21.08.2025
Wirtschaft
Thailand plant Gratis-Inlandsflüge für ausländische Touristen
Ferien auf Staatskosten - Thailands 700-Millionen-Baht-Tourismusplan
Laut Minister Sorawong Thienthong läuft die Kampagne unter dem Motto „Buy International, Free Thailand Domestic Flights“. Die Idee: Wer ein internationales Flugticket nach Thailand erwirbt, soll zusätzlich einen kostenlosen Hin- und Rückflug im Inland mit 20 kg Freigepäck erhalten. Das Angebot gilt auf sechs Fluglinien – darunter Thai Airways, Thai AirAsia, Bangkok Airways, Nok Air, Thai Lion Air und Thai Vietjet.
Der Staat kalkuliert dafür mit einem Budget von 700 Millionen Baht (rund 18 Mio. Euro) und erwartet im Gegenzug zusätzliche Tourismuseinnahmen von 8,8 Milliarden Baht (ca. 225 Mio. Euro). Für jede geförderte Strecke sollen 1.750 Baht pro One-Way-Flug beziehungsweise 3.500 Baht pro Hin- und Rückflug bereitgestellt werden.
Die Gratis-Tickets sollen über internationale Fluggesellschaften oder Online-Reiseportale angeboten werden – allerdings nur für Reisende, die noch kein Ticket nach Thailand gebucht haben. Geplanter Start: September 2025. Das Programm soll zunächst bis November laufen.
Die Resonanz auf den Plan fällt gemischt aus:
Punlop Saejew, Vizepräsident der Handelskammer von Chiang Mai, begrüßt die Maßnahme grundsätzlich, hält den Zeitpunkt jedoch für unglücklich gewählt. Da die Hochsaison ohnehin stark frequentiert sei, wäre eine Einführung in der Nebensaison effektiver. Außerdem seien die hohen Inlandspreise für Flüge weiterhin ein wesentliches Hindernis für Reisende.
Rungroj Santadvanit, Vorsitzender der Thai Hotels Association für den Nordosten, sieht die Gefahr, dass Regionen wie Buri Ram oder Ubon Ratchathani kaum profitieren werden. Diese Provinzen zählen nicht zu den Hauptzielen internationaler Touristen, auch wenn es dort direkte Flüge von Bangkok gibt. Er fordert deshalb, dass die Regierung maßgeschneiderte Marketingstrategien entwickelt – etwa Sporttourismus in Buri Ram, Mekong-Erlebnisse in Ubon Ratchathani oder gezielte Werbung für Naturtourismus in den Nordprovinzen. Rungroj betont zudem, dass neben solchen Marketingaktionen vor allem die Sicherheit im Land klar kommuniziert werden müsse, insbesondere angesichts der Spannungen an der Grenze zu Kambodscha.
Seit Jahresbeginn bis August 2025 reisten rund 20,8 Millionen internationale Gäste nach Thailand – das entspricht einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Mit 2,9 Millionen Ankünften blieb China zwar immer noch der wichtigste Quellmarkt, jedoch im Vergleich zu den 6,8 Millionen aus den ersten 7 Monaten im Jahr 2019, der Markt mit den heftigsten Einbußen.
Ganz neu ist die Idee nicht: Auch Japan hatte zu Beginn des Jahres ein ähnliches Modell eingeführt und Tourist:innen mit kostenlosen Inlandsflügen angelockt – offenbar mit positiven Ergebnissen.
Mit Gratis-Inlandsflügen setzt Thailand auf ein spektakuläres Marketinginstrument, das Touristen vom klassischen Bangkok-Phuket-Klischee weglocken und auch weniger bekannte Provinzen beleben soll. Ob die 700 Millionen Baht Staatszuschuss tatsächlich den erhofften Milliardenregen bringen, bleibt abzuwarten – und hängt nicht zuletzt davon ab, ob das Programm strategisch klug umgesetzt wird oder als teures Hochsaison-Gimmick verpufft.
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