Umwelt
Seltene Erden vergiften Flüsse an Thailands Grenze
Der Schatten auf der Energiewende - Doku DW HD 26:00 min
Eine aktuelle Dokumentation der Deutschen Welle zeigt eindrucksvoll, wie sich der Abbau dieser begehrten Rohstoffe auf die Umwelt an der Grenze zwischen Myanmar und Thailand auswirkt. Die Leidtragenden sind dabei häufig Menschen, die von den Gewinnen des weltweiten Rohstoffgeschäfts kaum etwas sehen.
Vergiftete Flüsse statt grüner Zukunft
Im Norden Thailands wächst die Sorge um mehrere Flüsse, die aus Myanmar ins Land fließen. Wissenschaftler und Umweltbehörden haben dort erhöhte Konzentrationen von Arsen, Schwermetallen und weiteren Schadstoffen festgestellt. Als Hauptursache gelten zahlreiche Seltene-Erden-Minen in den Grenzregionen Myanmars.Für die Bewohner entlang der Flüsse Kok, Sai und Ruak sind die Folgen bereits spürbar. Fischer berichten von sinkenden Fischbeständen, Landwirte sorgen sich um ihre Felder und viele Menschen meiden inzwischen das Wasser. Teilweise wurden Warnungen ausgesprochen, Flusswasser nicht mehr für Landwirtschaft oder den täglichen Gebrauch zu verwenden.
Rohstoffe für die Welt - Probleme für die Region
Die Nachfrage nach Seltenen Erden steigt weltweit rasant. Die Metalle werden für Elektromotoren, Windkraftanlagen, Batterien und Hochleistungsmagnete benötigt. Besonders China dominiert die Verarbeitung dieser Rohstoffe und bezieht große Mengen aus Myanmar.Das Dilemma: Die grüne Transformation vieler Industrieländer sorgt gleichzeitig dafür, dass der Druck auf rohstoffreiche Regionen wächst. Während Europa, Nordamerika und Teile Asiens ihre Emissionen senken möchten, entstehen die Umweltprobleme häufig an ganz anderen Orten.
Video: Abbau Seltener Erden belastet Umwelt

Thailand schlägt Alarm
In Nordthailand wächst deshalb der politische Druck. Umweltgruppen, Wissenschaftler und betroffene Gemeinden fordern seit Monaten Maßnahmen gegen die Verschmutzung. Die thailändischen Behörden überwachen inzwischen verstärkt Wasserqualität und Gesundheitsrisiken. Gleichzeitig wird versucht, auf diplomatischem Weg Lösungen mit den Nachbarländern zu finden.Das Problem ist allerdings komplex. Viele der betroffenen Bergbaugebiete liegen in Regionen Myanmars, die nur eingeschränkt von der Zentralregierung kontrolliert werden. Dadurch sind Umweltauflagen und Kontrollen oft schwer durchzusetzen.
Die Dokumentation erinnert daran, dass die Energiewende zwar viele Chancen bietet, aber nicht automatisch frei von Umweltproblemen ist. Wer Elektroautos, Windparks oder moderne Elektronik produzieren möchte, benötigt enorme Mengen an Rohstoffen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie schnell die Welt auf erneuerbare Energien umstellt, sondern auch, unter welchen Bedingungen die dafür benötigten Rohstoffe gewonnen werden.
Denn für die Menschen an den betroffenen Flüssen ist die Energiewende kein abstraktes Zukunftsprojekt. Für sie zeigt sich die Kehrseite der grünen Revolution ganz konkret im Wasser vor ihrer Haustür.
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