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06.08.2026

Wirtschaft  

Thailand würde gerne weiter an der Preisschraube drehen

3 % Hotelsteuer? Tourismusbranche sendet widersprüchliche Signale

Thailand würde gerne weiter an der Preisschraube drehen - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Gerade erst schlug der thailändische Hotelverband Alarm: Die Buchungszahlen schwächeln, die Auslastung vieler Hotels liegt deutlich unter dem Vorjahr und insbesondere die Verkürzung der visafreien Aufenthaltsdauer von 60 auf 30 Tage sorge für zusätzliche Verunsicherung bei vielen Reisenden. Der Verband forderte deshalb sogar eine Rückkehr zur alten Regelung, bevor die neue überhaupt in Kraft getreten ist, und warnte vor weiteren Belastungen für den Tourismus.

Und nun steht bereits die nächste Diskussion vor der Tür: Eine Hotelsteuer von 3 Prozent.

Auf Phuket liegt die Hotelabgabe derzeit bei 1 Prozent. Die Provinzverwaltung schlägt nun vor, diesen Satz auf 3 Prozent anzuheben. Die zusätzlichen Einnahmen sollen unter anderem in Infrastruktur, Strände, Abfallentsorgung, Verkehr und Tourismusprojekte fließen. Gleichzeitig sollen auch bislang nicht registrierte Unterkünfte stärker in das Steuersystem einbezogen werden.

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Doch nicht nur Phuket beschäftigt sich mit neuen Abgaben. Auch die Stadt Bangkok prüft derzeit die Einführung einer 3-prozentigen Hotelsteuer als neue Einnahmequelle für die Hauptstadt. Mit dem Geld sollen öffentliche Infrastruktur, Nahverkehr und Stadtentwicklung finanziert werden. Auch hier handelt es sich bislang allerdings lediglich um einen Vorschlag – beschlossen ist noch nichts. Das Signal wirkt widersprüchlich.

Genau hier beginnt allerdings das eigentliche Problem. Einerseits beklagen Hotels rückläufige Buchungen, sinkende Auslastung und warnen vor den Folgen der verkürzten Visafreiheit. Andererseits diskutieren Politik und Verwaltungen gleichzeitig über neue oder höhere Abgaben für genau dieselben Gäste.
Natürlich würden drei Prozent auf den Zimmerpreis die Urlaubskasse nur geringfügig belasten. Bei einem Hotelpreis von 5.000 Baht wären das 150 Baht zusätzlich – für viele Reisende kein Grund, den Urlaub abzusagen. Doch im Tourismus zählt nicht nur der Preis, sondern auch das Gesamtbild.

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Immer neue Regeln sorgen für Unsicherheit. In den vergangenen Jahren mussten sich Thailand-Reisende bereits an zahlreiche Änderungen gewöhnen: neue Einreiseformulare, E-Visa für viele Nationalitäten, ständig wechselnde Visaregeln, diskutierte Tourismusabgaben, höhere Flughafenentgelte und nun möglicherweise zusätzliche Hotelsteuern. Jede einzelne Maßnahme mag für sich nachvollziehbar sein. Zusammengenommen entsteht jedoch schnell der Eindruck, dass sich die Spielregeln ständig ändern.

Gerade Individualreisende, Langzeiturlauber und preisbewusste Besucher reagieren auf solche Unsicherheiten häufig sensibler als auf den eigentlichen Geldbetrag.

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Auf der anderen Seite lässt sich das Anliegen der Städte durchaus nachvollziehen. Millionen Touristen belasten Straßen, öffentliche Verkehrsmittel, Strände, Müllentsorgung und Abwassersysteme. Irgendjemand muss diese Infrastruktur finanzieren.

Viele internationale Reiseziele – von Amsterdam über Venedig bis Barcelona – erheben bereits Bettensteuern oder Tourismusabgaben. Thailand wäre damit keineswegs ein Sonderfall.Entscheidend wird jedoch sein, ob die zusätzlichen Einnahmen tatsächlich sichtbar in bessere Infrastruktur, mehr Sauberkeit, höhere Sicherheit und einen angenehmeren Aufenthalt investiert werden. Jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt.

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Noch handelt es sich sowohl in Bangkok als auch auf Phuket lediglich um Vorschläge.
Ob und wann sie tatsächlich umgesetzt werden, bleibt offen. Dennoch zeigt die aktuelle Diskussion ein Dilemma, vor dem Thailand steht: Das Land braucht Einnahmen für eine moderne Tourismusinfrastruktur, gleichzeitig darf es internationale Gäste nicht mit ständig neuen Regeln, Gebühren und kurzfristigen Änderungen verunsichern.

Nach der Debatte um die verkürzte Visafreiheit wäre eine weitere finanzielle Belastung zumindest kommunikativ ein schwieriges Signal. Die große Herausforderung wird darin bestehen, Investitionen in den Tourismus zu finanzieren, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, dass Urlaub in Thailand Schritt für Schritt teurer und komplizierter wird.


Gedanken der red.:

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Bei einem jährlichen Tourismusumsatz von rund 12 bis 14 Milliarden Euro alleine auf Phuket, drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob nicht längst genügend Geld vorhanden sein müsste, um Straßen, Gehwege, Kanalisation und öffentliche Infrastruktur auf Weltklasseniveau zu bringen. Theoretisch könnte man die Bordsteine schon mit Marmor verkleiden und die Kanaldeckel vergolden.

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Wenn trotzdem ständig nach neuen Einnahmequellen gesucht wird, darf man sich schon fragen, ob wirklich zu wenig Geld hereinkommt – oder ob man unterwegs einfach zu viel davon aus den Augen verliert… Und man sollte darüber nachdenken, warum die Hotels, die nach der Pandemie teilweise die Preise um 300% angehoben haben, z.B. nicht genug Müll- bzw. Abwassergebühren bezahlen, damit sich diese Infrastruktur selbst trägt.

Auch in Bangkok sollte man doch davon ausgehen, dass die Steuereinnahmen aus rund 25-28 Milliarden Euro Tourismusumsatz fürs Gröbste ausreichen und nicht ausgerechnet in den momentan schweren Zeiten, ständig tourismusschwächende Vorschläge, wie auch die Einreisesteuer, die Ausreisegebühr... in den Ring wirft.

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