14.01.2026
US-Gleitschirmflieger verursacht Blackout auf Koh Larn
Ich bin nur kurz fliegen – letzte Worte vor Landung in der Stromleitung
Doch genau das passierte am 12. Januar 2026, gegen 14:30 Uhr, in der Nähe des beliebten Ta Waen Beach. Und ja: Es ist exakt so absurd, wie es klingt.
Ein ausländischer Tourist – später identifiziert als Michael Travis L. (55), USA – wollte offenbar nicht einfach nur am Strand landen. Nein. Er entschied sich für die Deluxe-Variante: Landung direkt in der Stromversorgung der Insel.
Beim Anflug verschätzte er sich, traf eine Hochspannungsleitung und wickelte sich mit Leinen und Schirm derart kunstvoll um einen Strommast, dass er anschließend kopfüber über zehn Meter Höhe baumelte und um Hilfe rief. Eine Szene irgendwo zwischen „Extremsport“ und „Ausrutscher des Jahres“.
Koh Larn - Pattaya
Während unten am Strand noch Smoothies gemixt wurden, hing oben am Mast plötzlich ein Mensch im Komplett-Outfit – wie ein unfreiwilliges Weihnachtsornament, nur eben im Januar und mit deutlich mehr Lebensgefahr.
Rettungsaktion: Erst Strom aus, dann Mensch runter
Die Rettungskräfte rückten an: Freiwillige Helfer, Polizei – und natürlich eine wachsende Menschenmenge aus Thai- und Auslandstouristen, die das Ganze mit der typischen Mischung aus Schock und Handy-Kamera begleitete. Denn klar: Wenn jemand in zehn Metern Höhe am Strommast hängt, ist das keine Krise – das ist Content.Das Problem: Der Mann hing nicht an irgendeinem Mast, sondern an einem Strommast mit aktiven Hochspannungskabeln, direkt an einem Umspanntrafo und dann auch noch kopfüber. Und da ist die Rettung etwas komplizierter als „komm runter, es gibt Abendessen“.
Also musste die Elektrizitätsbehörde die einzig logische Entscheidung treffen: Strom aus. Komplett. Für die ganze Insel.
Koh Larn wurde kurzerhand zur romantischen Steinzeit-Version seiner selbst: keine Klimaanlagen, keine Kassen, keine Kühlschränke, keine WLAN-Illusion. Nur Strand, Sonne und sehr viele Leute, die plötzlich merkten, wie abhängig sie von Steckdosen sind.
Der Mann überlebt – mit Andenken
Nach ungefähr einer Stunde gelang es den Einsatzkräften, Michael Travis L. sicher herunterzuholen. Er hatte Schürfwunden an beiden Beinen – und leider auch Verbrennungen durch einen Stromschlag, weil man bei Hochspannung eben nicht einfach „kurz hängen bleibt“, ohne dass die Physik ein Wörtchen mitredet. Er wurde sofort ins Ban Koh Larn Hospital gebracht und sollte anschließend zur weiteren Behandlung nach Pattaya verlegt werden.Jetzt kommt die Pointe, die das Ganze fast noch schöner macht: Laut Ermittlern ist Herr L. kein Anfänger. Er gilt als erfahrener Gleitschirmflieger und Fallschirmspringer und besitzt sogar eine gültige Lizenz der thailändischen Luftsportbehörde unter königlichem Patronat. Er startete vorher von einem Hügel auf Koh Larn und wollte runter Richtung Ta Waen Beach gleiten – eine klassische Route. Nur dass an diesem Tag offenbar die Stromleitung gewonnen hat.
Offiziell heißt es: keine weiteren Verletzten, kein zusätzlicher Schaden. Aber nach diesem Zwischenfall dürfte klar sein, dass Koh Larn seine Sicherheitsmaßnahmen für Gleitschirmflüge nochmal überdenken wird – vor allem in der Nähe von Start- und Landezonen mit Stromleitungen. Denn auch wenn es spektakulär war: Die Insel hätte wahrscheinlich lieber weiterhin Strom gehabt als einen „Live-Action-Paraglider-im-Mast“-Moment.
Quellen: TheNation, KhaoSodTH

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