03.08.2026
Thailand prüft City-Maut - Weniger Stau, günstigerer ÖPNV
Bangkok schaut nach London: Neue Gebühr soll Verkehr reduzieren 🚆🚗
Die thailändische Verkehrsplanungsbehörde (OTP) untersucht derzeit, ob sich das sogenannte Congestion Charging auf Bangkok übertragen lässt. Dabei zahlen Autofahrer eine Gebühr, wenn sie mit ihrem Fahrzeug in bestimmte Innenstadtbereiche fahren. Die Einnahmen sollen anschließend direkt in den öffentlichen Nahverkehr fließen und dabei helfen, die Ticketpreise zu senken.
Unterstützt wurde die Machbarkeitsstudie von Experten aus Großbritannien. Dabei wurden Modelle aus Singapur, Großbritannien, Schweden und Italien verglichen. Das Ergebnis: Für Bangkok wäre – ähnlich wie in London – eine flächenbezogene City-Maut am sinnvollsten. Dort wird nicht jede einzelne Straße berechnet, sondern das Befahren einer festgelegten Innenstadtzone.
Ganz so schnell wird die neue Regelung allerdings nicht kommen. Zunächst muss die laufende Studie Ende 2026 abgeschlossen werden. Anschließend entscheiden mehrere Behörden und schließlich das thailändische Kabinett, ob das Projekt weiterverfolgt wird.
Ein entscheidender Punkt ist dabei die Akzeptanz der Bevölkerung. Die Regierung weiß genau: Eine neue Gebühr lässt sich nur dann vermitteln, wenn die Menschen gleichzeitig eine attraktive Alternative zum Auto bekommen. Deshalb sollen die Einnahmen aus der City-Maut in günstigere Fahrpreise und einen besseren Nahverkehr investiert werden.
Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Einführung eines einheitlichen Ticketsystems. Bislang benötigen Fahrgäste in Bangkok je nach Verkehrsmittel unterschiedliche Tickets oder Apps. Künftig soll – ähnlich wie in London – eine einzige Karte oder kontaktloses Bezahlen für alle Bahn- und Buslinien möglich sein. Auch ein automatischer Tages- oder Preisdeckel wird diskutiert, damit Fahrgäste nie mehr bezahlen als notwendig.
Erst wenn dieses gemeinsame Ticketsystem funktioniert und die Fahrpreise attraktiver geworden sind, könnte eine City-Maut überhaupt eingeführt werden. Vorher sind außerdem weitere Bürgerbeteiligungen und Testphasen geplant.
Für Bangkok wäre das ein echter Paradigmenwechsel. Während heute viele Menschen trotz Staus lieber das Auto nutzen, könnte sich das künftig ändern. Weniger Verkehr, sauberere Luft und günstigere Bahntickets – zumindest auf dem Papier klingt das nach einer Win-win-Situation. Ob die Bangkoker Autofahrer das genauso sehen, dürfte sich spätestens zeigen, wenn aus der Idee ein konkreter Gesetzesentwurf wird.
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