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14.08.2025

Umwelt  

Thailands Klimagesetz soll Land fit für die Zukunft machen

Erster „Climate Change Act“: Jetzt wird’s ernst mit CO₂ und Anpassung

Thailands Klimagesetz soll Land fit für die Zukunft machen - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Thailand steht vor einer klimapolitischen Zäsur: Mit dem geplanten „Climate Change Act“ will das Land erstmals ein umfassendes Gesetz zur Bekämpfung des Klimawandels verabschieden. Ziel ist es, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, die Widerstandsfähigkeit gegen klimabedingte Risiken zu erhöhen und langfristig eine nachhaltige Entwicklung zu sichern.

Das Gesetz befindet sich derzeit in der Endabstimmung zwischen mehr als 30 Regierungsbehörden und wird in Kürze dem Kabinett zur Entscheidung vorgelegt. Für Thailands Klimapolitik ist dieser Schritt seit Jahren überfällig und gilt als zentrales Instrument im Kampf gegen die Erderwärmung.

Wie Dr. Phirun Saiyasitpanich, Generaldirektor der Abteilung für Klima und Umwelt, erklärt, soll das Gesetz nicht nur verbindliche Mechanismen zur Emissionsminderung schaffen, sondern auch einen nationalen „Climate Fund“ ins Leben rufen.

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Aus diesem Fonds sollen Projekte finanziert werden, die Klimaanpassung, Infrastrukturverbesserungen und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft fördern. „Der Entwurf ist fast fertig und wird bald dem Kabinett vorgelegt. Er ist ein entscheidender Baustein für unsere Klimastrategie“, so Dr. Phirun.

Steigende Schäden durch Extremwetter

Die Dringlichkeit ist unübersehbar: Weltweit nehmen Häufigkeit und Schwere von Naturkatastrophen zu. Dr. Phirun verweist auf die USA, wo die Zahl der schweren Naturereignisse innerhalb von zwei Jahrzehnten von durchschnittlich 9 pro Jahr auf 23 bis 29 gestiegen ist – mit Schäden von über 36 Milliarden US-Dollar.

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Auch Thailand spürt die Folgen: Wiederkehrende Überschwemmungen im Norden verursachen Milliardenschäden, allein im Tourismussektor werden die Verluste auf über 5 Milliarden Baht geschätzt. Neben den wirtschaftlichen Einbußen wiegt der menschliche Faktor noch schwerer: seelische Belastungen, Existenzverlust und der lange Weg zur Erholung. Die Folgen des Klimawandels seien real und nähmen bedrohlich zu, betont Dr. Phirun.

Die nationale Anpassungsstrategie konzentriert sich derzeit auf sechs Schlüsselbereiche mit hohem Risiko:


Alle diese Bereiche erfordern massive Investitionen, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen Klimafolgen zu erhöhen.

Zugang zu internationalen Klimafonds

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Das Gesetz soll Thailand auch den Zugang zu globalen Finanzierungsquellen erleichtern, darunter der Green Climate Fund, der Adaptation Fund sowie bilaterale Förderprogramme. In der ASEAN-Region wird der Finanzbedarf für Klimaziele auf rund 422 Millionen US-Dollar geschätzt, davon 290 Millionen für Emissionsminderung und über 100 Millionen für Anpassungsmaßnahmen.

Die Konkurrenz um diese Mittel ist jedoch groß: Mehr als 130 Entwicklungsländer bewerben sich um dieselben Ressourcen. Um erfolgreich zu sein, müsse Thailand wissenschaftlich fundierte, klar messbare und langfristig tragfähige Projektvorschläge erarbeiten, so Dr. Phirun.

Neben dem internationalen Wettbewerb plant Thailand den Aufbau einer nationalen Finanzierungsstruktur. Der künftige Klimafonds soll eine verlässliche, inländische Geldquelle für Anpassungsprojekte bieten und die Abhängigkeit von externen Mitteln verringern.

Dringlichkeit steigt

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Der Handlungsdruck wächst: Die Weltmeteorologische Organisation (WMO) prognostiziert einen weiteren globalen Temperaturanstieg um 1,55°C. Damit drohen Wetterextreme weiter zuzunehmen – von Dürren über Stürme bis zu Überschwemmungen.

Dr. Phirun ruft daher alle gesellschaftlichen Gruppen auf, sich aktiv einzubringen: „Wir müssen gemeinsam unsere Kapazitäten stärken, um Klimafinanzierungen zu sichern und Thailand auf einen nachhaltigen, klimafesten Kurs zu bringen.“
Mit der Verabschiedung des Gesetzes würde Thailand nicht nur ein politisches Signal setzen, sondern auch einen institutionellen Rahmen schaffen, um vom Reagieren ins Gestalten zu kommen – und das in einer Zeit, in der jede Verzögerung den Preis der Untätigkeit vervielfacht.
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