21.02.2026
Pattaya
Tödlicher Sturz des ASOS-Gründers Quentin Griffiths in Pattaya
Warum Ausländer in Thailand immer wieder aus Hochhäusern stürzen
Die Umstände sind fast immer ähnlich: ein Ausländer, ein Hotel oder Apartment in einem Hochhaus, ein Sturz aus großer Höhe, oft nachts oder in den frühen Morgenstunden – und am Ende mehr Fragen als Antworten.
Quentin Griffiths: Unternehmer, Auswanderer, Todesopfer
Quentin Griffiths war kein gewöhnlicher Tourist. Als einer der Mitgründer von ASOS gehörte er zu jener Generation britischer Internetunternehmer, die um die Jahrtausendwende den digitalen Handel revolutionierten. ASOS – ursprünglich „As Seen On Screen“ – begann im Jahr 2000 als Plattform für Kleidung, inspiriert von Film- und Fernsehoutfits, und entwickelte sich rasch zu einem internationalen E-Commerce-Konzern mit Milliardenumsätzen.Griffiths zog sich bereits Mitte der 2000er Jahre aus dem operativen Geschäft zurück und ließ sich später dauerhaft in Thailand nieder. Dort lebte er vergleichsweise zurückgezogen. Sein Tod kam daher nicht nur für seine Familie überraschend, sondern auch für Branchenbeobachter, die ihn als stillen, aber prägenden Pionier des Online-Modehandels betrachteten.
Die thailändischen Behörden bestätigten, dass Griffiths aus dem 17. Stock eines Wohngebäudes in Pattaya stürzte. Rettungskräfte konnten nichts mehr für ihn tun. Hinweise auf ein Verbrechen wurden zunächst nicht veröffentlicht, die Ermittlungen dauern an. Offiziell werden alle Möglichkeiten geprüft – Unfall, Suizid oder Fremdeinwirkung. Genau diese formelhafte Offenheit ist Teil eines Musters, das sich seit Jahren wiederholt.
Pattaya und Phuket: Epizentren der Balkonflüge
Pattaya und Phuket sind geprägt von einer Architektur, die auf maximale Aussicht optimiert ist. Hochhäuser mit freistehenden Balkonen dominieren das Stadtbild. Sie versprechen Meerblick, Freiheit und tropischen Lebensstil – und schaffen gleichzeitig die physische Voraussetzung für tödliche Stürze.Seit über zwei Jahrzehnten berichten lokale und internationale Medien regelmäßig über Ausländer, die aus Hotelzimmern, Apartments oder Eigentumswohnungen in die Tiefe stürzen. Die Opfer stammen aus Europa, Russland, Australien, den USA oder China. Manche sind Touristen, andere Langzeitresidenten oder Auswanderer. Auffällig ist die statistische Häufung in genau jenen Städten, die für ihr Nachtleben, ihren Alkoholkonsum und ihre hohe Dichte an allein reisenden Männern bekannt sind.
Drei offizielle Erklärungen – und ihre Grenzen
Die Behörden unterscheiden grundsätzlich zwischen drei möglichen Ursachen:1. Unfall
Viele Stürze werden auf Gleichgewichtsverlust zurückgeführt – etwa durch Alkohol, Müdigkeit oder das Sitzen auf Balkonbrüstungen. Die Geländerhöhe entspricht zwar internationalen Standards, doch sie schützt nicht vor riskantem Verhalten.2. Suizid
Ein Teil der Fälle wird als Selbsttötung eingestuft. Thailand ist für manche Auswanderer ein Ort des Neuanfangs – aber auch des sozialen Rückzugs. Finanzielle Probleme, Einsamkeit oder psychische Belastungen können eine Rolle spielen.3. Fremdeinwirkung
Offiziell gilt sie als selten, wird aber nie vollständig ausgeschlossen. In den meisten Fällen fehlen Zeugen oder eindeutige Beweise. Die Rekonstruktion eines Sturzes aus dem 15., 20. oder 30. Stock ist forensisch schwierig, insbesondere wenn der Tatort ein privates Apartment ist.Pattaya ist mehr als ein Urlaubsort. Die Stadt ist ein globaler Mikrokosmos aus Rentnern, Unternehmern, digitalen Nomaden und Gestrandeten. Niedrige Lebenshaltungskosten, liberale Atmosphäre und einfache Visa-Regeln ziehen Menschen an, die ihr Leben neu ordnen wollen. Gerade diese Mischung macht die Stadt so faszinierend – und so fragil. Viele Ausländer leben dort allein, ohne familiäre oder soziale Netzwerke. Krisen bleiben oft unsichtbar, bis sie eskalieren.
