13.02.2026
Politik
Thailand prüft Verkürzung der visafreien Aufenthaltsdauer
Trotz rückläufiger Besucherzahlen Rückkehr zu 30 Tagen möglich
Noch ist nichts entschieden, doch mehrere Ministerien und Behörden analysieren derzeit die Auswirkungen der aktuellen Bestimmungen und beraten über mögliche Anpassungen.
Warum Thailand die Visaregeln überprüft
Die Verlängerung auf 60 Tage wurde ursprünglich eingeführt, um den Tourismussektor nach der Pandemie schnell wieder anzukurbeln. Gleichzeitig wurde die Liste der visabefreiten Länder auf insgesamt 93 Nationen erweitert. Diese Maßnahme sollte Thailand als Reiseziel attraktiver machen und mehr Besucher ins Land bringen – ein wichtiger Schritt für eine Branche, die zu den wichtigsten wirtschaftlichen Säulen des Landes gehört.Die Strategie zeigte Wirkung: Die flexiblere Regelung erleichterte vielen Reisenden längere Aufenthalte und unterstützte die Erholung der Tourismusindustrie. Doch mit der Zeit wurden auch kritische Stimmen laut. Behörden und Branchenvertreter äußerten Bedenken, dass die längere Aufenthaltsdauer in einigen Fällen missbraucht werden könnte – etwa für illegale Geschäfte, unerlaubte Arbeit oder wiederholte Einreisen, um dauerhaft im Land zu bleiben, ohne ein reguläres Visum zu beantragen.
Regierung prüft Rückkehr zur 30-Tage-Regel
Ein neu eingesetzter Ausschuss unter Leitung des Außenministeriums und mit Beteiligung des Tourismusministeriums, der Einwanderungsbehörde und des Nationalen Sicherheitsrats bewertet derzeit die aktuelle Situation.Nach bisherigen Gesprächen tendieren einige Verantwortliche dazu, die visafreie Aufenthaltsdauer wieder auf 30 Tage zu begrenzen. Ziel ist es, mögliche Schlupflöcher zu schließen und illegale Aktivitäten besser zu kontrollieren, ohne den Tourismus insgesamt zu beeinträchtigen.
Tourismus-Staatssekretärin Natthriya Thaweevong betonte, dass eine solche Änderung wahrscheinlich keine negativen Auswirkungen auf die Besucherzahlen hätte. Ihrer Aussage zufolge bleiben die meisten internationalen Touristen ohnehin nur etwa drei Wochen im Land – deutlich weniger als die derzeit erlaubten 60 Tage. Wer länger bleiben möchte, könnte weiterhin wie bisher eine Verlängerung bei der Immigration beantragen. Dort lässt sich die momentane 60 Tage visafreie Einreise für 1.800 Baht um weitere 30 Tage - also auf 90 Tage erweitern.
Fokus auch auf häufige Wiedereinreisen
Ein weiterer wichtiger Punkt der laufenden Überprüfung betrifft Reisende, die mehrfach hintereinander visafrei einreisen. Behörden prüfen insbesondere, ob die Aufenthaltsdauer für solche wiederholten Einreisen angepasst werden sollte.In den vergangenen Monaten hat die Einwanderungsbehörde ihre Kontrollen bereits verstärkt, vor allem bei Personen, die regelmäßig sogenannte „Visa Runs“ durchführen – also das Land kurz verlassen und sofort wieder einreisen, um ihre Aufenthaltsdauer zu verlängern.
Auch Vertreter der Tourismusindustrie sehen die mögliche Verkürzung überwiegend positiv. Branchenexperten weisen darauf hin, dass nur wenige Urlauber tatsächlich zwei Monate bleiben. In vielen Fällen würden längere Aufenthalte eher von Personen genutzt, die nicht als klassische Touristen unterwegs sind. Gleichzeitig betont die Branche, dass die visafreie Einreise selbst weiterhin ein wichtiger Faktor bleibt, um Thailand als attraktives Reiseziel im internationalen Wettbewerb zu positionieren.
Noch keine endgültige Entscheidung getroffen
Aktuell gilt weiterhin die bestehende Regelung: Bürger aus 93 Ländern können ohne Visum für bis zu 60 Tage nach Thailand einreisen und ihren Aufenthalt bei Bedarf um weitere 30 Tage verlängern.Ob und wann eine Verkürzung tatsächlich umgesetzt wird, ist noch offen. Jede Änderung müsste zunächst von den zuständigen Behörden beschlossen und offiziell angekündigt werden.Bis dahin bleibt Thailand für internationale Reisende weiterhin ein besonders unkompliziertes und attraktives Reiseziel – mit großzügigen Einreisebedingungen und flexiblen Möglichkeiten für längere Aufenthalte.
Kommentar der Red.:
Thailand schafft es wirklich wie kaum ein anderes Land, sein wichtigstes Produkt – den Tourismus – gleichzeitig zu lieben und ihm regelmäßig kleine Stolperfallen in den Weg zu legen.Erst verlängert man großzügig auf 60 Tage visafrei, um der Welt zu signalisieren: „Kommt alle, bleibt länger, gebt Geld aus!“ Und kaum sind die Besucher da, beginnt das große Nachdenken: Vielleicht doch wieder nur 30 Tage? Vielleicht strengere Kontrollen? Vielleicht noch eine zusätzliche Registrierung hier, ein Formular dort, ein digitales System obendrauf – zur Sicherheit natürlich.
Für Reisende wirkt das Ganze inzwischen wie ein Behörden-Pingpong. Heute großzügig, morgen vorsichtig, übermorgen wieder großzügig – und zwischendurch bitte noch schnell online registrieren, Daten einreichen und hoffen, dass man nichts übersehen hat.
Besonders ironisch ist dabei die offizielle Begründung: Die meisten Touristen bleiben ohnehin nur drei Wochen. Wenn das so ist, stellt sich die Frage, warum man überhaupt erst auf 60 Tage verlängert hat – außer vielleicht, um jetzt wieder etwas zu haben, das man verkürzen kann.
Während andere Länder ihre Einreiseprozesse vereinfachen, perfektioniert Thailand die Kunst der subtilen Verunsicherung: Man ist willkommen – aber bitte nicht zu lange, nicht zu oft und möglichst mit korrekt ausgefülltem Formular in dreifacher Ausfertigung.
Am Ende bleibt Thailand trotzdem Thailand: wunderschön, gastfreundlich und chaotisch organisiert – besonders dann, wenn es darum geht, es Besuchern leicht zu machen.
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