Wie der Reggae Thailand eroberte - Reportagen & Dokus
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20.11.2021

History  

Wie der Reggae Thailand eroberte

Die Geschichte des Thai-Reggae und warum es soviele Reggae-Bars gibt - Mit vielen Musik-Clips

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Bei einem Besuch in Thailand fallen einem die vielen Reggae-Clubs, Rasta-Bars und viele Einheimische mit langen Dreadlocks mit Sicherheit ins Auge. Vor allem an den Stränden im Süden Thailands gibt es seit den 80ern und 90ern einen Hype um den jamaikanischen Musikstil mit seinen einprägenden Rhythmen. 17.077 km ist das jamaikanische Kingston von der thailändsichen Südhauptstadt Phuket Town entfernt, 16.899 km sind es bis nach Koh Samui und dennoch ist die Farbkombination Grün-Gelb-Rot überall zu sehen und die bewegenden Rasta-Rhythmen überall zu hören. Doch warum ist das so?

Der Reggae, der die Sehnsucht der Unterdrückten widerspiegelt, hat seinen Ursprung im postkolonialen Jamaika der 1950er Jahre. Doch seit den 1970er Jahren wurde Reggae, begünstigt durch den Erfolg jamaikanischer Reggae-Künstler, der Teil der globalen Popmusik und Jugendkultur wurde, zur so genannten Rastafari-Bewegung.

In den 1980er Jahren herrschte in Thailand politische Stabilität und eine relativ hohe wirtschaftliche Wachstumsrate. Aufgrund des schnellen Wirtschaftswachstums näherte sich Thailand wie viele andere asiatische Länder dem Status eines NIC (Newly Industrialized Country). Gleichzeitig förderte die thailändische Regierung den Tourismus, was sich auf die thailändische Identität auswirkte. Das Land begann sich für andere Kulturen und eben auch für andere Musikstile zu öffnen. In Thailand wurde das Interesse an Reggae ursprünglich sowohl von thailändischen Plattenfirmen als auch von Konzertveranstaltern in den 1980er Jahren geweckt.

Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer

Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 1 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 2 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 3 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 4 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 5 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 6 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 7 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 8 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 9 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 10 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 11 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 12 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 13 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 14 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 15 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 16 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 17 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 18 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 19 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer Esan Keaw music festival November 2020 - Ubolratana lake v. Gerhard Veer Bild 20 -  mit freundlicher Genehmigung von Veer


Pansak Rangsipammanakul

Pansak ist angeblich der erste thailändische Musiker, der einen Reggae-Song geschrieben hat. Der Song "Pai Talay Kandee Kwa" ("Lass uns lieber ans Meer fahren") war auf seinem Debütalbum zu hören, das 1984 veröffentlicht wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Pansak 32 Jahre alt und Eigentümer der Media Company, deren Geschäftsführer er war. Zuvor hatte er in den Vereinigten Staaten von Amerika studiert und gearbeitet. Jedoch hatte Pansak nicht von vornherein einen Reggae-Song geschrieben.

Es war die Firma Nite Spot Production, die neue populäre Musikstile in die lokale Musikszene einführen wollte und dafür sorgte, dass der Song auf den typischen Reggea Rhythmus umgeschrieben wurde. Die Authentizität von Pansaks Reggae-Stil wurde jedoch von einer kleinen Gemeinschaft thailändischer Zuhörer in Frage gestellt.

Pansak Rangsiprahmanakul - Let us better go to the beach




T-Bone

T-Bone startete als Bob Marley Cover Band
In den selben Musikkneipen in Bangkok, in denen Pansak auftrat spielte auch eine Band namens T-Bone, die zuerst mit Cover-Rock und -Pop auftrat und sich aber dann immer mehr für den lässigen Reggea-Sound aus dem fernen Jamaika begeisterte. Und sie begann sich den Ruf einer Bob-Marley-Coverband hart zu erarbeiten. Warum hat T-Bone Bob Marley gewählt? Nakarin Teerapenun, der Leadsänger und Gitarrist der Band, erklärte, dass er Reggae-Musik spielen wollte und Bob Marley für den einzigen Reggae-Künstler hielt, mit dem das thailändische und internationale Publikum in den 1980er Jahren vertraut war. Daher spielte die Band lieber die Originalversion von Bob Marleys "I Shot the Sheriff" als Eric Claptons Cover, mit dem die Thais besser vertraut waren. Vor allem aber waren die Zuhörer von T-Bone hauptsächlich westliche Touristen, die Bob Marleys Lieder sehr gut kannten. Die Band stand nicht nur unter dem Druck, mehr zu üben, sondern hatte auch das Bedürfnis, durch Frisur und Kleidung mehr nach Reggae auszusehen.

