03.09.2026
ThailandSun: Wir machen alles kaputt! Wirklich?
Wie ein kleiner deutscher Reiseführer Thailands letzte Paradiese zerstört 😎
Manchmal folgt noch ein „Geheimtipp bleibt nur geheim, wenn niemand darüber schreibt!“ oder die freundliche Aufforderung, bestimmte Orte doch bitte aus dem Internet zu löschen. Und jedes Mal fragen wir uns ein bisschen verwundert: Was genau erwartet man eigentlich von einem Reiseführer?
Ein Reiseführer hat eine ziemlich überschaubare Aufgabe: Er führt Reisende. Er informiert über Reiseziele, Strände, Inseln, Hotels, Sehenswürdigkeiten, Verkehrsmittel, Restaurants und all die Dinge, die einen Urlaub schöner, einfacher oder interessanter machen können.
Ein Reiseführer, der möglichst keine Reiseziele verrät, wäre ein interessantes Konzept.
„Thailand ist wunderschön. Wo genau, sagen wir euch aber nicht. Findet es gefälligst selbst heraus.“
Artikel beendet. 😂
Die erstaunliche Macht von ThailandSun
Manchmal bekommen wir beim Lesen der Kommentare fast ein schlechtes Gewissen. Offenbar besitzen wir eine Macht, von der wir selbst bislang überhaupt nichts wussten.Ein ThailandSun-Beitrag erscheint am Dienstagmorgen – und spätestens Mittwochmittag müssten demnach vermutlich Reisebusse anrollen, Investoren Betonmischer bestellen und am Donnerstag die erste Filiale von McDonald’s eröffnen.
Nur sprechen die Zahlen eine etwas weniger dramatische Sprache
Von den Millionen internationalen Gästen Thailands kommt nur ein kleiner Anteil aus Deutschland. Selbst von diesen deutschsprachigen Thailand-Reisenden erreichen wir wiederum nur einen Bruchteil. Und von diesem Bruchteil sieht natürlich längst nicht jeder jeden einzelnen unserer Beiträge.Nehmen wir großzügig an, wir erreichen insgesamt vielleicht fünf Prozent der deutschen Thailand-Reisenden und ein bestimmter Beitrag wiederum zehn Prozent davon. Dann reden wir über zehn Prozent von fünf Prozent eines ohnehin sehr kleinen Anteils der gesamten internationalen Besucher Thailands.
Mit anderen Worten: Sollte wegen eines unserer Artikel plötzlich eine einsame Insel im Massentourismus versinken, sollten wir dringend unsere berufliche Tätigkeit ändern. Dann wären unsere Marketingfähigkeiten offenbar mehrere Millionen Euro wert. 😎
Ein kleines Problem gibt es nämlich für 98% aller Thailandurlauber: Die meisten Thailand-Touristen können uns gar nicht lesen, denn:
ThailandSun gibt es auf Deutsch - ausschliesslich
Nicht auf Chinesisch. Nicht auf Russisch. Nicht auf Malaiisch. Nicht auf Arabisch. Nicht auf Hindi und auch nicht auf irgendeiner anderen Sprache, mit der wir einen erheblichen Teil der internationalen Thailand-Besucher erreichen könnten.Millionen chinesische, indische, malaysische, russische und andere Urlauber haben also ein gewaltiges Problem: Sie wissen gar nicht, was wir ihnen angeblich gerade kaputtmachen.
Und trotzdem finden erstaunlicherweise auch sie Koh Kood, Koh Mak, Koh Yao, Koh Lipe, Koh Bulon, Koh Jum und all die anderen Inseln. Ganz ohne unsere Hilfe.
Mysteriös. 😂
Wir sind keine Influencer – und wollen auch keine sein
Vielleicht liegt das Missverständnis darin, dass heute jeder, der etwas im Internet veröffentlicht, automatisch für einen Influencer gehalten wird.Nur passen wir überhaupt nicht in diese Schublade.
Unser Publikum besteht zu 78 Prozent aus Menschen über 50 Jahren, mehr als 58 Prozent sind sogar über 60. Die Altersgruppe bis 24 Jahre, die besonders intensiv über TikTok, Instagram & Co. erreicht wird, macht bei uns gerade einmal 0,4 Prozent aus. Selbst die 25- bis 34-Jährigen kommen nur auf 5,1 Prozent.
Wir warten also noch immer auf den ersten 19-Jährigen, der wegen eines viralen ThailandSun-Tanzvideos spontan einen Flug nach Koh Phayam bucht - Das könnte allerdings dauern.
Wir sind nicht auf TikTok aktiv, produzieren keine trendigen Kurzvideos und versuchen nicht, mit irgendeinem Algorithmus die nächste Generation von Backpackern zu erreichen.
Wir sind schlicht ein Reiseführer.
