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13.03.2026

Wirtschaft  

Trumps Krieg im Nahen Osten trifft Thailands Industrie

Lieferketten geraten ins Wanken - Unternehmen muss Produktion stoppen

Trumps Krieg im Nahen Osten trifft Thailands Industrie - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Die Weltwirtschaft funktioniert normalerweise wie ein präzise abgestimmtes Uhrwerk: Rohstoffe werden gefördert, verschifft, weiterverarbeitet und landen schließlich in Produkten, die irgendwo auf der Welt verkauft werden. Doch sobald geopolitische Konflikte eskalieren, verwandelt sich dieses Uhrwerk in eine chaotische Maschine.

Genau das erlebt derzeit die thailändische Industrie. Der Krieg im Nahen Osten hat zentrale Energie- und Rohstoffströme unterbrochen. Tanker bleiben aus, petrochemische Grundstoffe werden knapp – und plötzlich geraten Produktionsketten in Südostasien ins Stocken.

Und als wäre ein regionaler Krieg nicht schon kompliziert genug, kommt noch eine politische Komponente hinzu: Während Russland unter Wladimir Putin seit Jahren versucht, internationale Regeln zu untergraben, gießt ein anderer politischer Akteur derzeit ebenfalls reichlich Öl ins Feuer. Der amerikanische Ex-Präsident Donald Trump, von Kritikern gern als „American Psycho mit Megafon“ bezeichnet, versucht mit seiner aggressiven und erratischen Außenpolitik alles zu geben, dass internationale Konflikte eskalieren und wirtschaftliche Stabilität zunehmend bröckelt.

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Mit anderen Worten: Während Putin das Völkerrecht Stück für Stück aushöhlt, scheint Trump derzeit entschlossen, die globale Wirtschaftsordnung gleich mit abzuräumen. Das Ergebnis ist eine Welt, in der der Stärkere sich nimmt, was er will – und internationale Lieferketten die Kollateralschäden tragen.


Engpass der Weltwirtschaft

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Im Zentrum der aktuellen Krise steht eine geografisch unscheinbare, wirtschaftlich jedoch extrem bedeutende Passage: die Straße von Hormus. Diese schmale Meerenge zwischen Iran und Oman gehört zu den wichtigsten Energietransportrouten der Welt. Ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Flüssiggasexports passiert hier täglich.

Tanker können ihre Ziele nicht mehr planmäßig erreichen oder werden umgeleitet. Für energieabhängige Industrien hat das unmittelbare Konsequenzen: Das Rohöl wird knapper, Gaslieferungen verzögern sich und petrochemische Vorprodukte fehlen. Besonders betroffen ist die petrochemische Industrie – und damit praktisch jede Branche, die Kunststoffe, Chemikalien oder synthetische Materialien verwendet.


Farbenhersteller TOA: Lagerbestände reichen nur noch 20 Tage

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Der thailändische Farbenhersteller TOA Paint (Thailand) gehört zu den Unternehmen, die die Auswirkungen unmittelbar spüren. Das Unternehmen produziert Farben, Lacke und Beschichtungen – Produkte, deren Grundstoffe größtenteils aus petrochemischen Prozessen stammen. Wenn upstream-Produzenten ihre Anlagen herunterfahren oder Lieferungen verzögern, trifft das die Branche sofort.

Geschäftsführer des Marktführers Jatuphat Tangkaravakoon erklärte, dass die aktuellen Lagerbestände lediglich noch etwa 20 Tage Produktion ermöglichen. Besonders knapp ist derzeit ein entscheidender Rohstoff: Titandioxid, ein Pigment, das in nahezu allen modernen Farben verwendet wird. Gleichzeitig steigen die Kosten massiv.


Verpackung wird zum Problem

Während Farbenhersteller unter Rohstoffmangel leiden, bekommt die Lebensmittelindustrie die Krise über einen anderen Kanal zu spüren: Verpackungsmaterial. Der Hersteller Thai President Foods, Produzent der beliebten Mama-Instantnudeln, meldet bereits erste Anzeichen einer Knappheit bei Kunststoffharz. Dieses Material ist der Ausgangsstoff für Verpackungsfolien – also genau jene dünnen Kunststoffhüllen, in denen Instantnudeln verkauft werden. Geschäftsführer Pun Paniangvait berichtet, dass Lieferanten bereits beginnen, Bestellungen abzulehnen oder vorübergehend keine neuen Aufträge anzunehmen.

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Das Problem ist simpel, aber fundamental: Selbst wenn alle Zutaten vorhanden sind – Mehl, Gewürze, Palmöl – kann das Produkt ohne Verpackung nicht verkauft werden. Das Unternehmen reagiert daher mit strenger Priorisierung. Verpackungsfolie wird derzeit fast ausschließlich für die wichtigsten Produkte eingesetzt. Weniger gefragte Produkte werden vorerst nicht mehr auf Vorrat produziert. Die vorhandenen Verpackungsmaterialien werden nur noch nach Bedarf eingesetzt.


