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13.05.2026

Cannabis  

Thailand will Cannabis wieder strenger kontrollieren

Kein legaler Freizeitkonsum - aber 12.000 Cannabis-Shops sind noch lizenziert

Thailand will Cannabis wieder strenger kontrollieren - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Thailand stellt erneut klar: Eine Legalisierung von Cannabis zum reinen Freizeitkonsum ist politisch nicht geplant. Gesundheitsminister Phatthana Phromphat erklärte am 11. Mai 2026 im Senat, dass die Regierung keine Linie verfolge, die Cannabis als Genussmittel frei verfügbar machen soll. Wer Cannabis illegal verkauft oder anderen das Rauchen ermöglicht, könne sofort festgenommen werden.

Damit setzt Thailand seinen Kurs fort, den Cannabis-Markt nach der sehr lockeren Phase der vergangenen Jahre deutlich stärker zu regulieren. Was einst als medizinische und wirtschaftliche Chance begann, hatte sich in vielen touristischen Orten schnell zu einem bunten Wildwuchs entwickelt: Cannabis-Shops an Straßenecken, Blüten in Glasvitrinen, grelle Reklame, Angebote für Touristen – und daneben die Frage, wer das eigentlich noch kontrolliert. Genau hier will die Regierung nun ansetzen.

12.000 Cannabis-Shops sind noch lizenziert

Nach Angaben des Ministers gibt es derzeit noch rund 12.000 lizenzierte Cannabis-Geschäfte in Thailand. Diese Zahl soll in den kommenden Jahren deutlich sinken, weil viele Genehmigungen auslaufen. Zwischen 2026 und 2028 verlieren zahlreiche Shops ihre Lizenzen: Im Jahr 2026 sollen etwa 5.000 bis 6.000 Genehmigungen auslaufen, 2027 weitere 4.000 bis 5.000, und 2028 noch einmal rund 1.000.

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Das bedeutet nicht automatisch, dass über Nacht alle Cannabis-Läden verschwinden. Aber die Richtung ist klar: Der Markt soll weg von frei zugänglichen Verkaufsstellen und hin zu medizinisch kontrollierten Einrichtungen. Innerhalb von zwei bis drei Jahren sollen Cannabis-Ausgabestellen nach Vorstellung der Regierung nur noch als medizinische Einrichtungen arbeiten dürfen.

Dort sollen dann medizinische Fachkräfte anwesend sein. Der Minister sprach von sechs anerkannten medizinischen Fachrichtungen, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Damit soll verhindert werden, dass Cannabis nur noch formal als „medizinisch“ verkauft wird, während praktisch jeder mit Bargeld und Sonnenbrille eine Tüte Blüten kaufen kann.

Neues Cannabis- und Hanfgesetz soll schneller kommen

Die Regierung arbeitet derzeit an einem neuen Cannabis- und Hanfgesetz. Der Entwurf befindet sich in der öffentlichen Anhörung, die bis zum 21. Mai 2026 laufen soll. Danach will die Regierung das Gesetz möglichst zügig durch das Parlament bringen.

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Ziel ist eine deutlich genauere Kontrolle von Anbauflächen, Farmen, Verschreibungen und Verkaufsstellen. Besonders wichtig: Bisher sind Cannabis-Anbauflächen offenbar nicht ausreichend registrierungspflichtig. Das neue Gesetz soll hier mehr Ordnung schaffen. Oder, weniger höflich gesagt: Der Staat möchte endlich genauer wissen, wer wo was anbaut und wohin es anschließend verschwindet.

Eigenanbau bleibt erlaubt

Verkauf aber nicht ohne Genehmigung! Phatthana betonte, dass der Anbau für den Eigengebrauch nicht strafbar sei. Entscheidend ist aber, was danach passiert. Wer Cannabis verkaufen will, braucht Zertifizierung, Qualitätsstandards und eine Genehmigung der zuständigen Behörden, insbesondere des Department of Thai Traditional and Alternative Medicine.

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Der Minister machte deutlich: Cannabis einfach zu verkaufen, weiterzugeben oder anderen zum Rauchen anzubieten, ist ohne entsprechende Erlaubnis nicht erlaubt. Besonders Verkaufsaktivitäten in Unterhaltungsvierteln, Bars oder ähnlichen Bereichen können nach seinen Worten sofort verfolgt werden.