Und dann wäre da noch das liebe Geld …
Auch die Vorstellung, wir würden verzweifelt jeden „Geheimtipp“ veröffentlichen, um damit möglichst viele Klicks und möglichst viel Geld zu verdienen, ist ziemlich amüsant. ThailandSun machen wir aus Spaß, Begeisterung für Thailand und einer gehörigen Portion Idealismus.Natürlich gibt es Werbung und Affiliate-Links. Irgendwie müssen Server, Technik, Software, Bilder, Recherche und der ganze andere Kram schließlich bezahlt werden. Unser großes wirtschaftliches Ziel ist dabei allerdings ausgesprochen bescheiden: Die Kosten decken. Und selbst das gelingt nicht immer.
Wer also glaubt, hinter jedem Artikel über eine kleine Insel sitze ein finsterer Finanzplan, wird vermutlich enttäuscht sein. Wir besitzen weder einen Privatjet noch eine Yacht vor Phuket. Nicht einmal der ThailandSun-Firmen-Lamborghini ist bislang geliefert worden. 😂
„Früher war das ein Geheimtipp!“
Besonders schön finden wir diesen Satz bei Orten, über die wir teilweise seit mehr als drei Jahrzehnten berichten. ThailandSun beziehungsweise unsere Thailand-Reiseinformationen reichen bis 1992 zurück. Viele der Inseln, Strände und Orte, bei denen uns heute jemand vorwirft, wir hätten gerade ein streng gehütetes Geheimnis verraten, beschreiben wir schon seit Jahrzehnten.Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie lange muss ein Geheimtipp eigentlich öffentlich in einem Reiseführer stehen, bis er kein von uns verratenes Geheimnis mehr ist? 10 Jahre? 20? 30? Vielleicht gibt es dafür eine DIN-Norm.
Das merkwürdige exklusive Besuchsrecht
Und dann kommen wir zu einem Punkt, den wir tatsächlich etwas befremdlich finden. Manche Menschen entdecken eine kleine thailändische Insel, verlieben sich in sie – was wir wunderbar verstehen – und entwickeln anschließend offenbar ein imaginäres exklusives Besuchsrecht.„Bloß nicht darüber schreiben!“
Warum eigentlich? Man selbst durfte die Insel entdecken. Andere sollen das möglichst nicht.
Man selbst darf dort am Strand liegen, im kleinen Familienresort übernachten, im Restaurant essen und mit dem Longtailboot fahren. Wenn aber fünf andere Urlauber dieselbe Idee bekommen, beginnt plötzlich die Sorge um das ursprüngliche Thailand.
Das ist schon eine bemerkenswerte Form des nachhaltigen Tourismus: „Bitte schützt dieses Paradies vor Touristen – außer vor mir.“ 😂
Dabei leben gerade auf kleinen Inseln viele Familien vom Tourismus. Gäste schlafen in ihren Unterkünften, essen in ihren Restaurants, mieten ihre Roller, fahren mit ihren Booten und kaufen in ihren kleinen Geschäften ein.
Natürlich braucht Thailand keinen ungezügelten Massentourismus an jedem Strand. Natürlich müssen sensible Inseln und Nationalparks geschützt werden. Und selbstverständlich gibt es Orte, bei denen Besucherzahlen begrenzt werden sollten. Darüber schreiben wir übrigens ebenfalls. Aber zwischen nachhaltigem Tourismus und dem Wunsch „Ich kenne diesen Ort, deshalb sollen andere bitte wegbleiben“ besteht ein kleiner Unterschied.
Und eine Frage bleibt …
Was uns bei diesen Beschwerden am meisten amüsiert, ist der Ort, an dem sie erscheinen: unter den Beiträgen eines Reiseführers. Wer keine Informationen über Reiseziele möchte, muss tatsächlich keinen Reiseführer lesen.Das ist ungefähr so, als würde man ein Kochbuch kaufen und sich anschließend beschweren: „Musstet ihr wirklich verraten, wie man das Gericht kocht? Jetzt kann es ja jeder!“ 😂
Oder eine Wetter-App öffnen und empört feststellen, dass dort tatsächlich das Wetter verraten wird.
Wir werden deshalb auch weiterhin schöne Orte vorstellen. Bekannte und weniger bekannte. Kleine Inseln und große Ferienziele. Traumstrände, Nationalparks, Hotels, Restaurants und Ausflüge.
Nicht, weil wir Thailand „kaputtmachen“ möchten. Sondern weil wir seit Jahrzehnten genau das tun, wofür ein Reiseführer nun einmal da ist: Menschen neugierig auf ein Land zu machen, das wir selbst lieben, und ihnen dabei zu helfen, es zu entdecken.
Und wer seinen persönlichen Lieblingsstrand trotzdem ganz für sich allein haben möchte, für den haben wir tatsächlich einen todsicheren Geheimtipp:
Nicht bei Facebook posten, niemandem davon erzählen – und vor allem nicht unter einem Reiseführer-Beitrag kommentieren, wie schrecklich man diesen Geheimtipp-Verrat findet, denn das ist dieultimative Methode, einem Beitrag die nötige Wichtigkeit für die Facebook-Algorithmen zu verleihen.😎🌴
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