Thailands Parks sagen dem Steine-Stapeln den Kampf an - Reisenews Thailand
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26.11.2025

Umwelt  

Thailands Parks sagen dem Steine-Stapeln den Kampf an

Kleine Pyramiden, großer Schaden: Thailand stoppt das Rock-Stacking

Thailands Parks sagen dem Steine-Stapeln den Kampf an - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Was für viele Tourist*innen nach einer harmlosen Spielerei aussieht, ist in Wahrheit ein stiller, stetiger Eingriff in ein empfindliches Ökosystem: das Aufeinanderstapeln von Steinen in Nationalparks. Besonders im Khao Laem Ya–Mu Ko Samet Nationalpark in der Provinz Rayong haben Ranger nun deutlich gemacht, dass Schluss sein muss mit dem vermeintlich „kreativen“ Trend.

Der Aussichtspunkt von Khao Laem Ya ist für seine küstennahen Ausblicke und für zahllose kleine Steinpyramiden bekannt, die Tourist*innen dort übereinanderbauen. Für Instagram ist das nett – für die Natur nicht. Die Nationalparkbehörde veröffentlichte deshalb eine ausführliche Warnung auf ihrer Facebook-Seite, die sich schnell verbreitete und viele positive Reaktionen auslöste.

Die Botschaft:
Steine gehören dahin, wo sie sind – nicht in Instagram-Kunstwerke.

Thailands Parks sagen dem Steine-Stapeln den Kampf an - Kleine Pyramiden, großer Schaden: Thailand stoppt das Rock-Stacking Symbolfoto 1
Denn jeder Stein, der bewegt wird, ist Lebensraum. Und zwar nicht für irgendein Tier, sondern für genau die kleinen, unscheinbaren Arten, die das Ökosystem zusammenhalten: Insekten, Kleinkrebse, winzige Garnelenarten, Krabben, Reptilien. Unter diesen Steinen schützen sie sich vor Hitze, Fressfeinden und Strömung. Ranger berichten immer wieder davon, dass selbst das Anheben eines einzigen Steins reicht, um Tiere zu verletzen oder zu töten – oder gleich ganze Mikrohabitate zu zerstören.

Eingriff ins gesamte Ökosystem

Was vielen Besucher*innen nicht bewusst ist: Schon das Wiederholt-Verschieben von Steinen verändert die Landschaft. Abläufe von Regenwasser und Meeresströmungen geraten durcheinander, Boden wird schneller abgetragen – und damit verschwinden auch Moose, Flechten und Algen, die extrem langsam wachsen und wichtig für die Stabilität des Bodens sind.

Thailands Parks sagen dem Steine-Stapeln den Kampf an - Kleine Pyramiden, großer Schaden: Thailand stoppt das Rock-Stacking Symbolfoto 3
Sogar Wanderwege können dadurch gefährlich werden. In manchen Regionen dienen aufgeschichtete Steine als natürliche Wegmarkierungen. Wenn Touristen wahllos neue Steinpyramiden bauen, können sie echte Orientierungshilfen verdecken oder verfälschen – ein ernstes Risiko für Wandernde.
Zu große Steinhaufen wiederum wirken wie Fremdkörper in der Landschaft. Aus einer natürlichen Umgebung wird auf einmal ein chaotisches Geröllfeld menschlicher Selbstdarstellung. Die Parkbehörde formuliert eine einfache Regel, die jeder Mensch beherzigen kann:
„Leave nothing but footprints“ – die Ranger mahnen zur Vernunft
Es ist einer der ältesten Grundsätze nachhaltigen Naturtourismus, und hier zeigt sich erneut, warum er so wichtig ist. Wenn jeder Besucher nur ein paar Steine bewegt, kippt das Ökosystem über die Jahre – leise, schleichend, aber unumkehrbar.

Die Resonanz auf Facebook war überraschend positiv. Viele Thai-Nutzer*innen lobten die Erklärung der Ranger, einige forderten sogar klare gesetzliche Regelungen mit Bußgeldern für Touristen, die sich nicht an die Vorgaben halten. Andere plädierten für gut sichtbare Hinweisschilder in Thai, Englisch und Chinesisch, um auch internationale Besucher zu erreichen. Einige berichteten sogar von eigenen Stürzen oder Umknicken, verursacht durch unnatürlich gestapelte Steinpyramiden auf Wegen und Küstenfelsen.

Steine sind keine Souvenirs – sie sind Zuhause

Koh Samet Hoteltipps und Empfehlungen - die ganz besonderen Hotels und Resorts
Die Nationalparkbehörde hat recht: Naturschutz beginnt nicht erst beim Abholzen von Wäldern oder Jagen seltener Tiere. Er beginnt bei den vermeintlichen Kleinigkeiten, die Millionen Besucher jedes Jahr tun – weil jeder „nur einen Stein“ bewegt. Genau dort entscheidet sich, ob ein Ökosystem intakt bleibt oder langsam zerbröselt.

Und gerade in Thailand, wo die Natur in vielen Regionen bereits durch Massentourismus und Environmental Stress belastet ist, sind solche Maßnahmen wichtiger als je zuvor. Wer also das nächste Mal an einem thailändischen Strand, in einer Bucht oder auf einem Küstenfelsen steht: Hände weg vom Steine-Stapeln. Ein Foto braucht keine Opfer. Nature auch nicht.
Diese Seite verwendet
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