30.09.2026
Thailand macht im weltweiten Tourismus-Ranking einen gewaltigen Sprung
Von Platz 48 auf 38: Thailand verbessert seine Tourismusbedingungen deutlich
Das klingt erst einmal nach einem ordentlichen Grund für ein breites thailändisches Tourismuslächeln. Allerdings sollte man wissen, was hier überhaupt gemessen wird: Der TTDI ist keine Rangliste der schönsten Urlaubsländer und auch keine Hitparade nach Besucherzahlen. Untersucht werden vielmehr die Rahmenbedingungen, unter denen sich Tourismus erfolgreich, nachhaltig und möglichst krisenfest entwickeln kann.
Dafür bewertet das WEF 102 Einzelindikatoren in 17 Bereichen – von Infrastruktur, Sicherheit und Flugverbindungen über Preise und touristische Dienstleistungen bis zu natürlichen und kulturellen Ressourcen.
Thailand legt zu – die Nachbarn allerdings auch
Innerhalb Südostasiens reicht der große Sprung trotzdem nur für Platz vier. Vor Thailand liegen Singapur, Indonesien und Malaysia. Dahinter folgen Vietnam, die Philippinen und Laos. Kambodscha, Myanmar und Brunei sind im diesjährigen Ranking nicht enthalten.Und genau hier wird die Sache interessant: Thailand verbessert sich kräftig – aber einige Nachbarn drücken ebenfalls ordentlich aufs Gaspedal. Malaysia steigt gegenüber 2024 sogar um 13 Plätze. Beim prozentualen Zuwachs des Indexwertes schafft Vietnam +6,3 %, Laos +6,1 %, Malaysia +5,8 % und Thailand +5,6 %. Nur Albanien liegt mit einem Plus von 7,0 Prozent weltweit noch deutlicher vorne.
Thailand kann sich auf seinen berühmten Stränden, Tempeln, Currys und Kokospalmen also keineswegs gemütlich zurücklehnen. Die Konkurrenz schläft nicht – und einige Nachbarn haben inzwischen ebenfalls verstanden, dass schöne Landschaft alleine noch keine funktionierende Tourismuswirtschaft ergibt.
Asien holt kräftig auf
Überhaupt entwickelt sich der asiatisch-pazifische Raum besonders dynamisch. Sieben der zehn Länder mit den stärksten Verbesserungen kommen aus dieser Region. Im Durchschnitt stieg der TTDI-Wert in Asien-Pazifik zwischen 2024 und 2026 um 3,6 Prozent – stärker als in jeder anderen Weltregion.Zu den Faktoren gehören verbesserte Flugverbindungen, touristische Infrastruktur und Dienstleistungen sowie stärkere kulturelle Angebote. Gerade Südostasien profitiert außerdem von seinen natürlichen und kulturellen Ressourcen.
Das WEF zählt Thailand deshalb gemeinsam mit China, Indien, Indonesien, Malaysia, Vietnam, den Philippinen, der Türkei, Mexiko und Brasilien zu zehn großen aufstrebenden Tourismusmärkten. Diese Länder verbessern ihre Rahmenbedingungen seit 2019 deutlich schneller als die bereits führenden Tourismusnationen.
Ganz vorne spielt noch eine andere Liga
Bis zur Weltspitze bleibt trotzdem einiges an Luft. Japan führt den TTDI 2026 mit 5,27 Punkten an, gefolgt von den USA mit 5,23 und Spanien mit 5,22 Punkten. Danach folgen Australien und Frankreich. Deutschland liegt auf Rang sechs. Neun der zehn Spitzenplätze werden von entwickelten Volkswirtschaften belegt; einzige Ausnahme ist China.Thailands 4,35 Punkte zeigen deshalb beides: einen bemerkenswerten Fortschritt und weiterhin reichlich Verbesserungspotenzial.
Mehr Touristen allein reichen nicht mehr
Besonders interessant ist eine Warnung des WEF, die hervorragend zur aktuellen Diskussion in Thailand passt. Weltweit sind Reisen teurer geworden. In drei Vierteln der untersuchten Länder hat sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit zwischen 2024 und 2026 verschlechtert. Gleichzeitig hinken Investitionen der steigenden touristischen Nachfrage hinterher und Personalmangel wird zunehmend zum Problem.Das WEF warnt außerdem davor, Erfolg ausschließlich über immer neue Besucherrekorde zu definieren. Mehr Urlauber bedeuten nicht automatisch mehr Wohlstand für die Bevölkerung. Überfüllung, Belastungen für Infrastruktur und Umwelt sowie die Frage, wie viel vom Tourismusgeld tatsächlich bei lokalen Unternehmen und Beschäftigten landet, gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Und damit trifft der Index einen Punkt, über den Thailand seit Jahren diskutiert: Nicht nur möglichst viele Gäste ins Land holen, sondern mehr Qualität, bessere Infrastruktur, vernünftige Dienstleistungen und höhere Wertschöpfung pro Besucher schaffen.
Der Sprung von Platz 48 auf Platz 38 ist deshalb durchaus ein Erfolg. Ein Ruhekissen ist er allerdings nicht. Denn Malaysia, Vietnam, Indonesien und andere asiatische Destinationen arbeiten ebenfalls kräftig daran, den Urlaubern zu zeigen, dass Südostasien noch ein paar Alternativen zu Thailand zu bieten hat.
Quelle: WEF Travel & Tourism Development Index 2026

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