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15.08.2020

Thailand Tourismus - Keine Chance für Lösungen

Das enorme Dilemma der thailändischen Regierung

 Reisenews Thailand - 1
In Thailand ist das Virus so gut wie verschwunden und es gibt seit fast 3 Monaten keine lokalen Neuinfektionen mehr. Durch die sehr konsequente Umsetzung und eine sehr gut mitspielende Bevölkerung, ist Thailand das gelungen, was viele andere Länder nun das Thailändische Wunder nennen. Dabei war die Ausgangssituation ausgesprochen schlecht, denn die ersten Infizierten wurden bereits in Januar ausgemacht. Damit war Thailand das erste Land, das nach China bedroht war. Und die Bedrohung war ernst, denn es befanden sich zigtausende Chinesen, davon sehr viele aus dem Epizentrum des Virus, der Region Wuhan, in ihren Neujahrsferien in ganz Thailand verstreut.

Die thailändischen Behörden haben extrem schnell reagiert und zig Maßnahmen eingeführt, um die Ausbreitung des Virus zu unterbinden. Maskenpflicht, Controll-Apps, Handwasch- und Desinfektionsstationen allerorten und rund eine Million Helferlein, die sich um alles kümmerten und kontrollierten, ob jeder auch alles richtig umsetzt. Dann kamen nächtliche Ausgangssperren, hohe Strafen für alle, die die Gefahr kleinreden, es wurden Reisesperren eingeführt und ganze Regionen vom Land isoliert. Harte Maßnahmen mit allerdings auch sehr harten Auswirkungen auf die Bevölkerung. Vornehmlich auf die Teile der Bevölkerung, die vom Tourismus leben.
 Reisenews Thailand 1

Die Situation der Bevölkerung

Harte Zeiten für die Menschen, die sich sonst meist rührend um die Gäste kümmern, rund 2-3 Millionen sollen das sein, genaue Zahlen gibt es keine. Wir würden allerdings meinen, dass es noch viele, viele mehr sind, denn auch der, der mit seinen Mitarbeitern Tonnen leckerer Früchte für die Touristen geerntet hat, oder die Fischer, die Ihren Fang an die Restaurants geliefert haben, sind direkt betroffen. Rund 21% der Einnahmen Thailands werden aus dem Tourismus generiert uns sind somit die 2. wichtigste Einnahmequelle des Landes nach der Produktion elektronischer und mechanischer Erzeugnisse mit etwas über 40%. Von den 21% der Tourismuseinnahmen werden rund 32% durch thailändische Touristen generiert, denn ihr Land genauso gut gefällt wie uns und es immer mehr entdecken.

Spendenaktion - Bild: Gerhard Veer
Einige wenige der bisher im Tourismus Beschäftigten kommen halbwegs über die Runden, wenn Sie denn sozialversichert sind (das sind nicht viele) oder zumindest in einem anerkannten Beruf gearbeitet haben, denn dann gab es zumindest rund 3.000 Baht (rund EUR 80.-) staatliche Soforthilfe im Monat, was allerdings nicht mal fürs Essen ausreichend ist, geschweige denn für Miete oder Arztkosten oder… Die anderen, die sich nicht in dem Raster der Behörden befinden (falscher Beruf, falscher Ort, falsche Behörde) bekommen und bekamen einfach nichts. Und wir müssen davon ausgehen, dass das viele hunderttausend Menschen betrifft. Spendenaktionen von uns und vielen anderen, sind bei der Zahl der betroffenen Menschen leider auch nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Soviel zur Situation der Menschen, hauptsächlich in den Touristengebieten. Alles Kacke könnte man sagen.
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Die Flughäfen sind für Flüge aus dem Ausland geschlossen, Touristen nicht erwünscht und so ist kaum absehbar, wann sich die miserable und teilweise beängstigende Situation in den Touristengebieten verbessert. Auf alle Fälle nicht mehr in diesem Jahr, mit etwas Glück im Jahr 2021. Die Regierung wird davon nicht abweichen und die Menschen, die im Tourismus beschäftigt waren, vom Busfahrer über den Reiseleiter, von der Kellnerin bis zum Hotelmanager und auch die langjährigen Touristen, im Regen stehen lassen. Auf Koh Samui stehen bereits seit Juni über hundert Hotels zum Verkauf. Die Pleiten werden von Tag zu Tag mehr. Ein Sprecher der Hotelbesitzer Phukets geht davon aus, dass 60% aller Hotels bis zum Jahresende Konkurs anmelden werden.

