03.10.2026
Verkehr
Wieder zwei Deutsche auf dem Zebrastreifen in Khao Lak totgefahren
Urlaubsabend endet in einer unfassbaren Tragödie - Fahrer flüchtet zunächst
Zwei deutsche Urlauber sind am Freitagabend, dem 2. Oktober, in Khao Lak ums Leben gekommen. Sie wollten eine Straße überqueren. Nicht irgendwo zwischen fahrenden Autos, nicht leichtsinnig mitten auf einer Schnellstraße – sondern nach bisherigen Angaben an einem ausgewiesenen Fußgängerüberweg.
Sie wurden von einem Pickup erfasst.
Und der Fahrer? Er fuhr weiter.
Der Unfall ereignete sich gegen 21:45 Uhr auf der Phetkasem Road in Khuekkhak, im Bezirk Takua Pa der Provinz Phang Nga. Die beiden Deutschen, ein 64-jähriger Mann und eine 63-jährige Frau, überquerten den Zebrastreifen vor dem Orchid Restaurant, als sie laut Polizei und Zeugenaussagen von einem weißen Mazda BT-50 mit Bangkoker Kennzeichen erfasst wurden.Noch gravierender ist eine weitere neue Information: Nach Angaben der Polizei zeigen die ausgewerteten CCTV-Aufnahmen, dass die Ampel für den Pickup Rot zeigte. Das deutsche Paar befand sich demnach bereits auf dem kontrollierten Fußgängerüberweg, als der Mazda weiterfuhr und beide erfasste. Anschließend fuhr der Fahrer weiter.
Der Pickup setzte seine Fahrt in Richtung Thai Mueang fort, ohne anzuhalten und ohne den beiden Schwerverletzten zu helfen. Rettungskräfte kämpften anschließend um ihr Leben. Der Mann wurde ins Khao Lak Medical Centre gebracht und dort reanimiert, starb jedoch gegen 22:32 Uhr. Wenig später kam die Nachricht, dass auch die Frau ihren schweren Verletzungen erlegen war.
Aus einem gemeinsamen Thailandurlaub wurden innerhalb weniger Sekunden zwei Todesfälle.
Die beiden waren erst am 30. September in Khao Lak angekommen. Ihr Hotelaufenthalt war bis zum 9. Oktober gebucht. Gerade einmal zwei Tage Urlaub waren ihnen geblieben.
Es war auf dem Zebrastreifen
Und genau hier wird aus der Trauer auch Wut.Wer Khao Lak kennt, kennt die Phetkasem Road. Die große Straße zieht sich mitten durch die touristisch geprägten Orte, vorbei an Hotels, Restaurants, Geschäften und Bereichen, in denen zwangsläufig viele Menschen zu Fuß unterwegs sind. Gleichzeitig wird dort teilweise mit Geschwindigkeiten gefahren, die schlicht nicht zu einem touristischen Ortsbereich mit Fußgängern passen.
Ein Zebrastreifen sollte eigentlich bedeuten: Hier kann ein Mensch die Straße sicher überqueren.
In Thailand bedeutet er leider allzu häufig eher: Hier wurde weiße Farbe auf den Asphalt gemalt.
Dass dies keine theoretische Gefahr ist, zeigt ein geradezu erschütternder Zufall: Schon im April 2025 wurden in Khao Lak zwei deutsche Touristen von einem Pickup erfasst, während sie einen Zebrastreifen auf der Phetkasem Road überquerten. Damals reagierte die Provinzregierung und kündigte verstärkte Maßnahmen zur Unfallverhütung an. Eineinhalb Jahre später sind nun wieder zwei Menschen tot.
Wie viele Tote braucht es noch?
Natürlich können Kontrollen nicht jeden rücksichtslosen Fahrer verhindern. Aber eine Straße, an der Hotels, Restaurants und Geschäfte liegen, darf nicht gleichzeitig wie eine Durchgangs-Schnellstraße funktionieren.Stationäre Geschwindigkeitskontrollen, gut sichtbare und beleuchtete Übergänge, Warnlichter, erhöhte Zebrastreifen, Verkehrsinseln und konsequente Kontrollen sind keine exotischen technischen Wunderwerke. Andere Länder haben sie auch.
Und vielleicht müsste man endlich akzeptieren, dass ein Schild mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung nur begrenzten pädagogischen Wert besitzt, wenn niemand kontrolliert, ob sich jemand daran hält.
Das gilt übrigens nicht nur zum Schutz von Touristen. Jeden Tag müssen dort Thais zur Arbeit, Kinder zur Schule, Hotelangestellte nach Hause und Anwohner zum Einkaufen. Verkehrssicherheit darf nicht erst dann für ein paar Wochen zum Thema werden, wenn wieder jemand gestorben ist.
Fahrerflucht nach zwei tödlich verletzten Menschen
Besonders schwer erträglich ist in diesem Fall die mutmaßliche Fahrerflucht. Nach Zeugenaussagen setzte der Fahrer seine Fahrt fort, nachdem sein Pickup zwei Menschen erfasst hatte. Die Polizei wertet Beweismaterial aus, befragt Zeugen und versucht, Fahrer und Fahrzeug zu identifizieren. Ermittelt wird wegen fahrlässigen beziehungsweise rücksichtslosen Fahrens mit Todesfolge; weitere Vorwürfe können hinzukommen.Der mutmaßliche Fahrer hat sich heute, am 3. Oktober, gegen 14 Uhr bei der Khao-Lak-Polizei gestellt. Er brachte offenbar auch den stark beschädigten weißen Mazda BT-50 mit. Laut aktuellen thailändischen Berichten handelt es sich um einen 37-jährigen Mann aus der Provinz Phang Nga.
Trauer
Zwei Menschen kamen nach Thailand, um Urlaub zu machen.Sie gingen am Abend essen oder spazieren, standen an einem Fußgängerüberweg und wollten bei Grün lediglich auf die andere Straßenseite. - Sie kamen nicht mehr zurück.Unser tiefes Mitgefühl gilt ihren Familien, Freunden und allen Menschen, die jetzt in Deutschland die Nachricht erhalten haben, vor der sich jede Familie fürchtet.
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