22.10.2025
Umwelt
Thailands Regierung zahlt Milliardenhilfen an Flutopfer
Neue Flut, alte Probleme und ein Premier, der alles besser machen will
Während sich die Wassermassen an manchen Orten langsam zurückziehen, bleiben die wirtschaftlichen Folgen spürbar. Zehntausende Reisbauern melden Ernteverluste, Viehbetriebe stehen vor finanziellen Engpässen, und viele kleine Unternehmen – insbesondere im Tourismus – leiden unter beschädigter Infrastruktur. In Ayutthaya, einer der am schwersten getroffenen Provinzen, mussten historische Stätten vorübergehend geschlossen werden, während Hotels und Restaurants unter Wasserschäden und ausbleibenden Gästen leiden. Auch in Chiang Mai steht die beliebte Altstadt in einigen Bereichen noch immer unter Wasser.
Der Beschluss folgt einer Initiative von Premierminister Anutin Charnvirakul, der nach mehreren Besuchen in den Überschwemmungsgebieten – insbesondere in Ayutthaya Ende September – versprochen hatte, diesmal „zielgerichteter, schneller und gerechter“ zu helfen. Viele Anwohner hatten sich beschwert, dass frühere Hilfsprogramme zu bürokratisch waren und viele Familien trotz massiver Schäden leer ausgingen. Er versprach weiterhin, dass die Regierung „nicht nur Geld verteilen, sondern nachhaltige Lösungen“ umsetzen wolle – darunter neue Dämme, verbesserte Entwässerungssysteme und Frühwarnnetze.
🌊 Aktuelle Lage: Wasser wohin man schaut
Seit Mitte Mai haben anhaltende Monsunregen große Teile des Landes unter Wasser gesetzt. Besonders betroffen sind die nördlichen und zentralen Provinzen, darunter Chiang Mai, Phitsanulok, Nakhon Sawan, Lopburi, Ang Thong und Ayutthaya, wo Felder, Dörfer und ganze Straßennetze überflutet sind.Im Süden meldeten zuletzt auch die Provinzen Nakhon Si Thammarat, Surat Thani und Phatthalung schwere Überflutungen durch Sturzregen und überlaufende Kanäle. In vielen Regionen steht das Wasser seit Wochen, was nicht nur Häuser, sondern auch Reisfelder, Viehzucht und kleine Betriebe massiv getroffen hat. Besonders dramatisch ist die Situation in den Tieflandgebieten entlang des Chao Phraya-Flusses. Dort mussten zahlreiche Familien evakuiert werden, nachdem Staudämme im Norden große Wassermengen ablassen mussten. Viele Anwohner leben derzeit auf improvisierten Holzplattformen oder in Notunterkünften, während Hilfsorganisationen Boote einsetzen, um Lebensmittel und Trinkwasser zu verteilen.
💰 Auszahlung der Hilfen
Am 21. Oktober stimmte das Kabinett schließlich den Auszahlungskriterien zu. Jede betroffene Familie, deren Schaden durch Bezirks- und Provinzkomitees bestätigt wurde, erhält eine einmalige Zahlung von 9.000 Baht. Das Geld wird per PromptPay-Überweisung direkt an die Haushalte ausgezahlt – spätestens innerhalb von 90 Tagen nach Bereitstellung des Budgets.Die Provinzen dürfen ihre Mittel flexibel anpassen, falls bestimmte Regionen stärker betroffen sind. Anspruchsberechtigt sind Familien, die zwischen 15. Mai und Ende der Regenzeit nachweislich von Überflutungen, Erdrutschen oder Sturzfluten betroffen waren.Premier Anutin betonte, dass die Hilfen schnell, transparent und unbürokratisch erfolgen müssen. Er habe Innenministerium und DDPM angewiesen, die Auszahlungen zu beschleunigen und sämtliche Transaktionen öffentlich nachvollziehbar zu machen. Bleibt zu hoffen, dass die 9.000 Baht für viele Familien nicht nur Tropfen auf den heißen Stein sind, sondern ein erster Schritt, um nach Wochen im Wasser endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen.
Quellen: Thai PRD, NBT, Thai CH5
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