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Durch Förderungsprogramme und Urlaubshilfen sind zumindest noch viele Thailänder unterwegs und besuchen neben Zielen im Norden auch die Strände und Inseln um Hua Hin und Pattaya. Zumindest an den Wochenenden, sind einige Hotels recht gut gefüllt. Nur hilft das den anderen Touristendestinationen, in denen die meisten Thais beschäftigt waren, Zielen wie Phuket, Koh Samui oder Krabi gar nichts, denn wegen 2-3 Tagen Urlaub, setzt sich kaum einer in den Flieger. Bei Koh Samui kommen erschwerend noch die horrenden Flugkosten, durch das Monopol der Bangkok Air, hinzu.

Nun redet man in Regierungskreisen über „Reiseblasen“, einem Programm welches Menschen aus coronafreien Ländern den Besuch bestimmter festgelegter Reiseziele erlauben sollte, was allerdings schon daran scheitert, dass es solche Länder nicht gibt. Nun kommen neue Ideen, dass man Langzeiturlauber ins Land lassen solle, die mit einer 2-wöchiger Zwangsquarantäne ihren Urlaub beginnen wollen. Die Anzahl derer, die dieses „fantastische Angebot“ annehmen werden, dürfte dann doch sehr begrenzt sein, so begrenzt, dass sich wohl kaum ein Hotelier finden wird, der wegen 2-3 Gästen sein Hotel öffnet und dass auch Gäste sich in völlig leeren Hotels meist nicht sonderlich wohlfühlen. Übrigens befindet sich Thailand im südostasiatischen Raum in guter Geselleschaft, dann alle anderen Länder sind ebenfalls abgeriegelt.


Warum öffnen die Behörden nicht die Grenzen für Getestete?

Manche deutschsprachigen Touristen und Expats der unangenehmeren Art ziehen wütend über die „völlig dumme“ thailändische Regierung her, ohne allerdings neben lautem Rumgepöbel irgendwelche Ideenansätze für eine Lösung der Probleme zu haben. An den thailändischen Steintischen, an denen sich mit speckigen Unterhemden bekleidete deutsche, österreichische und Schweizer Rentner die Ärsche plattsitzen, werden die Probleme des Landes auch sicherlich nicht gelöst.

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Dass nun die Grenzen einfach aufgemacht würden, wäre innerhalb kürzester Zeit eine noch viel grössere Katastrophe, denn dann käme zu den vielen Arbeitslosen weiteres Elend durch Covid-19 hinzu. Dann ein weiterer Lockdown, Ausgangssperren, das Ganzen von neuem, würde die thailändische Wirtschaft sicher nicht überleben und auch die sehr wichtige Industrie, die den Grossteil des BIP ausmacht, würde zugrunde gehen. Sogar eine Staatspleite wäre unter den Umständen vorstellbar. Die Öffnung für den Tourismus kann zum jetzigen Zeitpunkt nur noch funktionieren, wenn das Risiko praktisch Null ist.

Sicherlich haben die Verantwortlichen in den Behörden auch einen Blick auf die Entwicklung in Europa geworfen. Das wird sie allerdings in ihrer bisherigen Haltung sehr bestärken, denn seit dem Beginn der Reisezeit in Europa, ob Italien oder Spanien, überall steigen mit den kommenden Touristen die Infektionszahlen enorm an und Kroatien, Bulgarien und Griechenland melden sogar neue Rekorde und haben plötzlich mehr Neuinfektionen als je zuvor. Und leider hat sich herausgestellt, dass auch Tests bei der Einreise, so wie in Griechenland überhaupt nicht vor der Pandemie schützen.

Die Thailändische Regierung und die verantwortlichen Behörden zeigen, durch die vielen Ideen, die sich nach genauerem Hinschauen meist als Luftnummern oder undurchführbar erweisen, ihre Hilflosigkeit. Dieselbe Hilflosigkeit, wie fast alle anderen Staaten. Sie haben ein Problem besser hinbekommen als alle anderen, das Problem mit der Krankheit an sich. Damit haben Sie offensichtlich ein anderes Problem verursacht, die Arbeitslosigkeit im Tourismus. Allerdings wäre dieses Problem sowieso gekommen, denn Tourismus ist in Zeiten, in denen der Virus im Rest der Welt erst anfängt sich richtig auszutoben und täglich steigende Neuinfektionen verursacht, einfach nicht angesagt.

Fazit

Die Situation (aus unserer Sicht) ist unabänderbar, aber nun hätte das vorher vom Overtourismus geplagte Land die Chance, neue Konzepte für eine neue, nachhaltige Art des Tourismus zu entwickeln, seine Umwelt und Ressourcen zu schonen und sich selbst weniger abhängig von den Gelbeuteln der Gäste aus aller Welt zu machen. Es ist nach dem Tsunami, den Protesten und anderen Vorkommnissen allerdings nicht das erst Mal, dass Thailand die Chance hatte.

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