09.05.2026
Verkehr
Thailand plant sechs neue nationale Flughäfen
26 Milliarden Baht für neue Airports: Thailand baut sein Flugnetz aus
Im Mittelpunkt steht zunächst der geplante Flughafen Bueng Kan im Nordosten Thailands. Dieses Projekt ist mit rund 8,1 Milliarden Baht, etwa 210 Millionen Euro, das größte der sechs Vorhaben und zugleich am weitesten fortgeschritten. Die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde bereits vom National Environment Board genehmigt. Damit könnte Bueng Kan als erstes Projekt dem Kabinett zur Entscheidung vorgelegt werden – voraussichtlich noch im Jahr 2026.
Der Baubeginn ist allerdings erst für 2029 vorgesehen. Eröffnet werden soll der neue Flughafen nach derzeitiger Planung im Jahr 2032. Nach Fertigstellung wäre Bueng Kan der 29. Flughafen, der vom Department of Airports betrieben wird. Für die Provinz wäre das ein großer Schritt, denn Bueng Kan liegt am Mekong, nahe der Grenze zu Laos, und wird touristisch bisher eher unterschätzt.
Mit einem Flughafen könnte die Region deutlich leichter erreichbar werden – und vielleicht vom ewigen Status „wunderschön, aber bitte mit Geduld anreisen“ befreit werden.
Auch im Süden gibt es konkrete Pläne. Der geplante Flughafen Phatthalung soll rund 3 Milliarden Baht, etwa 77 Millionen Euro, kosten. Hier befindet sich das Projekt derzeit in der Phase der Beraterauswahl für Design und Umweltprüfung. Der entsprechende Vertrag im Wert von 42 Millionen Baht, rund 1,1 Millionen Euro, soll noch im Mai 2026 unterzeichnet werden. Für Planung und Umweltprüfung sind etwa 600 Tage vorgesehen. Falls Verkehrsministerium und Kabinett 2028 grünes Licht geben, könnten 2029 Grundstückserwerb und Entschädigungszahlungen beginnen. Der Baustart wäre dann 2030, die Eröffnung 2033.
Weitere geplante Flughäfen betreffen Mukdahan, Phayao, Satun und Kalasin. Der Flughafen Mukdahan mit einem geschätzten Wert von 5 Milliarden Baht, etwa 128 Millionen Euro, überarbeitet derzeit seinen Umweltbrericht nach Empfehlungen des Fachgremiums. Phayao Airport, vorgesehen mit rund 4 Milliarden Baht, etwa 103 Millionen Euro, befindet sich in der Detailplanung und Umweltprüfung. Auch Satun Airport, mit etwa 4,1 Milliarden Baht, rund 105 Millionen Euro, veranschlagt, ist in der Design- und Prüfphase. Kalasin Airport, das kleinste Projekt mit rund 2 Milliarden Baht, etwa 51 Millionen Euro, steht noch unter erneuter Bewertung der Machbarkeit.
Nicht jedes Flughafenprojekt schafft es allerdings bis zur Startbahn. Der ehemals geplante Flughafen Nakhon Pathom wurde nach einer Neubewertung nach der Covid-Zeit gestrichen. Die Behörden kamen zu dem Schluss, dass das Projekt wirtschaftlich nicht ausreichend tragfähig sei. Hinzu kamen Umweltbedenken und Widerstand aus der lokalen Bevölkerung. Kurz gesagt: Nicht überall, wo man eine Landebahn auf die Karte malen kann, landet am Ende auch ein Flugzeug.
Neben den Neubauten investiert Thailand auch in bestehende Flughäfen. Am Chumphon Airport wird die Start- und Landebahn mit einem Budget von rund 1,5 Milliarden Baht, etwa 38 Millionen Euro, verlängert. Das soll unter anderem das geplante Landbridge-Projekt im Süden unterstützen. Am Phrae Airport haben bereits Vermessungen für Landenteignungen begonnen, bevor 2026 Mittel für den Ausbau bereitgestellt werden sollen.
Darüber hinaus sollen mehrere bestehende Flughäfen zu regionalen Drehkreuzen aufgewertet werden. Genannt werden unter anderem Krabi, Surat Thani, Ubon Ratchathani, Khon Kaen, Nakhon Si Thammarat, Trang, Phitsanulok und Udon Thani. An den Flughäfen Krabi und Udon Thani sollen bis 2027 außerdem biometrische Systeme und erweiterte Passagierkontrollen eingeführt werden, um internationalen Sicherheitsstandards besser zu entsprechen.
Der Plan zeigt deutlich: Thailand will den Luftverkehr nicht nur auf Bangkok, Phuket, Chiang Mai und die großen Touristenmagneten konzentrieren. Mehr Provinzen sollen direkter erreichbar werden – für Reisende, Geschäftsleute und Investoren. Das kann neue Chancen für weniger bekannte Regionen bringen, besonders dort, wo Tourismuspotenzial vorhanden ist, aber die Anbreise bisher eher nach „schönes Ziel, aber bitte mit Sitzfleisch“ klang.
Ob alle sechs Flughäfen tatsächlich gebaut werden, hängt nun von Umweltprüfungen, Kabinettsentscheidungen, Finanzierung, Grundstücksfragen und lokaler Zustimmung ab. In Thailand ist der Weg von der Ankündigung bis zur Eröffnung bekanntlich manchmal länger als der Flug selbst. Doch Bueng Kan hat nun als erstes Projekt gute Chancen, tatsächlich abzuheben.
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