Seine Aussage war eindeutig: Wenn jemand illegal verkauft oder anderen das Rauchen ermöglicht, können die Behörden direkt einschreiten. Das betrifft vor allem jene Bereiche, in denen Cannabis nicht medizinisch, sondern klar als Freizeitdroge angeboten wird.

Mehr Kontrolle bei Verschreibungen

Auch bei medizinischen Verschreibungen soll genauer hingeschaut werden. Gesundheitseinrichtungen, die Cannabis verschreiben, sollen ihre Unterlagen künftig elektronisch einreichen statt auf Papier. Damit will das Ministerium Fälschungen erschweren.

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Zusätzlich sollen Behörden überwachen, ob bestimmte Ärzte oder Shops immer wieder dieselben Personen mit Cannabis versorgen, ohne dass ein nachvollziehbarer medizinischer Zweck besteht. Damit nimmt die Regierung eine bekannte Grauzone ins Visier: Rezepte, die auf dem Papier medizinisch aussehen, in der Praxis aber eher wie ein freundlicher Türöffner für Freizeitkonsum funktionieren.

Wirtschaftliche Nutzung bleibt erwünscht

Trotz des härteren Kurses gegen Freizeitkonsum will Thailand Cannabis nicht vollständig aus der Wirtschaft verbannen. Die Regierung unterstützt weiterhin die Entwicklung von Cannabis-Extrakten für legale Produkte, etwa in Kosmetik, Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen regulierten Waren.

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Wichtig ist dabei der Unterschied zwischen Extrakten und Blüten. Produkte mit Cannabisbestandteilen müssen den Vorgaben der thailändischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde entsprechen. Es geht also nicht darum, Cannabis wirtschaftlich komplett zu stoppen, sondern es stärker in geregelte Bahnen zu bringen.

Cannabis als Inhaltsstoff in Cremes, Ölen oder Nahrungsergänzungsmitteln bleibt möglich, sofern die gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden. Der Verkauf von Blüten zum Rauchen soll dagegen deutlich strenger kontrolliert werden.

Was bedeutet das für Touristen?

Für Thailandurlauber ist die Botschaft ziemlich klar: Cannabis mag in den vergangenen Jahren in Thailand sehr sichtbar gewesen sein, aber es ist kein rechtsfreier Urlaubsartikel. Wer in Bangkok, Phuket, Pattaya, Koh Samui oder Chiang Mai an einem Cannabis-Shop vorbeiläuft, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass alles erlaubt ist, nur weil ein Schild bunt leuchtet.

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Die Regierung will den Markt zurück in den medizinischen Bereich schieben. Für Touristen bedeutet das: Vorsicht bei Shops, Angeboten in Bars, Straßenverkäufen oder Konsum in der Öffentlichkeit. Besonders das Weitergeben, Verkaufen oder öffentliche Bewerben von Cannabis zum Rauchen kann problematisch sein.

Thailand hat nach der Cannabis-Öffnung erlebt, wie schnell aus einer medizinisch gedachten Reform ein kaum überschaubarer Markt werden kann. Nun versucht die Regierung, den Deckel wieder stärker auf den Topf zu setzen – ohne die wirtschaftlichen Chancen komplett zu verlieren.


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Thailand will Cannabis künftig deutlich strenger regulieren. Freizeitkonsum soll nicht legalisiert werden, der Verkauf ohne Genehmigung kann unmittelbar verfolgt werden, und die noch rund 12.000 Cannabis-Shops im Land stehen vor einer ungewissen Zukunft. Viele Lizenzen laufen in den kommenden Jahren aus, und neue Regeln sollen den Markt stärker auf medizinische Nutzung beschränken.

Die Regierung versucht damit einen schwierigen Spagat: medizinische und wirtschaftliche Nutzung ja, freier Freizeitmarkt nein. Für seriöse Anbieter bedeutet das mehr Kontrolle und Bürokratie. Für Touristen bedeutet es vor allem: Nicht alles, was offen verkauft wird oder bisher offen verkauft wurde, ist dauerhaft sicher erlaubt.

Thailand hat Cannabis zwar aus der Flasche gelassen – jetzt sucht die Regierung offenbar nach einem sehr stabilen Korken.

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