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16.10.2025

Politik  

Thailand - Vorerst keine Grenzöffnung zu Kambodscha

Bangkok blockt Hun Sen – Sicherheitsinteressen vor Nachbarschaftsdiplomatie

Thailand - Vorerst keine Grenzöffnung zu Kambodscha  - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Zwischen Bangkok und Phnom Penh knistert es wieder: Thailand hat die Forderung des kambodschanischen Senatspräsidenten Hun Sen, die gemeinsame Grenze bis zum 20. Oktober wieder vollständig zu öffnen, kategorisch zurückgewiesen. Grund: Phnom Penh erfüllt bislang nicht die von Thailand klar festgelegten vier Voraussetzungen, die als Bedingung für jede Wiederöffnung gelten.

Der Sprecher des thailändischen Verteidigungsministeriums, Konteradmiral Surasan Kongsiri, machte deutlich: Es werde keine neue Maßnahme und keinen Termin für eine Grenzöffnung geben, solange Kambodscha die vier Kernforderungen nicht erfüllt hat. Diese lauten:


Diese Punkte stammen direkt aus den Gesprächen des Gemeinsamen Grenzausschusses (GBC) zwischen beiden Ländern. Laut Bangkok muss jede weitere Verhandlung auf messbarer Umsetzung dieser Vereinbarungen basieren – alles andere wäre reine Symbolpolitik.

Misstrauen statt Vertrauen

Thailand - Vorerst keine Grenzöffnung zu Kambodscha  - Bangkok blockt Hun Sen – Sicherheitsinteressen vor Nachbarschaftsdiplomatie Symbolfoto 1
Hun Sen hatte öffentlich Druck gemacht, Thailand solle den Grenzverkehr rasch wieder zulassen, offenbar um wirtschaftliche Verluste auf kambodschanischer Seite abzufedern. Doch in Bangkok überwiegt das Misstrauen. Admiral Surasan betonte, Thailand sehe derzeit keine ernsthaften Schritte der kambodschanischen Regierung, um die vereinbarten Bedingungen auch tatsächlich umzusetzen.

Insbesondere bei der Räumung von Landminen und der Verlagerung illegaler Siedlungen auf thailändischem Gebiet habe Phnom Penh bislang keine konkreten Aktionspläne vorgelegt. Der thailändische Premierminister habe daher sämtliche Behörden angewiesen, strikt auf Einhaltung der Bedingungen zu bestehen, bevor über irgendetwas anderes gesprochen werde.

Thai Premier Anutin
Bangkok verteidigt seine Haltung als legitim und international üblich. Die Grenzschließung sei keine politische Provokation, sondern eine Sicherheitsmaßnahme, die im Einklang mit internationalen Standards stehe. Admiral Surasan formulierte es unmissverständlich:
„Bevor Kambodscha nach einer Öffnung ruft, sollte es zuerst seine eigenen Verpflichtungen erfüllen.“
Von der Zentralregierung bis zu den lokalen Kommandostellen herrscht in Thailand Einigkeit – keine Kompromisse, keine Ausnahmen. Die Sicherheitsinteressen des Landes haben Vorrang vor wirtschaftlichen oder diplomatischen Wünschen.

Gespräche auf Eis gelegt

Thailand Flüge ab Frankfurt, Berlin, Hamburg, München, Wien und Zürich
Das zeigt sich auch in der jüngsten Entscheidung der Zweiten Armee Thailands, die geplanten Gespräche des Regional Border Committee (RBC) mit der Vierten Militärregion Kambodschas auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Grund: fehlende Unterlagen und keine konkreten Vorschläge seitens Phnom Penh.

Solange Kambodscha kein belastbares Konzept zur Minenräumung und zur Kontrolle illegaler Aktivitäten vorlegt, bleibt die Grenze zu – und Thailand bleibt auf Kurs.

Was Hun Sen als politischen Schnellschuss forderte, bleibt an Thailands klaren Regeln hängen. Bangkok zeigt sich selbstbewusst, geschlossen und wenig kompromissbereit. Der Ball liegt nun eindeutig in Phnom Penhs Spielfeld – denn wer offene Grenzen will, muss zuerst beweisen, dass er sie verantwortungsvoll sichern kann.

Quellen: Thai PRD, The Nation
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