07.09.2026
Pattaya
US Flugzeugträger verlässt Thailand - Pattaya zieht positive Bilanz
5.000 US-Seeleute in Pattaya - und erstaunlich wenig Ärger
Das eigentlich Außergewöhnliche begann schon vor der Ankunft. Die Abraham Lincoln hatte rund 286 Tage ohne regulären Hafenaufenthalt hinter sich – nach Einsätzen unter anderem im Nahen Osten. Berichtet wurde über enorme Belastungen der Besatzung, lange Arbeitszeiten, eingeschränkte Kommunikation mit den Familien und teilweise erhebliche psychische Belastungen. Thailand war deshalb nicht einfach ein freundlicher Hafenbesuch, sondern für viele der erste richtige Landgang seit Monaten.
Am 2. September machte der Flugzeugträger in Laem Chabang fest. Rund 5.000 US-Soldaten und Marines konnten anschließend nach Pattaya und in die Umgebung ausschwärmen.
Und die Stadt hatte sich vorbereitet.
🍺 Pattaya rollte den roten Teppich aus – und zusätzliche GeldautomatenPattaya erwartete einen ordentlichen Geldregen. Vor dem Besuch kursierten Schätzungen von bis zu 100 Millionen Baht zusätzlichem Umsatz. Hotels, Restaurants, Bars, Einkaufszentren, Touranbieter und Transportbetriebe stellten sich auf die Gäste ein; sogar zusätzliche mobile Geldautomaten wurden bereitgestellt.
Der Chonburi-Gouverneur zog anschließend eine ausgesprochen positive Bilanz: Handel, Restaurants, Hotels und Unterhaltung hätten deutlich profitiert. Viele Seeleute gingen shoppen, machten Ausflüge oder genossen schlicht Dinge, die nach neun Monaten auf einem Flugzeugträger plötzlich ziemlich luxuriös erscheinen: Restaurant, Einkaufszentrum, Hotelzimmer und fester Boden.
AFP und Reuters beobachteten entsprechend viele Amerikaner in Pattayas Restaurants, Bars und Shoppingcentern. Manche Seeleute erzählten Journalisten ganz offen, wie erleichtert sie über den Landgang waren. Einer hatte nach neun Monaten Meer offenbar nicht einmal mehr Lust auf Strand oder Swimmingpool. Verständlich. 😁
🚨 Polizei: Lieber ein bisschen mehr davon
Thailand wollte allerdings nicht ausprobieren, was passiert, wenn 5.000 überwiegend junge Menschen nach neun Monaten auf See gleichzeitig Pattayas Nachtleben entdecken.
Die Sicherheitsmaßnahmen wurden deshalb deutlich hochgefahren. Polizei, Touristenpolizei und lokale Behörden verstärkten ihre Präsenz insbesondere in den Vergnügungsvierteln und rund um Walking Street. Krankenhäuser und Rettungsdienste wurden ebenfalls auf den ungewöhnlich großen Besucheransturm vorbereitet.
Auch die US Navy hatte ihre eigenen Regeln aufgestellt. Bestimmte Bereiche des Nachtlebens – darunter Soi 6, Soi 6/1 und Soi 7 – waren für die Besatzung tabu; ebenso Cannabis-Shops. Bei Pattayas Auswahl an Bars dürfte trotzdem niemand verdurstet sein.
🥊 Und natürlich gab es doch eine kleine Schlägerei
Ganz ohne Zwischenfall wäre bei 5.000 Menschen fast schon statistisch verdächtig gewesen.
Zwei US-Seeleute gerieten in der Nacht zum 3. September vor einer Bar in Pattaya in eine Auseinandersetzung. Laut Polizei waren Alkohol und ein Streit im Spiel. Beide wurden anschließend von der US Navy zurück auf das Schiff gebracht und durften den restlichen Landgang offenbar dort genießen.
Also gewissermaßen Pattaya Any% Speedrun: ankommen, trinken, prügeln, Stubenarrest auf einem Flugzeugträger. 😁 Bemerkenswert ist eher, dass dies der einzige größere öffentlich bekannt gewordene Zwischenfall blieb. Bei rund 5.000 Besatzungsmitgliedern über mehrere Tage kann man kaum von einem Problem sprechen.
❤️ Der Empfang war ausgesprochen herzlich
Auch abseits des Nachtlebens wurde einiges organisiert. Lokale Unternehmen und Behörden vermittelten Ausflüge und Freizeitaktivitäten, und es gab Begegnungen zwischen amerikanischen Seeleuten und der lokalen Bevölkerung.
Beim Abschied bedankte sich Captain Dan Keeler ausdrücklich für die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Thais. Die offizielle US-Seite beschreibt den Aufenthalt ebenfalls als Gelegenheit für Erholung, kulturellen Austausch und die Pflege der langjährigen Beziehungen zwischen Thailand und den USA.
🎨 Der rostige Riese bekam ein bisschen Kosmetik
Ein unerwarteter Social-Media-Star war übrigens der Flugzeugträger selbst. Die Abraham Lincoln sah nach ihrem monatelangen Dauereinsatz ziemlich mitgenommen aus. Große Rostspuren an der Außenhaut sorgten im Internet für Bilder und Diskussionen.
Das ist weniger dramatisch, als es aussieht. Kriegsschiffe werden normalerweise während Hafenaufenthalten laufend konserviert und gestrichen. Wer einen stählernen Flugzeugträger fast zehn Monate durchs Salzwasser schickt, ohne ihm längere Hafenpflege zu gönnen, bekommt irgendwann eben Patina im XXL-Format.
Während des Aufenthalts in Laem Chabang wurden deshalb auch Wartungs- und Verschönerungsarbeiten durchgeführt. Auf späteren Bildern sah der Träger bereits erheblich aufgeräumter aus.
👋 Und beim Abschied standen die Thais am Straßenrand – beziehungsweise am Meer
Am Sonntagmorgen, 6. September, verließ die Carrier Strike Group schließlich Laem Chabang. An Aussichtspunkten rund um Sri Racha versammelten sich Menschen, um den gigantischen Flugzeugträger noch einmal zu sehen und zu verabschieden. Auch Vertreter der Provinz Chonburi und Pattayas Bürgermeister nahmen am offiziellen Abschied teil.
Die Bilanz ist damit überraschend unspektakulär – und gerade deshalb positiv: Fast 5.000 Seeleute und Marines, vier Tage Landgang, Pattayas Nachtleben direkt vor der Haustür – und zwei Jungs haben sich danebenbenommen. Der Rest hat offenbar vor allem gegessen, getrunken, eingekauft, Ausflüge gemacht und ziemlich viel Geld in Chonburi gelassen.
Nach 286 Tagen auf See darf man vermutlich sagen: Mission Pattaya erfolgreich abgeschlossen. 😁⚓🇹🇭🇺🇸
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