01.04.2026
April, April...
Thailand prüft Abschaffung vieler Ampeln und Zebrastreifen
Neues Konzept zur Erhöhung der Aufmerksamkeit im Verkehr
Verkehrsminister Chatchat Sitthiphan erklärte in einem Interview, dass bestehende Ampelregelungen im Alltag häufig nicht die gewünschte Wirkung entfalten. Vielmehr würden sie von vielen Verkehrsteilnehmern nur noch eingeschränkt beachtet und könnten dadurch zur Verwirrung beitragen. Insbesondere an stark frequentierten Kreuzungen sei zu beobachten, dass sich Autofahrer stark auf die Signalphasen verlassen und die tatsächliche Verkehrssituation nur unzureichend berücksichtigen.
Nach Einschätzung des Ministeriums führt dieses Verhalten dazu, dass Kreuzungen bei Grünlicht häufig ohne ausreichende Aufmerksamkeit für den Querverkehr passiert werden. Die starre Orientierung an Ampelsignalen erhöhe in solchen Fällen das Unfallrisiko, da spontane Veränderungen im Verkehrsfluss nicht rechtzeitig erkannt würden.
Vor diesem Hintergrund wird nun ein alternatives Modell geprüft. Bereits bestehende Ampelanlagen sollen demnach nicht vollständig demontiert, sondern auf ein dauerhaftes Blinksignal umgestellt werden. Dieses Konzept soll dazu beitragen, die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und die Eigenverantwortung im Straßenverkehr zu stärken. Erfahrungen aus anderen Ländern hätten gezeigt, dass Blinklichtsysteme zu einer vorsichtigeren Fahrweise führen können.
Auch Fußgängerüberwege stehen im Fokus der geplanten Reform. Klassische Zebrastreifen sollen in ihrer bisherigen Form zurückgebaut und durch bauliche Maßnahmen ergänzt werden. Vorgesehen sind unter anderem Abtrennungen entlang der Gehwege, die Fußgänger gezielt zu sicheren Querungsstellen führen sollen. Gleichzeitig soll der Verkehrsfluss auf den Straßen gleichmäßiger gestaltet werden.
Das Ministerium prüft derzeit die Einführung von Pilotprojekten in ausgewählten Stadtgebieten. Insbesondere komplexe Verkehrsknotenpunkte in Bangkok könnten als erste Testfelder dienen. Dort sollen die Auswirkungen auf Verkehrsfluss, Unfallzahlen und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden.
Begleitend zu den infrastrukturellen Änderungen ist eine umfassende Informationskampagne geplant. Verkehrsteilnehmer sollen frühzeitig über die neuen Regelungen informiert und für eine erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr sensibilisiert werden.
Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahmen wurde bislang nicht veröffentlicht. Nach Angaben aus dem Ministerium befinden sich die Vorschläge derzeit in der Prüfungsphase und werden in Abstimmung mit lokalen Behörden und Experten weiter ausgearbeitet.
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