26.11.2025
Politik
Thailand sagt Visa-Missbrauch und Betrügern den Kampf an
Thailands neue Strategie gegen transnationale Kriminalität
Die Regierung und die Royal Thai Police reagieren damit auf ein Problem, das sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft hat: Personen, die als vermeintliche Touristen einreisen, sich jedoch in illegalen Geschäften, Betrugsnetzwerken oder unerlaubter Arbeitstätigkeit engagieren.
Mehr Kontrollen, mehr Technologie, mehr Datenabgleich
Polizeimajor General Jaturapat Bhiromkaew, stellvertretender Sprecher, betonte, die Maßnahmen richteten sich nicht gegen bestimmte Nationalitäten, sondern gegen auffällige Muster und hochriskantes Verhalten.Im Fokus stehen vor allem:
- ungewöhnlich häufige Ein- und Ausreisen innerhalb kurzer Zeit,
- missbräuchliche Nutzung von Visa oder wiederholte Visa-Frei-Einreisen,
- Warnhinweise aus INTERPOL,
- Hinweise von internationalen Sicherheitsbehörden,
- verdächtige Reiserouten oder unstimmige Angaben.
Die Beamten wurden angewiesen, gründlicher zu prüfen und dabei biometrische Systeme, Gesichtserkennung, Fingerabdruckdatenbanken sowie internationale Informationsquellen einzubeziehen. Dokumentenfälschungen, unerlaubte Arbeitsaufnahmen, Geldwäsche-Netzwerke oder Verbindungen zu Menschenhandel sollen so frühzeitig erkannt werden.
Die thailändische Regierung betont, dass trotz der strengeren Kontrollen die Menschenrechte und der Schutz seriöser Reisender Vorrang behalten. Reisende, die sich ordnungsgemäß verhalten, sollen weiterhin reibungslos ein- und ausreisen können.
Strengere Regeln für Beamte 😏
In der Vergangenheit wurden Korruptionsfälle im Bereich Immigration immer wieder kritisiert. Deshalb stellte Polizeigeneral Kittharath Punpetch, Commissioner-General, unmissverständlich klar:„Jede Form von Vorteilsnahme ist strikt verboten. Verstöße führen sofort zu strafrechtlichen und disziplinarischen Konsequenzen.“
Das Innenministerium und die Immigration betonen, dass die Glaubwürdigkeit der Maßnahmen nur dann bestehen kann, wenn Beamte transparent und ohne Bestechlichkeit handeln.
Visa-Runs im Fokus – Missbrauch der Visa-Freiheit wird unterbunden
Neben der allgemeinen Sicherheitskontrolle richtet sich ein großer Teil der Verschärfung gegen einen bekannten Trend: Ausländer, die Thailand per Visa-Free immer wieder neu betreten, um langfristig im Land zu bleiben – ohne die dafür vorgesehenen Visa zu beantragen.
Laut Pol Maj Gen Choengron Rimpadee, stellvertretender Chef des Immigration Bureau, geht es insbesondere um Personen, die:
- drei oder mehr direkt aufeinanderfolgende Visa-Free-Einreisen beantragen,
- jeweils bis zu 90 Tage
- teilweise über 200 Tage durch sieben oder mehr Visa-Runs erreicht haben.
Diese Personen würden nicht als echte Touristen betrachtet, so Rimpadee. Viele von ihnen arbeiten illegal, betreiben nicht genehmigte Online-Geschäfte oder nutzen thailändische Strohmänner, um reguläre Visa, Steuerpflichten und Wirtschaftskontrollen zu umgehen.
Im Ergebnis können solche Reisende künftig die Einreise verweigert bekommen – konsequent und unabhängig von ihrer Herkunft. Fake-Nachrichten, wonach bestimmte Länder (z. B. China) gezielt kontrolliert würden, weist die Immigration ausdrücklich zurück.
Die Immigration betont, dass echte Urlauber weiterhin willkommen sind. Im Durchschnitt bleiben Touristen rund 15 Tage, können klar angeben, wo sie wohnen, was sie im Land unternehmen und wann sie wieder abreisen. Für solche Besucher soll sich nichts ändern.
Thailand sieht sich immer stärker mit international agierenden Betrugsnetzwerken, Geldwäschern, Call-Center-Gangs und Menschenhandel konfrontiert – Gruppen, die sich bewusst in touristischen Strukturen oder durch schwache Visa-Kontrollen verstecken. Mit den neuen Einreiseregeln verfolgt die thailändische Regierung das Ziel, transnationale Kriminalität wirksam einzudämmen und zugleich das Vertrauen sowie die Sicherheit echter Touristinnen und Touristen zu stärken.
Die Maßnahmen werden regelmäßig überprüft und weiter optimiert. Durch Kooperation mit internationalen Strafverfolgungsbehörden will das Land langfristig sicherstellen, dass Kriminelle Thailand nicht als bequemen Zufluchtsort nutzen – und Reisende weiterhin ein sicheres, transparentes und funktionierendes Einreiseerlebnis haben.
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos
Stock images by Depositphotos
Mehr zum Thema Politik
⇒Premierminister Anutin verspricht Grenzmauer 02.01.2026
Grenzstreit mit Kambodscha - Sicherheitspolitik trifft Wahlkampf
⇒Thailand und Kambodscha einigen sich auf Waffenruhe 28.12.2025
Hoffnung auf Ende der schweren Grenzgefechte
⇒China greift ein: Neue Hoffnung im Grenzkonflikt Thailand 19.12.2025
Zwischen Telefonaten und Shuttle-Diplomatie: der neue Friedensversuch
⇒Warum Koh Chang nichts mit dem Grenzkonflikt zu tun hat 19.12.2025
Zwischen Konflikten, Diplomatie und Tourismus: Koh Chang bleibt sicher
⇒Neuwahlen in Thailand mitten im Militärkonflikt 17.12.2025
Warum Premier Anutin das Parlament auflösen ließ
⇒Grenzkonflikt - Festland unter Ausgangssperre, Inseln bleiben entspannt 14.12.2025
Trat im Ausnahmezustand, Koh Chang im Urlaubsmodus: Eine Lageeinordnung
⇒Thailand und Kambodscha nutzen Nationalismus als Politik-WD-40 12.12.2025
Wenn es innen brennt, zündelt man außen: Konflikt am Grenzstreifen
⇒Grenzkonflikt Thailand vs Kambodscha vertreibt 150.000 Menschen 10.12.2025
Die Hintergründe der Gewalt zwischen Thailand und Kambodscha
⇒Heftige Eskalation beim Grenzkonflikt Thailand - Kambodscha 08.12.2025
Luftangriffe statt Diplomatie: Von Trumps „großem Deal“ zum großen Desaster
⇒Mehr Rechte, weniger Ärger: Die EU macht Pauschalurlaub sicherer 04.12.2025
Was sich bei Pauschalreisen jetzt wirklich ändern soll
⇒ Mehr Reisenews Thailand zum Thema Politik

Jetzt registrieren




