13.07.2026
Wirtschaft
Thailands Milliarden-Netzwerke mit Strohmännern im Visier
Luxusvillen, Hotels und Scheinfirmen - Mega-Razzia auf Samui und Phangan
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen gleich fünf große Netzwerke, die über Jahre hinweg ein Geflecht aus Scheinfirmen aufgebaut haben sollen. Nach Angaben der Behörden geht es dabei um Investitionen in Milliardenhöhe. Betroffen sind unter anderem luxuriöse Villenanlagen, Hotels, Resorts und weitere hochwertige Immobilien auf den beiden Inseln.
Besonders im Fokus steht eine Anwaltskanzlei, die nach Erkenntnissen der Ermittler eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Sie soll für ausländische Kunden mehr als 100 Unternehmen gegründet haben. Dabei sollen Mitarbeiter der Kanzlei als thailändische Anteilseigner eingetragen worden sein, obwohl sie lediglich als Strohmänner fungierten. Auf diese Weise konnten ausländische Investoren offenbar die strengen thailändischen Vorschriften umgehen, die den Besitz von Land und die Kontrolle über bestimmte Unternehmen einschränken.
Die Ermittlungen richten sich unter anderem gegen Netzwerke mit Verbindungen zu chinesischen und israelischen Investoren. Den Behörden zufolge wurden die Konstruktionen genutzt, um Grundstücke und Immobilien zu erwerben, die Ausländern nach thailändischem Recht eigentlich nicht oder nur eingeschränkt gehören dürfen.
Thailand geht bereits seit einiger Zeit verstärkt gegen sogenannte Nominee-Strukturen vor. Zwar dürfen Ausländer in vielen Bereichen Unternehmen gründen oder investieren, doch in zahlreichen Branchen und insbesondere beim direkten Landbesitz gelten klare gesetzliche Beschränkungen. Werden thailändische Staatsbürger lediglich auf dem Papier als Anteilseigner eingesetzt, um diese Regeln zu umgehen, verstößt dies gegen den Foreign Business Act und kann strafrechtliche Konsequenzen haben.
Mit der aktuellen Razzia senden die Behörden ein deutliches Signal: Illegale Konstruktionen beim Erwerb von Grundstücken und Immobilien sollen konsequenter verfolgt werden als bisher. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen den Verantwortlichen neben hohen Geldstrafen auch die Auflösung der betroffenen Unternehmen sowie weitere strafrechtliche Maßnahmen.
Für ehrliche Investoren und Immobilienkäufer ändert sich dadurch zunächst nichts. Wer sich an die geltenden Gesetze hält und legale Eigentums- oder Pachtmodelle nutzt, ist von den Ermittlungen nicht betroffen. Die Behörden wollen vielmehr gezielt gegen diejenigen vorgehen, die mit Strohmann-Konstruktionen die thailändischen Gesetze umgehen.
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