07.11.2025
Umwelt
Vietjet Thailand startet mit nachhaltigem Flugtreibstoff
Erste Low-Cost-Airline des Landes setzt auf SAF
Die thailändische Billigfluggesellschaft Vietjet Thailand hat einen symbolträchtigen Schritt in Richtung klimafreundlicher Luftfahrt vollzogen: Als erste Low-Cost-Airline in Thailand setzt sie nun bei regulären Passagierflügen nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) ein. Zunächst kommt dieser Treibstoff in einer 1-prozentigen Beimischung auf der Strecke zwischen Bangkok und Phu Quoc zum Einsatz. Der Anteil soll in den kommenden Jahren deutlich gesteigert und auf weitere Verbindungen ausgeweitet werden.
Warum SAF wichtig ist
SAF wird aus erneuerbaren oder biobasierten Reststoffen hergestellt und kann den CO₂-Ausstoß um bis zu 80 Prozent reduzieren – ohne dass Flugzeugtriebwerke technisch angepasst werden müssen. Der Kraftstoff gilt damit als zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Luftfahrt, deren Emissionen bislang nur schwer zu senken sind.Vietjet Thailand-Chef Woranate Laprabang erläuterte, dass die Fluggesellschaft langfristig plane, bis 2030 auf allen Strecken einen SAF-Anteil von mindestens 5 Prozent zu erreichen. Dies entspräche einer Einsparung von rund 153.000 Tonnen CO₂ in den nächsten sechs Jahren. Grundlage sind internationale Standards der ICAO (International Civil Aviation Organization), die weltweit auf eine schrittweise Erhöhung des SAF-Anteils drängt.
Um eine kontinuierliche Versorgung sicherzustellen, bereitet die Airline eine Kooperationsvereinbarung mit PTT Oil and Retail Business Plc vor – einem der größten Energieunternehmen des Landes.
Mehr Kosten – aber keine höheren Ticketpreise
Der Einsatz von SAF ist derzeit noch deutlich teurer: Die Kosten liegen mehr als doppelt so hoch wie bei herkömmlichem Flugbenzin (Jet A-1). Da der SAF-Anteil zum Start jedoch nur 1 Prozent beträgt, rechnet Vietjet nicht mit Preissteigerungen für Passagiere. Die Airline betont, Nachhaltigkeit dürfe keine Luxusoption sein, sondern müsse für alle Reisenden selbstverständlich werden.Neue Flugzeuge sollen noch effizienter sein – kommen aber spät
Parallel plant Vietjet Thailand eine umfassende Flottenmodernisierung. Künftig soll die gesamte Flotte aus Boeing 737-8 bestehen, die über 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als die aktuell eingesetzten Airbus A320.Allerdings verzögern sich die Lieferungen: Die ersten Maschinen wurden in diesem Jahr bereits viermal verschoben – zuletzt aufgrund des längsten US-Government-Shutdowns in der amerikanischen Geschichte.
Laut dem Vorstand sollen nun zwei Flugzeuge noch im laufenden Monat eintreffen. Nach Registrierung sollen sie rechtzeitig vor Weihnachten einsatzbereit sein. Weitere fünf Jets werden im Dezember erwartet, zwei im Januar – rund einen Monat hinter Plan. Langfristig sollen 2025 13 neue Flugzeuge hinzukommen und bis 2028: insgesamt 50 Maschinen in der thailändischen Vietjet-Flotte stehen.
Die Lieferverzögerungen hatten spürbare Folgen für Tausende Passagiere, vor allem auf den neuen Direktstrecken von Bangkok nach Tokio (Narita) und Osaka. Vietjet versichert jedoch, dass alle betroffenen Kundinnen und Kunden entweder vollständig erstattet oder auf alternative Verbindungen innerhalb des Vietjet-Netzes umgebucht wurden.
Trotz der Herausforderungen plant die Airline Netzausbau statt Rückzug. Noch dieses Jahr startet ab Dezember mit Bangkok → Nakhon Si Thammarat ein neues Inlandsziel.
Vietjet Thailand positioniert sich als Vorreiter unter den asiatischen Low-Cost-Carriern, wenn es um den nachhaltigen Wandel in der Luftfahrt geht. Während die Schritte klein beginnen, ist die Richtung eindeutig: weniger Emissionen, effizientere Flugzeuge, breiteres Streckennetz.
Herausforderungen bleiben – insbesondere im global angespannten Markt für Flugzeugneubauten. Doch die Weichen für eine klimaverträglichere Zukunft im thailändischen Luftverkehr sind gestellt.
Quellen: Thai VietJet, Bangkok Post
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