlechtergleichheit in der Bildung 06.08.2025
Gleichstellung laut Global Gender Gap Report auf halbem Weg
⇒Kobra-Biss: Mit dem Tod im Gepäck in die Klink 25.04.2025
Wie eine Thai-Frau eine Königskobra tötete - und überlebte
⇒ Mehr Reisenews Thailand zum Thema Leben

Jetzt registrieren


