24.04.2026
Umwelt
Thailand warnt vor Melioidose
732 Erkrankungen und 23 Todesfälle durch sogenanntes „Erdfieber“
Was ist Melioidose?
Melioidose wird durch das Bakterium Burkholderia pseudomallei verursacht. Dieser Erreger kommt natürlicherweise in Boden, Schlamm und verunreinigtem Oberflächenwasser vor, vor allem in tropischen Regionen wie Südostasien und Nordaustralien. Die Erkrankung ist dort seit langem bekannt, gilt aber im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten als eher selten. Sie wird nicht als klassische, leicht von Mensch zu Mensch übertragbare Krankheit angesehen, sondern steht vor allem mit Umweltexposition in Verbindung.Menschen können sich infizieren, wenn das Bakterium über kleine Hautverletzungen, offene Wunden oder Schürfstellen in den Körper gelangt. Eine Ansteckung ist außerdem möglich durch das Einatmen von kontaminiertem Staub oder Wassertröpfchen sowie durch den Konsum von verunreinigtem Wasser oder Lebensmitteln. Gerade nach starken Regenfällen, Überschwemmungen oder in Gebieten mit stehender Nässe steigt das Risiko einer Exposition.
Warum die Krankheit als gefährlich gilt
Melioidose ist vor allem deshalb problematisch, weil ihre Beschwerden sehr unterschiedlich ausfallen können und sich anfangs oft nur schwer von anderen Infektionen unterscheiden lassen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC treten Symptome meist ein bis vier Wochen nach der Ansteckung auf. Häufig zeigt sich die Krankheit zunächst als Lungeninfektion mit Fieber, Husten, Brustschmerzen und Atembeschwerden. Möglich sind aber auch Hautabszesse, Entzündungen innerer Organe, Blutvergiftung und in schweren Fällen ein septischer Schock. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie lebensbedrohlich werden.Die thailändischen Behörden weisen darauf hin, dass bestimmte Personengruppen ein deutlich höheres Risiko für schwere Verläufe haben. Dazu zählen Menschen mit Diabetes, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, chronischen Lungenerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem. Auch Personen, die beruflich oft mit Erde, Schlamm oder verschmutztem Wasser arbeiten, gehören zu den Risikogruppen. Die CDC nennt neben Diabetes unter anderem auch Krebserkrankungen, Thalassämie, starken Alkoholkonsum sowie chronische Atemwegserkrankungen als relevante Risikofaktoren.
Welche Schutzmaßnahmen empfohlen werden
Um Infektionen zu vermeiden, rufen die Gesundheitsbehörden dazu auf, den direkten Kontakt mit Schlamm, nasser Erde, Schmutzwasser und überfluteten Flächen möglichst zu begrenzen. Wer in solchen Bereichen arbeiten muss, sollte geeignete Schutzkleidung wie Stiefel, Handschuhe und geschlossene Schuhe tragen. Offene Wunden, Hautverletzungen oder Verbrennungen sollten sorgfältig abgedeckt werden, damit sie nicht mit verunreinigtem Material in Berührung kommen. Barfußlaufen auf nassem Boden oder in überfluteten Gebieten wird ausdrücklich nicht empfohlen. Ebenso sollten Menschen mit offenen Wunden das Baden oder Waten in möglicherweise belasteten Gewässern vermeiden.Wichtig ist außerdem eine konsequente Hygiene: Nach Arbeiten im Freien oder nach Kontakt mit Erde und Schmutzwasser sollten die Hände gründlich mit Seife und sauberem Wasser gewaschen werden. Für Haushalt und Ernährung sollte möglichst nur sauberes Wasser verwendet werden. Lebensmittel und Trinkwasser aus unsicheren Quellen gelten als vermeidbares Risiko.
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Das Gesundheitsministerium betont, dass die Bevölkerung nicht in Panik geraten, aber wachsam bleiben sollte. Wer nach Kontakt mit Erde, Schlamm oder verschmutztem Wasser Symptome wie Fieber, Husten, Brustschmerzen, Atemnot, Hautinfektionen, Abszesse oder anhaltende Entzündungszeichen entwickelt, sollte umgehend eine medizinische Einrichtung aufsuchen. Eine frühe Diagnose ist entscheidend, weil die Krankheit behandelbar ist, schwere Verläufe jedoch rasch lebensbedrohlich werden können.
Maßnahmen auf einen Blick
- Direkten Kontakt mit Erde, Schlamm, stehendem oder verschmutztem Wasser möglichst vermeiden – besonders nach Starkregen oder Überschwemmungen.
