01.04.2026
Thailand führt Dresscode-Scanner an Tempeln ein
Automatische Kontrolle soll kulturelle Regeln konsequenter durchsetzen
Nach Angaben aus dem Umfeld der Kulturbehörden reagieren die Verantwortlichen damit auf die stetig steigende Zahl internationaler Besucher sowie auf wiederkehrende Probleme bei der Durchsetzung angemessener Kleidungsvorschriften. Insbesondere in bekannten Tempelanlagen komme es regelmäßig vor, dass Besucher trotz klarer Hinweise mit unpassender Kleidung erscheinen.
Die neuen Systeme sollen direkt an den Eingängen installiert werden. Besucher passieren dabei einen Scanner, der mittels Sensorik und Bilderkennung prüft, ob Schultern, Knie und andere vorgeschriebene Körperbereiche entsprechend bedeckt sind. Das Ergebnis wird in Echtzeit ausgewertet.
Korrekte Kleidung im Tempel
Wird der Dresscode eingehalten, erhalten Besucher automatisch Zugang. Bei Abweichungen wird der Zutritt vorübergehend verweigert und gleichzeitig eine alternative Lösung angeboten. In diesen Fällen können Besucher vor Ort einen Sarong oder entsprechende Kleidung gegen eine Gebühr ausleihen oder erwerben, so wie es ja beispielsweise schon im Wat Phrakeo in Bangkok gehandhabt wird.
Nach Darstellung der Behörden soll das System nicht nur die Einhaltung der kulturellen Regeln verbessern, sondern auch Warteschlangen reduzieren und das Personal entlasten. Bisher mussten Mitarbeiter häufig manuell eingreifen und Besucher auf Verstöße hinweisen, was insbesondere in stark frequentierten Zeiten zu Verzögerungen führte.
Die Einführung der Dresscode-Scanner ist zunächst als Pilotprojekt in ausgewählten Tempelanlagen geplant, darunter mehrere bekannte Sehenswürdigkeiten in Bangkok und anderen touristischen Zentren. Die gewonnenen Daten sollen anschließend ausgewertet werden, um über eine mögliche landesweite Ausweitung zu entscheiden.
Ein erstes Pilotprojekt ist im Wat Phra Kaew in Bangkok vorgesehen, einer der meistbesuchten Tempelanlagen des Landes. Aufgrund des hohen Besucheraufkommens und der besonderen kulturellen Bedeutung gilt die Anlage als geeigneter Teststandort für die neue Technologie. Die Behörden erwarten, dass sich hier sowohl die technische Zuverlässigkeit der Scanner als auch deren Einfluss auf Besucherströme und Wartezeiten unter realen Bedingungen besonders gut evaluieren lässt.
Begleitend zur technischen Umsetzung ist eine Informationskampagne vorgesehen, die Besucher bereits vor ihrem Tempelbesuch über die geltenden Kleidervorschriften informiert. Ziel ist es, Missverständnisse zu vermeiden und den Zugang zu kulturellen Stätten reibungsloser zu gestalten.

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