05.06.2025
Verkehr
Thailands Premierministerin verordnet Rauchzonen in Flughäfen
Regierungschefin zeigt Herz für rauchende Touristen
Derzeit gilt in Flughäfen Thailands ein striktes Rauchverbot. Reisende, die rauchen möchten, müssen die Gebäude vollständig verlassen – ein Umstand, der gerade bei Transitpassagieren und Langstreckenfliegern auf Unverständnis stößt. Laut Paetongtarn hätten sich zahlreiche ausländische Touristen gegenüber der Regierung über das vollständige Verbot beklagt. In vielen internationalen Drehkreuzen – etwa in Dubai, Doha oder Frankfurt – seien gut belüftete Raucherkabinen bereits Standard. Thailand solle hier nicht zurückbleiben, so die Premierministerin.
Die Regierungschefin betonte, dass Thailand als wichtiger Knotenpunkt im asiatischen Luftverkehr eine große Verantwortung gegenüber internationalen Passagieren habe. Tagtäglich passieren Zehntausende Reisende die Flughäfen in Bangkok, Phuket, Chiang Mai oder Krabi. Für viele ist Thailand Transitland – was die Forderung nach praktikablen Raucherlösungen verständlich mache.
Allerdings machte Paetongtarn auch deutlich: Der Schutz nichtrauchender Passagiere habe oberste Priorität. Es dürfe keine Beeinträchtigung durch Passivrauchen geben – auch nicht in der Nähe geplanter Raucherbereiche.
In ihrem offiziellen Erlass wies Premierministerin Paetongtarn mehrere Ministerien und Behörden an, die Umsetzung der neuen Raucherregelung zu koordinieren. Das Gesundheitsministerium, das Verkehrsministerium, die Airports of Thailand (AoT) sowie das Department of Airports sollen gemeinsam dafür sorgen, dass künftig klar abgegrenzte und technisch gut belüftete Raucherzonen in Flughäfen eingerichtet werden. Diese Bereiche dürfen weder bestehende Gesetze verletzen noch die Gesundheit anderer Reisender beeinträchtigen.
Parallel dazu wurde das Gesundheitsministerium damit beauftragt, die geltenden Gesetze und Verordnungen zu überprüfen. Falls nötig, sollen diese angepasst oder ergänzt werden, um die Einrichtung solcher Raucherbereiche rechtlich eindeutig abzusichern. Ziel ist es, eine Lösung zu schaffen, die sowohl den internationalen Standards entspricht als auch dem nationalen Gesundheitsinteresse gerecht wird.
Die Maßnahme versucht zwischen zwei Polen zu vermitteln: Einerseits gilt Thailand als Vorreiter beim Nichtraucherschutz in Südostasien – mit strengen Regelungen in Restaurants, öffentlichen Parks und Gebäuden. Andererseits will die Regierung ihren Anspruch als globaler Tourismusstandort nicht durch zu rigide Vorschriften gefährden.
Mit dem Schritt folgt Thailand einem Trend, der in vielen internationalen Flughäfen längst üblich ist: kontrolliertes, räumlich getrenntes Rauchen, statt heimlicher Zigaretten in Toiletten oder vor dem Ausgang. Gleichzeitig lässt sich damit der Konflikt zwischen Servicegedanke und Gesundheitsvorsorge deutlich besser regeln.
Die Initiative der Premierministerin ist ein pragmatischer Schritt in einer politisch sensiblen Frage. Sie berücksichtigt sowohl die Bedürfnisse internationaler Gäste als auch den Gesundheitsschutz der Allgemeinheit – und bringt Thailand einen Schritt näher an den internationalen Flughafenstandard, ohne bewährte Nichtraucherschutzprinzipien zu opfern. Ob und wann die gesetzlichen Änderungen umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Diskussion um das Rauchen in öffentlichen Räumen ist zurück – diesmal mit internationalem Akzent und einem diplomatischen Ziel.
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