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08.10.2026

Wetter  

Thailands Überschwemmungen - Zahl der Todesopfer steigt auf 60

Klimastress - Hitze, Starkregen und immer neue Überschwemmungen

Thailands Überschwemmungen - Zahl der Todesopfer steigt auf 60 - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Hochwasser seit Mitte September fordert immer mehr Opfer – und die nächste Unwetterlage steht bereits bevor
Die Hochwasserlage in Thailand hat eine zunehmend tragische Bilanz: Mindestens 60 Menschen sind seit dem 16. September infolge der Überschwemmungen ums Leben gekommen. Noch Anfang Oktober lag die offiziell gemeldete Zahl deutlich niedriger. Während sich die Situation in Bangkok inzwischen vielerorts entspannt hat, stehen andere Regionen weiterhin unter Wasser – und für die kommenden Tage drohen bereits die nächsten heftigen Regenfälle.

Besonders schwer getroffen wurde die zentral gelegene Provinz Prachin Buri. Dort starben nach Angaben des Department of Disaster Prevention and Mitigation (DDPM) bislang 19 Menschen. Über die Ufer getretene Flüsse überschwemmten Häuser in sieben Distrikten, mehr als 188.000 Menschen waren betroffen.

Landesweit dauern die Überschwemmungen aktuell noch in 27 der 77 Provinzen an. Todesopfer wurden aus rund einem Dutzend Provinzen sowie aus Bangkok gemeldet.

Bangkok bekam einen Monatsregen im Schnelldurchlauf

Auch die Hauptstadt wurde Ende September außergewöhnlich hart erwischt. Innerhalb von nur etwa 48 Stunden fielen rund 300 Millimeter Regen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Niederschlag für den gesamten September liegt in Bangkok bei etwa 344 Millimetern.

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Mit anderen Worten: Was normalerweise über viele Regentage verteilt vom Himmel kommt, rauschte diesmal nahezu am Stück herunter.

Straßen standen teilweise tagelang unter Wasser, Fahrzeuge blieben in den Fluten liegen, Schulen wurden geschlossen und schließlich wurde für Bangkok der Katastrophenfall ausgerufen. Seit dem 16. September kamen allein in der Hauptstadt vier Menschen ums Leben. Inzwischen ist das Wasser in großen Teilen Bangkoks wieder zurückgegangen und die Aufräumarbeiten laufen.

Und schon kommt der nächste Regen

Entwarnung sieht anders aus. Das Thai Meteorological Department warnt bereits vor einer neuen Unwetterphase vom 9. bis 13. Oktober.

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Erwartet werden erneut teils schwere bis sehr schwere Regenfälle, Gewitter und kräftiger Wind. Besonders betroffen sein könnten zunächst der untere Nordosten, Zentralthailand und der Süden. Anschließend soll sich das Gebiet auch auf Bangkok und die umliegenden Provinzen ausweiten.

Für Rayong, Chanthaburi und Trat werden am 10. Oktober besonders heftige Niederschläge erwartet, einen Tag später könnten Phetchaburi und Prachuap Khiri Khan betroffen sein. Gewarnt wird ausdrücklich vor Sturzfluten und plötzlich abfließenden Wassermassen aus den Bergen.

Ist das noch normales Monsunwetter?

Starkregen, Überschwemmungen und tropische Stürme gehören zu Thailand und insbesondere zur Regenzeit. Ein einzelnes Hochwasser lässt sich deshalb nicht einfach mit dem Etikett „Klimawandel“ versehen. Aber die Rahmenbedingungen verändern sich.

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Mit steigenden Temperaturen kann die Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen. Steht dieser zusätzliche Wasserdampf für Niederschläge zur Verfügung, können Starkregenereignisse intensiver ausfallen. Der Weltklimarat IPCC erwartet für Südost- und Ostasien mit hoher Sicherheit eine Zunahme der Intensität und Häufigkeit heftiger Niederschläge. Gleichzeitig steigt in den asiatischen Monsunregionen das Hochwasserrisiko.

Für Bangkok gibt es bereits Hinweise auf diese Entwicklung. Untersuchungen zeigen, dass die nassesten Tage noch nasser werden: Der Niederschlag am regenreichsten Tag eines Jahres hat demnach um etwa 6 bis 12 Millimeter pro Jahrzehnt zugenommen.

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Hinzu kommt ein Problem, das mit dem Klima zunächst wenig zu tun hat: die Stadt selbst. Durch die massive Urbanisierung der vergangenen Jahrzehnte sind immer mehr Flächen versiegelt. Nach einer aktuellen Analyse hat sich dadurch der Oberflächenabfluss bei extremem Regen in Bangkok innerhalb von etwa 30 Jahren um rund 25 Prozent erhöht. Mehr Wasser fällt in kürzerer Zeit – und gleichzeitig kann weniger davon im Boden versickern.

Mal zu heiß, mal zu nass – die Extreme nehmen zu

Thailand kämpft dabei nicht nur mit Wasser. Extreme Hitze und Hitzestress werden ebenfalls zu einem immer größeren Problem. Die Asian Development Bank widmete Thailand im Juni 2026 einen eigenen Bericht über die zunehmenden Folgen extremer Hitze und schlägt unter anderem einen nationalen Heat Action Plan vor.

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Genau darin liegt eine der unangenehmen Seiten des Klimawandels: Er bedeutet nicht einfach nur, dass es überall ein bisschen wärmer wird. Eine wärmere Atmosphäre verändert den gesamten Wasserkreislauf und erhöht das Potenzial für Extreme. Thailand kann deshalb sowohl mit extremer Hitze und Trockenperioden als auch mit heftigeren Niederschlägen und Überschwemmungen konfrontiert werden.

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Die Weltbank zählt Thailand bereits zu den zehn am stärksten hochwassergefährdeten Ländern der Welt. Besonders verwundbar ist das Chao-Phraya-Becken, in dem rund 40 Prozent der Bevölkerung leben und etwa zwei Drittel der thailändischen Wirtschaftsleistung entstehen. Ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen könnten Überschwemmungen, Hitzestress, Wassermangel und Küstenerosion laut Weltbank bis 2050 erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen.

60 Tote sind keine Wetterstatistik

Bei allen Diskussionen über Klimamodelle, Niederschlagsmengen und Hochwasserschutz darf eines nicht untergehen: Hinter der inzwischen auf 60 gestiegenen Zahl der Todesopfer stehen Familien, die Angehörige verloren haben, und Hunderttausende Menschen, deren Häuser, Geschäfte oder Felder vom Wasser getroffen wurden.

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Und während in Bangkok bereits aufgeräumt wird, kämpfen andere Provinzen noch immer gegen die Fluten.Thailand ist an heftigen Monsunregen gewöhnt. Doch wenn innerhalb von zwei Tagen beinahe ein ganzer Monatsniederschlag fällt, gleichzeitig Hitzerekorde und Hitzestress zunehmen und Wissenschaftler vor intensiveren Starkregenereignissen warnen, wird eine Frage immer drängender:

Wie gut ist Thailand auf ein Klima vorbereitet, in dem das Extreme immer weniger außergewöhnlich wird?


Mit Bildern von Gerhard Veer

Quellen: CNA/AFP, TMD/Thailand.go.th, IPCC, Weltbank, ADB
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