Als Prapas Chonsaranon, der Geschäftsführer von Muzer Records, einem thailändischen Plattenlabel, Nakarin von T-Bone scherzhaft fragte, ob sie Superstars werden und das große Geld verdienen wollten, ergriff Nakarin die Gelegenheit. Nachdem T-Bone zehn Jahre lang nur eine Kneipenband waren, bekamen sie einen Plattenvertrag und konnten 1992 ihr erstes Album mit dem Titel T-Bone veröffentlichen - und das mit grossem Erfolg. ⇒ T-Bone auf Facebook

T-Bone - Versprich Nichts




Job 2 Do

Bunjob Pon-in, Bandleader Job 2 Do
Der dritte Musiker im Bunde derer, die Reggae in Thailand bekannt gemacht hat und mit seinem Song Doo Doo Doo auch für internationale Erfolge sorgte, war Bunjob Pon-in, allgemein bekannt als Job 2 Do oder Job Bunjob. Er gilt aufgrund seiner Dreadlocks, seiner dunklen Haut und seines südländischen Dialekts als wilder Landjunge aus dem Süden Thailands.

Bevor er begann, seine eigene Rasta-Gemeinschaft in Südthailand zu gründen, lebte er etwa 17 Jahre lang in Schottland. In den späten 1990er Jahren kehrte Job-Bunjob mit seiner Familie nach Thailand zurück und lebte am Railey-Strand in der Provinz Krabi. Im Jahr 1998 gab es einen großen Zustrom westlicher Rucksacktouristen nach Thailand auf der Suche nach Krabi, einer Stadt, die stark als erstaunliches Reiseziel beworben wurde. Auf Einladung seiner alten Freunde aus dem Süden begann Job-Bunjob schließlich, in der Skunk Bar am östlichen Ende von Reiley Reggae-Musik zu spielen. Die Skunk Bar zog immer mehr Menschen aus dem Westen an, und auch Job-Bunjob wurde zuerst mit seinen Bob-Marley-Covern berühmt.



Job 2 Do
In den frühen 2000er Jahren entstanden am Oststrand von Railey zahlreiche Geschäfte, die mit Reggae-Musik und Reggae-Stil zu tun hatten, wie z. B. Kneipen, Dreadlock-Läden, Boutiquen und Souvenirläden. Job Bunjob trat stets in Kneipen in den Touristengebieten Südthailands auf, so auf den Inseln Phuket, Phi Phi, Koh Samui und Koh Phangan. Nachdem er sich in Südthailand bereits einen Namen gemacht hatte, erhielt Bunjob einen Plattenvertrag bei GMM Grammy und veröffentlichte im Jahr 2000 sein Debütalbum, Job 2 Do. Sein erstes Album wurde auf dem thailändischen Markt für populäre Musik nie ein Mainstream-Erfolg, aber er erhielt einen Season Award für den "besten neuen thailändischen Künstler im Jahr 2000". Nach dem Misserfolg seines Debütalbums trat Job weiter live auf, nicht nur in Südthailand, sondern auch in verschiedenen anderen Locations in Thailand. Im Jahr 2006 spielte Job auf dem allerersten Reggae-Musikfestival in Thailand, dem Pai Reggae Music Festival in der Provinz Mae Hong Son.

Job 2 Do - Doo Doo Doo



Und bei seinen vielen Auftritten kamen auch immer mehr Touristen, die mithalfen, die thailändische Reggae-Kultur in andere Länder zu tragen und international ins Gespräch zu bringen. Ich glaube, es gibt heute keinen Thailandliebhaber, der Job 2 Do nicht kennt. ⇒ Job 2 Do auf Facebook

Carstens King Busch Reggea Bech auf Koh Samui
Er war der erste, dem es gelang, jamaikanischen Reggae mit thailändischen Elementen wie lokalen Eigenheiten und südlichem Dialekt zu verbinden. Damit bekam der thailändische Reggea eine eigene Authentizität, was wiederum viele Betreiber von Bars, Clubs und Geschäften, ja sogar von Hotels veranlasste, auf diesen durchaus lukrativen Zug aufzuspringen. Das dürfte ein Grund sein, warum es ausser in Jamaica nirgendwo eine höhere Reggae-Bar Dichte gibt, als im Süden Thailands, dass es viele Thais gibt, die sich in diese Kulturform mit Dreadlocks und Strickmützen in den jamaikanischen Landesfarben integrieren.



Khanom Reggae-Festival

Das Khanom Reggae Festival ist fast so etwas wie ein kleines Woodstock. Draußen auf dem Lande in Thailand kommen alle thailändischen Subkulturen wie Hippies, Cowboys, Punks und Rastafari zusammen und genießen bunte Musik.






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