14.11.2025
Königshaus
Thailands königlicher Staatsbesuch in China
König Maha Vajiralongkorn und Königin Suthida treffen in Peking ein
Am Flughafen der chinesischen Hauptstadt wurden die Monarchen von Außenminister Wang Yi, dessen Ehefrau und dem Protokollchef Hong Lei empfangen. Ein Junge und ein Mädchen überreichten den Royals Blumen – ein klassisches, fein choreografiertes Zeichen chinesischer Gastfreundschaft. Anschließend prüften die Majestäten die Ehrenformation, bevor sie zu ihrer offiziellen Residenz, dem China World Hotel, weiterfuhren.
Der Besuch dauert vom 13. bis 17. November und wird als „historisch“ bezeichnet – nicht nur, weil es der erste Staatsbesuch des thailändischen Königs in China seit Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1975 ist, sondern auch, weil China das erste große Land ist, das Vajiralongkorn in dieser Funktion offiziell besucht. Das allein zeigt, wie eng Bangkok und Peking mittlerweile miteinander verflochten sind.
Eine lange königliche Freundschaft
Die chinesische Botschaft in Bangkok ließ es sich nicht nehmen, den Besuch mit einem hymnischen Essay zu begleiten. Botschafter Zhang Jianwei schrieb in einem Artikel mit dem Titel „Die Freundschaft zwischen China und Thailand fortführen und ein neues Kapitel der Geschichte schreiben“, dass der Besuch der thailändischen Monarchen „ein neues historisches Kapitel“ einläute.Er erinnerte daran, dass bereits König Bhumibol Adulyadej, der Vater des jetzigen Monarchen, jahrzehntelang engen Kontakt zu chinesischen Staatschefs pflegte. Der legendäre Deng Xiaoping nahm 1978 persönlich an der Tonsur-Zeremonie des damaligen Kronprinzen teil – ein symbolischer Akt, der die Nähe beider Länder schon damals unterstrich.
Auch Königin Sirikit vertrat 2000 das Königshaus bei den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen, während Prinzessin Sirindhorn, die wohl beliebteste Vertreterin des Königshauses in China, die über 50 Mal das Land besucht hat. Präsident Xi ehrte sie sogar mit dem „Friendship Medal“, der höchsten chinesischen Auszeichnung für ausländische Persönlichkeiten.
Die ebenfalls wissenschaftlich engagierte Prinzessin Chulabhorn wiederum pflegt seit Jahren den kulturellen Austausch, tritt in China regelmäßig bei Musik- und Tanzgalas auf und spielt dort sogar selbst das traditionelle chinesische Saiteninstrument Guzheng – ein Bild, das in Peking Symbolcharakter hat: königliche Harmonie im Takt der Volksrepublik.
Strategische Nähe – politisch und emotional
Dass sich die Beziehungen auf höchster Ebene in den letzten Jahrzehnten deutlich vertieft haben, ist kein Zufall. China gilt für Thailand inzwischen als wichtigster Handelspartner, als strategischer Partner in Südostasien und als politisches Gegengewicht zu westlichem Einfluss. Bereits 2012 wurde die Beziehung offiziell zur „umfassenden strategischen Partnerschaft“ aufgewertet.Präsident Xi und König Vajiralongkorn tauschten seit der Thronbesteigung 2016 regelmäßig Glückwünsche und politische Botschaften aus. Beim Besuch Xis in Bangkok im Jahr 2022 sprachen beide Seiten von einer „Gemeinschaft mit geteilter Zukunft“ – ein diplomatischer Euphemismus für enge wirtschaftliche und politische Verzahnung, garniert mit viel kulturellem Symbolismus.
Goldenes Jubiläum und neue Zukunftspläne
Das Jahr 2025 steht ganz im Zeichen des „Goldenen Jubiläums“ der chinesisch-thailändischen Freundschaft. Bereits seit 2024 nahmen König und Königin an mehreren feierlichen Veranstaltungen teil, darunter ein China-Thailand-Eishockey-Freundschaftsspiel (ja, auch das gibt’s) und die feierliche Überführung einer Buddha-Reliquie aus dem Pekinger Lingguang-Tempel nach Bangkok – spirituelle Diplomatie im besten Sinne.Im Oktober gratulierte der König Präsident Xi zum 76. Jahrestag der Volksrepublik und betonte den Wunsch, die Zusammenarbeit in allen Bereichen „zu vertiefen und zu substanziieren“. Xi wiederum schwärmte vom Verhältnis beider Länder als von einer „Familie“, deren Mitglieder „gute Nachbarn, gute Freunde und gute Verwandte“ seien.
Ob man den Satz „China und Thailand sind wie eine Familie“ nun als diplomatische Floskel oder als geopolitische Liebeserklärung versteht, ist Geschmackssache. Fakt ist: Beide Länder profitieren. China gewinnt in Südostasien einen stabilen Partner, Thailand sichert sich wirtschaftliche Chancen, Investitionen und – nicht zu unterschätzen – politischen Rückhalt in einer zunehmend blockorientierten Welt.
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