25.09.2025
Verkehr
Thailands neue Regeln für Mitfahrdienste - Mehr Sicherheit & Bürokratie
Lizenzpflicht & Identitäts-Check für BOLT, GRAB und Co.
Thailand führt ab Oktober 2025 verschärfte Vorschriften für Ride-Hailing-Plattformen ein, um Sicherheit, Transparenz und Vertrauen im Sektor zu erhöhen. Diese Änderungen betreffen Anbieter wie Grab, Bolt & Co. und setzen sie fortan stärker in die Verantwortung – kein bloßes Vermitteln mehr, sondern aktive Regulierung.
Was ist neu?
1. Plattform statt nur Vermittler
Ride-Hailing-Apps werden nicht länger nur als Mittler gesehen, sondern als Dienstleister, die regulierend eingreifen müssen. Sie haben die Pflicht, die Identitäten von Fahrern und Fahrgästen zu überprüfen und sicherzustellen, dass alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.2. Fahrlizenz & Fahrzeuganforderungen
- Fahrer müssen künftig eine öffentliche Fahrerlizenz ("wie ein Taxischein)" besitzen.
- Die Fahrzeuge selbst müssen als öffentliche Verkehrsmittel registriert sein (z. B. durch spezielle Zulassungsklassen wie "Ror Yor 18").
- Account-Sharing oder das Fahren unter fremdem Namen wird streng verboten.
3. Identitätsprüfung & Transparenz
- Fahrer und Fahrgäste müssen sich bei jeder Nutzung mit digitalen Identitätsmethoden verifizieren (z. B. ThaID).
- Vor Fahrtbeginn müssen Details wie Name des Fahrers, Fahrzeugdaten, Route, GPS-Position, Preis angezeigt werden.
- Plattformen müssen Notruffunktionen, Beschwerdewege und Protokollierung von Fahrten einrichten.
4. Berichtspflichten & Aufsicht
Ride-Hailing-Anbieter sind verpflichtet, regelmäßig Berichte an staatliche Stellen (z. B. Department of Land Transport, ETDA) einzureichen und mit amtlichen Kontrollen zu kooperieren.Diese Regeln sollen das Vertrauen der Fahrgäste stärken: Wer fährt, womit fährt, wieviel kostet es – all das soll offengelegt und überprüfbar sein. Thailand reagiert damit auf Probleme mit Sicherheit, unklaren Preisen oder Fahreridentitäten.
Gleichzeitig möchte die Regierung sicherstellen, dass Ride-Hailing legal auf der gleichen Basis wie traditionelle Verkehrsmittel operiert, und Schwarzfahrten oder Schattenangebote eindämmen.
Herausforderungen & Kritik
Die neuen Regeln stoßen nicht überall auf Zustimmung. Zahlreiche Fahrer befürchten, dass sie durch die Pflicht zur speziellen Fahrzeugregistrierung oder durch die Kosten einer öffentlichen Fahrerlizenz vom Markt verdrängt werden könnten – besonders diejenigen, die mit Leasing- oder Mietfahrzeugen unterwegs sind.Auch Plattformbetreiber äußern Bedenken: Ohne eine konsequente Digitalisierung könnten die Vorgaben zu unnötiger Bürokratie führen und den Betrieb erschwere. Zudem bleibt fraglich, ob die neuen Vorschriften überhaupt flächendeckend durchgesetzt werden können. Gerade in ländlichen Regionen, wo Kontrollen traditionell schwächer sind, besteht die Gefahr, dass die Regeln zwar auf dem Papier streng wirken, in der Praxis aber weitgehend verpuffen.
Die neuen Regeln treten am 2. Oktober 2025 in Kraft, also 90 Tage nach Veröffentlichung der Verordnung. Unternehmen wie Grab kündigen bereits Unterstützungsprogramme an, um ihre Fahrer bei der Umstellung zu begleiten und Fahrzeugregistrierungen umzusetzen.
Mit den neuen Regeln setzt Thailand einen klaren Kurs in Richtung mehr Regulierung, Sicherheit und Transparenz im Ride-Hailing-Sektor. Für Fahrer und Plattformen bedeutet das Anpassung, Kosten und Kontrolle – aber eben auch mehr Vertrauen von Seiten der Fahrgäste. Ob das stricte Regelwerk Wirkung zeigt, hängt stark davon ab, wie konsequent die Behörden durchgreifen und inwiefern die beteiligten Akteure mitziehen.
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