Chemieriese SCG stoppt erste Anlage

Die drastischsten Auswirkungen zeigen sich jedoch in der petrochemischen Industrie selbst. Der Industriekonzern SCG (Siam Cement Group) musste seine Olefinanlage der Tochterfirma Rayong Olefins Company vorübergehend stilllegen. Olefine sind grundlegende chemische Bausteine für zahlreiche Kunststoffe und Industrieprodukte. Die Produktion wurde gestoppt, weil wichtige Rohstoffe wie Naphtha oder Propan, die essenziell für den Herstellungsprozesssind, fehlten:

Aufgrund der Lieferprobleme erklärte das Unternehmen gegenüber seinen Geschäftspartnern Force Majeure – also höhere Gewalt. Die wirtschaftlichen Folgen sind beträchtlich: Die Stilllegung verursacht Kosten von rund 150 Millionen Baht pro Monat – etwa 4 Millionen Euro.


Friedenspräsident als Brandbeschleuniger

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Die aktuellen Ereignisse zeigen jedoch ein größeres Problem: Die Weltwirtschaft wird zunehmend zum Spielball geopolitischer Machtkämpfe und irrer Despoten. Der Krieg im Nahen Osten destabilisiert Energieflüsse. Russland unter Putin hat mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine bereits internationale Regeln erschüttert.Und gleichzeitig sorgt der politische Kurs Donald Trumps mit aggressiver Rhetorik und destabilisierten Bündnissen dafür, dass die globale Ordnung weiter erodiert. Das Ergebnis ist eine gefährliche Entwicklung: Internationale Regeln verlieren an Bedeutung, während Machtpolitik wieder zum zentralen Prinzip wird.


Kommentar der Red.:

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Der größte Wirtschaftsguru aller Zeiten – jedenfalls in seiner eigenen Vorstellung.
Man muss Donald Trump eines lassen: Sein Talent zur Selbstinszenierung ist nahezu unerschütterlich. Jahrzehntelang präsentierte er sich als der ultimative Wirtschaftsmessias – ein Mann, der angeblich alles besser versteht als Ökonomen, Manager, Notenbanker und vermutlich auch das Einmaleins. Nun zeigt sich allerdings, dass seine tatsächliche Begabung weniger im Aufbau als vielmehr im Abriss wirtschaftlicher Strukturen liegt.

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Schließlich bringt Trump einschlägige Erfahrung mit: 16 seiner eigenen Unternehmen sind im Laufe seiner Karriere in die Insolvenz gerutscht. Für jemanden, der sich selbst gern als größten Deal-Maker der Geschichte feiert, ist das eine bemerkenswerte Serie. Doch offenbar war das nur eine Art Generalprobe. Jetzt demonstriert er eindrucksvoll, dass sein Talent zur wirtschaftlichen Verwüstung weit über einzelne Casinos, Hotels oder Immobilienprojekte hinausreicht. Der neue Maßstab lautet: globale Lieferketten.

Die thailändische Industrie ist derzeit ein anschauliches Beispiel dafür, wie eng die globale Wirtschaft miteinander verwoben ist. Ein militärischer Konflikt im Nahen Osten – politisch mit angeheizt durch die erratische Außenpolitik des amerikanischen Präsidenten – reicht aus, um Tausende Kilometer entfernt Fabriken ins Wanken zu bringen.

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Während kognitiv und moralisch verwahrloste Staatschefs auf der geopolitischen Bühne mit militärischen "Missionen" und Machtprojektionen beschäftigt sind, müssen Unternehmen und Verbraucher die praktischen Folgen tragen: Produktionsstopps, Lieferengpässe, steigende Preise. Das ist der Unterschied zwischen politischer Rhetorik und wirtschaftlicher Realität. Für Politiker sind Konflikte oft strategische Spielzüge. Für Industrien sind sie Kosten, Chaos und Unsicherheit.

Und natürlich ist wieder Deutschland schuld
Besonders kurios wird das Ganze, wenn man den politischen Diskurs in Deutschland betrachtet. Die hiesige „rechte Opposition“, deren ökonomisches Weltbild häufig ungefähr auf dem Niveau eines schlecht gelaunten Stammtisches operiert, findet auch für diese globale Krise eine einfache Erklärung:
Erstens, die Krise ist nur in Deutschland und zweitens, der deutsche Staat ist schuld.

Nicht geopolitische Konflikte - Nicht blockierte Energiehandelsrouten - Nicht militärische Eskalationen zwischen Großmächten. Nein – irgendwo zwischen Straße von Hormus, amerikanischer Außenpolitik und globalen Lieferketten muss offenbar wieder Berlin verantwortlich sein. Diese Art von Analyse hat einen großen Vorteil: Sie erfordert weder Sachkenntnis noch Verständnis internationaler Wirtschaftsstrukturen.

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Die aktuellen Probleme der thailändischen Industrie zeigen eindrucksvoll, wie verletzlich die globalisierte Wirtschaft geworden ist. Während die Despoten Trump und Putin weiterhin überzeugt sind, sie seien die größten Wirtschaftsexperten aller Zeiten, demonstriert die Realität etwas anderes: Aber deren Wunsch wird in Erfüllung gehen, solange weiterhin überzeugt sind, sie seien die größten Wirtschaftsexperten aller Zeiten. Man kann auch dann historische wirtschaftliche Wirkung entfalten, wenn diese Wirkung hauptsächlich aus Zerstörung besteht.
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