- Bei Feldarbeit, Gartenarbeit, Aufräumarbeiten oder Kontakt mit Schmutzwasser Schutzkleidung wie Schuhe, Stiefel und Handschuhe tragen.
- Offene Wunden, Kratzer, Geschwüre oder Verbrennungen gut abdecken und vor Kontakt mit Erde, Schlamm oder Schmutzwasser schützen.
- Nicht barfuß durch nasse, schlammige oder überflutete Bereiche laufen und bei offenen Wunden nicht in möglicherweise verschmutzten Gewässern baden.
- Nach Kontakt mit Erde, Schlamm oder Schmutzwasser Hände und Körper gründlich mit sauberem Wasser und Seife reinigen.
- Nur sauberes Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen verwenden und auf hygienisch sichere Lebensmittel achten.
- Menschen mit Diabetes, Nieren-, Leber- oder Lungenerkrankungen sowie geschwächtem Immunsystem sollten besonders vorsichtig sein.
- Bei Fieber, Husten, Brustschmerzen, Atemnot, Hautinfektionen oder Abszessen nach Kontakt mit Erde oder Schmutzwasser sofort ärztliche Hilfe suchen.
Lage in Thailand
Nach thailändischen Medienberichten und Angaben der Gesundheitsbehörden ist die Entwicklung derzeit besonders aufmerksam zu beobachten, weil die Fallzahlen in mehreren Regionen ansteigen. Vor allem Menschen in ländlichen Gebieten und in der Landwirtschaft stehen im Fokus der Warnungen. Die Behörden setzen daher auf Aufklärung, Prävention und die schnelle Erkennung möglicher Erkrankungen. Gleichzeitig wird betont, dass es sich nicht um eine typischerweise leicht übertragbare Krankheit zwischen Menschen handelt. Das Ziel der aktuellen Warnung ist deshalb vor allem, die Bevölkerung für Umweltkontakte und frühe Symptome zu sensibilisieren.Die aktuelle Warnung aus Thailand zeigt, dass Melioidose trotz ihrer vergleichsweise geringen Bekanntheit eine ernstzunehmende Erkrankung bleibt. Die Kombination aus tropischem Klima, Kontakt zu Erde und Oberflächenwasser sowie bestimmten Vorerkrankungen kann das Risiko deutlich erhöhen. Entscheidend sind deshalb einfache, aber wirksame Schutzmaßnahmen: Kontakt mit verschmutztem Wasser und Schlamm möglichst vermeiden, Wunden schützen, Schutzkleidung tragen, Hygiene beachten und bei verdächtigen Symptomen frühzeitig medizinische Hilfe suchen. So lässt sich das Risiko zwar nicht vollständig ausschließen, aber deutlich verringern.
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos
Stock images by Depositphotos
Mehr zum Thema Umwelt
⇒Gedanken zum heutigen Earth Day in Thailand 22.04.2026
Endlich kommt Bewegung in die grüne Sache - ein bisschen
⇒Thailand entdeckt seine Mangroven neu 21.04.2026
Wie Küstenschutz, Klima und lokale Initiativen zusammenwirken
⇒Chiang Mai und Thailands Norden in der Krise 16.04.2026
Smog, Brände und globale Spannungen setzen Tourismus massiv zu
⇒Thailand Delegation in Stuttgart: Klimafonds als Vorbild 11.04.2026
Von Stuttgart nach Bangkok: Klimainnovation made in Germany
⇒Notstand verhängt über Chiang Mai, Phayao und Lamphun 06.04.2026
Smog-Lage spitzt sich dramatisch zu und warum sich das nie ändern wird
⇒Nordthailand erstickt wieder im Smog 03.04.2026
Chiang Mai kämpft mit schlimmster Feinstaublage des Jahres
⇒Extremwerte in Chiang Mai - Luftqualität erreicht kritische Werte 29.03.2026
Nordthailand unter Rauch: AQI über 250 – lokal sogar 500+
⇒Thailands schwere Umweltschäden durch Abbau Seltener Erden 26.03.2026
Abbau in Myanmar verursacht grenzüberschreitende Umwelt- und Gesundheitsschäden.
⇒Thailand schaltet das Licht aus für das Klima 24.03.2026
Das Königreich beteiligt sich an der Earth Hour 2026
⇒Öl aus gesunkenem Frachtschiff erreicht Phukets Traumstrände 28.02.2026
20 Tage nach der Havarie der Sealloyd Arc kämpfen die Menschen gegen die Ölpest
⇒ Mehr Reisenews Thailand zum Thema Umwelt

Jetzt registrieren