Der „Balkonsturz“ als wiederkehrende Erzählung
Mit der zunehmenden Zahl solcher Vorfälle hat sich im Laufe der Jahre eine eigene, fast ritualisierte Dramaturgie entwickelt. Die Berichte folgen auffallend häufig demselben vertrauten Ablauf: Ein ausländischer Staatsbürger stirbt nach einem Sturz aus einem Hochhaus, meist von einem Balkon und oft während der Nachtstunden.Kurz darauf bestätigen die Behörden, dass Ermittlungen aufgenommen wurden. Konkrete Hinweise auf die genaue Ursache bleiben jedoch zunächst aus oder werden nie öffentlich präzisiert. Am Ende wird der Fall entweder formell abgeschlossen oder verschwindet stillschweigend aus der öffentlichen Wahrnehmung, ohne dass alle offenen Fragen beantwortet werden konnten. Gerade diese wiederkehrende Struktur verleiht den Ereignissen den Charakter eines mysteriösen Phänomens, selbst wenn die tatsächlichen Ursachen im Einzelfall durchaus unterschiedlich sein mögen.
Quentin Griffiths war kein typischer Tourist. Er war vermögend, etabliert und kannte Thailand seit Jahren. Sein Tod zeigt, dass dieses Risiko nicht auf bestimmte soziale Gruppen beschränkt ist. Er steht stellvertretend für eine Realität, die selten offen diskutiert wird: Das Leben in den tropischen Hochhäusern Südostasiens verbindet Freiheit mit Isolation, Komfort mit Verwundbarkeit. Der Balkon, Symbol für Aussicht und Lebensqualität, ist zugleich eine physische Grenze zwischen Sicherheit und Abgrund.
Thailand bleibt eines der beliebtesten Reiseziele der Welt. Millionen Menschen leben und reisen dort ohne Zwischenfälle. Doch die wiederkehrenden Balkonstürze erinnern daran, dass die tropische Kulisse keine physikalischen Gesetze außer Kraft setzt. Schwerkraft bleibt universell. Und manchmal ist der Abstand zwischen einem klimatisierten Apartment im 17. Stock und dem Beton darunter nur ein einziger falscher Moment.
Kommentar:
Rein statistisch betrachtet, ist der Balkonsturz eine eher seltene Erscheinung. Jedoch in 2 Ländern auf diesem Planeten, häufen sich die Fälle von Geländerstürzen auffällig. Dabei fallen 2 Länder besonders auf: Thailand und Russland. Während er in Thailand bevorzugt mit Touristen, tropischer Hitze, übemässigem Genuss hochgeistiger Getränke und der daraus entstehenden fragwürdigen nächtlichen Balancekompetenz erklärt wird, entwickelt er z.B. in Russland eine eher politische Tiefe.Dort scheinen Balkone, Fenster und Treppenhäuser eine geradezu selektive Beziehung zu regierungskritischen Geschäftsleuten, Beamten, Jounalisten und Oligarchen zu pflegen. Diese stürzen auffällig oft aus großer Höhe – manchmal sogar aus Fenstern, die sich laut Bauplan gar nicht öffnen lassen sollten. Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus Schwerkraft, Timing und politischer Großwetterlage.
Während in Pattaya Alkohol und Einsamkeit, manchmal auch die für Westler etwas zu niedrigen Geländer als Ursachen diskutiert werden, genügt in Moskau offenbar gelegentlich schon eine abweichende Meinung, um die physikalischen Gesetze besonders konsequent zur Anwendung zu bringen.
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos
Stock images by Depositphotos
Mehr zum Thema Pattaya
⇒Pattaya, Kräuter & Haare - Die teuerste Hoffnung der Stadt 27.12.2025
Spoiler: Verkäufer begeistert, die Haare blieben skeptisch 😆
⇒Wie Pattaya seine Jetski-Mafia bändigen will 14.11.2025
Strafen, Lizenzen, Versicherungen: Jetzt wirds ernst für Vermieter
⇒Skandal - BBC deckt auf: Pattaya hat ein Nachtleben 16.09.2025
Wenn Klischees zur BBC-Doku werden - The Dark Side of Paradise 😂
⇒Pattaya Nightlife - Blut, Drama und Ladyboys mit wenig Sinn für Humor 25.07.2025
Ein Abend der sich gewaschen hat - aber sicher nicht mit Seife
⇒Touristen & Expats sauer wegen Pattayas Strand-Rauchverbot 16.07.2025
Wenn der Strand zur Rauchfreien Zone wird und die Logik in Urlaub fährt
⇒Touristen vs. Ladyboys - Von der Preisfrage zur Prügelei 21.05.2025
Nächtlicher Strandkrieg in Pattaya: Sex, Alkohol und fliegende Flaschen
⇒Pattaya räumt auf - aber bitte nur für die Kameras! 14.05.2025
Ein ironischer Blick auf Besen, Bikini und Boulevard-Bluff
⇒Polizei beendet multinationale, professionelle Kokosnuss-Romantik 09.05.2025
Tropen-Tango unter Palmen - Pattaya entknotet internationales Liebesgewerbe
⇒Beinahe-Katastrophe vor Pattaya - Unfall mit Tanker 27.03.2025
LPG-Tanker läuft vor Ko Larn unweit der Strände auf Grund
⇒Brutaler Überfall auf deutschen Touristen in Pattaya 25.03.2025
Zehn Männer prügeln mit Helmen und treten auf ihn ein
⇒ Mehr Reisenews Thailand zum Thema Pattaya

Jetzt registrieren







