Thailands Regierung startet Mega-Reiseprogramm - Reisenews Thailand
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14.10.2025

Wirtschaft  

Thailands Regierung startet Mega-Reiseprogramm

Bangkok setzt auf Inlandsreisen als Konjunkturspritze

Thailands Regierung startet Mega-Reiseprogramm - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Ab dem 29. Oktober 2025 wird Thailand buchstäblich auf Urlaub geschickt – zumindest, wenn es nach dem neuen Wirtschaftsplan des Finanzministers Ekniti Nitithanprapas geht. Mit einem umfassenden Tourismus-Stimulus-Programm will die Regierung den heimischen Reiseverkehr ankurbeln und gleichzeitig die Wirtschaft wieder auf Kurs bringen. Das Ziel ist ehrgeizig: 1,15 Billionen Baht (rund 29 Milliarden Euro) sollen durch Inlandsreisen in die Wirtschaft fließen.

Das Paket wird gemeinsam mit dem neuen „Khon La Khrueng Plus“-Zahlungszuschussprogramm umgesetzt, das ebenfalls am 29. Oktober startet und bis Jahresende läuft. Die Regierung erhofft sich daraus eine Belebung des Bruttoinlandsprodukts um mindestens einen Prozentpunkt im vierten Quartal.

Das Programm ist Teil der sogenannten „Quick Big Win“-Strategie – kurzfristige Maßnahmen, die langfristige Wirkung entfalten sollen. Ekniti, der auch stellvertretender Premierminister ist, will die wirtschaftliche Dynamik des Landes mit drei gezielten Maßnahmen ankurbeln:

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  1. Erstens gibt es eine Steuerbefreiung für Seminarreisen in Nebenregionen. Staatliche Betriebe und Regierungsorganisationen können künftig ihre Seminarkosten in kleineren Provinzen vollständig steuerlich absetzen. Damit sollen auch weniger bekannte Reiseziele gefördert werden. Finanziert wird die Maßnahme durch eine Umschichtung von sieben Milliarden Baht aus dem Haushaltsbudget des dritten Quartals 2025.

  2. Zweitens folgt das Programm „Thai Travel Thai“, das inländisches Reisen steuerlich attraktiv macht. Wer bis zum 31. Dezember Reisen oder Hotelübernachtungen in kleineren Städten bucht, darf die Ausgaben von der Einkommensteuer absetzen – ein starker Anreiz für Wochenendtrips und Kurzurlaube.

  3. Drittens sollen Investitionen in Hotelrenovierungen steuerlich gefördert werden. Besonders Modernisierungen im Bereich Energieeffizienz oder nachhaltiges Bauen** werden unterstützt. Damit will die Regierung die Hotelbranche gleichzeitig modernisieren und umweltfreundlicher gestalten.

Parallel dazu läuft das „Khon La Khrueng Plus“-Programm, das mit einem Budget von 44 Milliarden Baht ausgestattet ist. Es funktioniert nach dem Prinzip der 50:50-Kostenbeteiligung: Der Staat übernimmt die Hälfte der Ausgaben, die Bürger die andere. Insgesamt sollen so 88 Milliarden Baht in den Konsum gepumpt werden.

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Die Subvention pro Teilnehmer steigt auf 2.400 Baht, und rund 20 Millionen Bürger sollen davon profitieren. Wer sich registriert, muss allerdings bis spätestens 11. November seine erste Zahlung tätigen – sonst verfällt die Berechtigung. Zusätzlich erhalten 13,4 Millionen Inhaber von Sozialkarten einen Bonus von 1.700 Baht, finanziert durch ein weiteres Budget von 23 Milliarden Baht. Insgesamt fließen damit über 111 Milliarden Baht (rund 2,8 Milliarden Euro) direkt in die Wirtschaft, was den nationalen BIP-Zuwachs um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte steigern soll.

Der Finanzminister zwischen Verantwortung und Risiko

Ekniti Nitithanprapas, erst seit kurzem Finanzminister, gab offen zu, dass er das Amt nicht leichtfertig annahm. „Ich habe tagelang mit meiner Frau darüber gesprochen. Ich wusste, dass sich mein Leben komplett ändern würde“, sagte er. Dennoch habe er sich entschieden, die Herausforderung anzunehmen – „weil Thailand dringend eine wirtschaftliche Neuausrichtung braucht.“

Er will die strukturellen Schwächen des Landes angehen: das „Middle-Income-Trap“-Problem, die hohe Verschuldung und die digitale Rückständigkeit.

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Ekniti sprach offen von einer „prekären Situation“: Hohe Staats- und Haushaltsverschuldung bremsen das Wachstum, während das Vertrauen der Investoren schwankt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnt zu umsichtiger Haushaltspolitik, und die Ratingagentur Fitch stufte Thailands Kreditausblick im September 2025 von „stabil“ auf „negativ“ herab – mit Hinweis auf externe Risiken und politische Unsicherheit.

Die Regierung will nun gegensteuern, indem sie auf zukunftsorientierte Industrien wie Elektromobilität und High-Tech-Produktion setzt. Doch Ekniti warnt: Wenn in den nächsten fünf Jahren keine signifikanten Fortschritte erzielt werden, drohe Thailand in einer Phase wirtschaftlicher Stagnation zu verharren – mit möglichen sozialen Spannungen als Folge.

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Mit dem Start der Tourismusinitiative am 29. Oktober soll das Land buchstäblich durchatmen – im Idealfall mit einem Hotelgutschein in der Hand. Steueranreize, Subventionen und frisches Vertrauen sollen nicht nur den Inlandstourismus, sondern das gesamte Wirtschaftssystem wieder in Schwung bringen.
Ob das gelingt, hängt von der Umsetzung ab – und davon, ob die Thais tatsächlich ihre Koffer packen. Doch wenn ein Land seine Konjunktur mit einem Kurztrip in die eigene Schönheit retten kann, dann ist es wohl Thailand. 🇹🇭✈️🌴

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