Zwei juinge Schweizer, 32 Kilo Cannabis und ein Traumjob - Reisenews Thailand
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14.10.2026

Zwei juinge Schweizer, 32 Kilo Cannabis und ein Traumjob

Gratisurlaub in Thailand, 8.000 Franken für einen Koffer - was soll da schon schiefgehen?

Zwei juinge Schweizer, 32 Kilo Cannabis und ein Traumjob - Reisenews Thailand - Symbolfoto 1

Manche Geschäftsideen sind so genial, dass man sich fragt, warum nicht längst jeder darauf gekommen ist. Zwei junge Schweizer aus dem Kanton Waadt hatten offenbar das ganz große Los gezogen: Zwei Wochen kostenloser Thailandurlaub, Flug und Hotel inklusive, 600 Franken Taschengeld und zum krönenden Abschluss noch 8.000 Schweizer Franken für den Rücktransport eines Koffers mit angeblichen iPhones. Gefunden hatten sie diesen außergewöhnlichen Karriereeinstieg ausgerechnet auf Snapchat.

Ein Angebot, bei dem normale Menschen vielleicht kurz stutzig geworden wären. Aber warum unnötig misstrauisch sein, wenn jemand für den Transport einiger Smartphones mehr bezahlt, als andere in mehreren Monaten verdienen?

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Also flogen die beiden 18 und 19 Jahre alten Nachwuchslogistiker im Juli nach Phuket, genossen Sonne, Strand und Jetski und ließen es sich auf Kosten ihrer großzügigen Auftraggeber gutgehen. Kurz vor der Heimreise sollten sie ihre Koffer an der Hotelrezeption abgeben. Zurück bekamen sie andere Gepäckstücke. Auch das offenbar kein Grund, die Geschäftsidee noch einmal kritisch zu hinterfragen.

Am Flughafen Phuket endete die vielversprechende Karriere in der internationalen Warenlogistik allerdings ziemlich abrupt. Die thailändischen Zollbeamten fanden in den beiden Koffern keine iPhones, sondern insgesamt rund 32 Kilogramm Cannabis. Immerhin: An der versprochenen Menge an transportierter Ware hatte der Auftraggeber offenbar nicht gespart.

Die beiden Schlauschweizer wurden festgenommen. Einer kam nach Zahlungen von insgesamt rund 18.000 Franken wieder frei und durfte nach Hause reisen. Der andere sitzt weiterhin in Thailand hinter Gittern, weil seine Familie das erforderliche Geld nicht rechtzeitig aufbringen konnte. Ihm steht ein Gerichtsverfahren bevor.

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Besonders originell ist die Masche übrigens nicht. Bereits im Sommer waren zahlreiche junge Franzosen auf nahezu identische Angebote hereingefallen. Kostenlose Thailandferien, angebliche Smartphones im Koffer und am Ende ein unerwartet längerer Aufenthalt auf Staatskosten. Die Geschichten ähneln sich so sehr, dass man meinen könnte, die Drogenschmuggler hätten eine gemeinsame Personalabteilung.

Natürlich sind die eigentlichen Täter jene Kriminellen, die junge Menschen mit solchen Angeboten ködern und als Drogenkuriere missbrauchen. Ein wenig gesunder Menschenverstand hätte allerdings auch den beiden Schweizern nicht geschadet.

Denn wer glaubt, dass wildfremde Menschen auf Snapchat für den Transport eines Koffers voller Handys 8.000 Franken bezahlen, sollte vielleicht zunächst einen Grundkurs in wirtschaftlicher Plausibilitätsprüfung absolvieren.

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Die wichtigste Lektion dürfte inzwischen angekommen sein: In Thailand kann man für wenig Geld wunderbar Urlaub machen. Wer allerdings auf die falschen Reiseveranstalter hereinfällt, bekommt unter Umständen eine unfreiwillige Verlängerung – mit Vollpension, festen Ausgangszeiten und eher überschaubarem Freizeitprogramm.

Und die versprochenen 8.000 Franken? Die waren vermutlich das Einzige an diesem Geschäft, das von Anfang an völlig kostenlos war: das Versprechen.
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