Arschpistolen oder Toilettenpapier - Thailand Blog
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Leben  

Arschpistolen oder Toilettenpapier

Thailändische Bum-Guns vs. Toilettenpapier, was ist besser für deinen Hintern?

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Wenn man als Westler nach Thailand reist, fragt man sich was in aller Welt dieser Schlauch und diese Wasserpistole und wo das Toilettenpapier ist.

Wenn man als Thailänder in den Westen reist, fragt man sich, was mit der Wasserpistole passiert ist, die normalerweise lässig an der Wand neben der Toilette hängt – weiss zwar was Klopapier ist, aber warum zu Teufel ist das gemustert?

Thais waschen sich im Allgemeinen schon immer gerne nach Klein oder Gross (Damen) und nach Gross (Herren). Warum hat der Westen das nicht aufgegriffen? Millionen von Menschen aus dem Westen haben in den asiatischen Ländern die unbändige Freude am schnellen Abspritzen ihres Unterleibs entdeckt, scheinen aber das Geheimnis nicht zu kennen. Ja, in einigen Ländern gibt es Bidets, aber die asiatischen Bum-Guns bieten in der Regel eine Lösung mit vollem Netzdruck und nicht nur einen höfliches plätscherndes Wasserstrählchen.

Was also ist besser für Hintern, Po, Arsch, den Allerwertesten oder das Gesäß?
Einige unternehmungslustige Wissenschaftler haben nachgeforscht, und der Hintern ist der Gewinner. Ein amerikanischer Rektalchirurg, Dr. Evan Goldstein, erklärte einem zartbesaiteten Publikum auf der ButtCon (einer interaktiven Tagung rund um den Arsch), dass Spritzwasser eine viel bessere Methode ist, um sich nach dem Toilettengang zu reinigen.

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Thais wissen bereits, dass die Verwendung von Toilettenpapier nach dem Stuhlgang im Grunde genommen bedeutet, dass man die Fäkalien nur verschmiert, ohne den Bereich wirklich zu reinigen. Wenn Sie sich rohkostarm ernähren, wird das Problem noch größer.

Durch Waschen mit Wasser wird der Bereich gründlich von allen Fäkalienspuren befreit. Etwas gezielter Wasserdruck für ein paar Sekunden ist viel, viel besser als ein paar Meter gemustertes Toilettenpapier! Wenn man den Sprühauftrag mit einem schnellen Wischen mit Seidenpapier abschließt, fühlt sich der Hintern nach jedem Kacken sauberer und frischer an!

Abgesehen davon, dass es sich um die bessere Reinigungsmethode handelt, kann das Abwischen des Hinterns nur mit Papiertüchern zu Verletzungen führen – ihr kennt das?




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Dr. Evan Goldstein sagte im Gespräch mit Insider, dass die Haut am Anus recht dünn und empfindlich sei. Und trockenes Toilettenpapier könne abrasiv sein. Deshalb könne zu häufiges Abwischen oder ein zu hartes Vorgehen zu schmerzhaften Rissen und sogar zu Blutungen führen.

Aber nicht alle Untersuchungen über Bidets oder "Bum-Guns" sind positiv. Eine große Studie mit Frauen in Japan aus dem Jahr 2010 ergab, dass die häufige Benutzung von Bidets die normale Bakterienflora in der Vagina stören und zu Infektionen führen kann.

Es ist also hygienischer und fühlt sich auch besser an.
Aber es gibt auch viele andere Gründe, die für die Arschwasserkanone sprechen:

Der Durchschnittseuropäer verbraucht Berichten zufolge 110 Rollen Toilettenpapier im Jahr (Deutsche mit 134 Rollen/Jahr etwas mehr). Und wie viel Wasser wird für die Herstellung einer Rolle Hygienepapier benötigt? Etwa 140 Liter. Für die Herstellung des reinweißen Toilettenpapiers wird sogar noch mehr Wasser verbraucht. Ausserdem werden Millionen von Bäumen gefällt und Tonnen von Chlor verbraucht. Und dann ist da noch der Energieaufwand für die Herstellung, die Verpackung und den Transport der Papierrollen zu den Einzelhandelsgeschäften.

Ein Problem bei den thailändischen Butt-Guns gibt es allerdings auch. Das ist der unabwägbare Wasserdruck. Für ein gutes Reinigungsergebnis braucht es ausreichen Druck, aber auch ein gewisses Drucklimit. Bei manchen Arschwasserkanonen ist der Druck so hoch, so dass man bei Auftreffen auf die zu reinigende Körperöffnung, eine eigentlich ungewollte aber komplette Darmspülung bekommt.

Es spricht also eigentlich fast alles für die Bum-Gun, abgesehen von den Problemen japanischer Frauen mit Ihrer Vaginalflora und diversen Unwägbarkeiten mit dem Wasserdruck.

Video Hochdruck Arschkanone
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Aber warum hat sie sich bei uns noch nicht durchgesetzt?
Da wäre zuerst mal das Problem mit der Temperatur, denn in Thailand ist auch das „Kaltwasser“ aus dem Hahn immer noch warm genug, so dass ein Warmwasseranschluss nicht nötig ist.

Wer die thailändische Wasserpistole allerdings an den Kaltwasseranschluss bei uns montiert, der wird in den Wintermonaten bei Leitungswassertemperaturen von rund 6-8 Grad, keine besondere Freude bei der Druckwasserreinigung seines Gesässes verspüren.

Eine Installation mit Thermostat-Mischer und Druckminderer ist aufwändig und teuer und eine Popo-Dusche mit integriertem Durchlauferhitzer scheitert an der Verfügbarkeit eines solchen, oft auch am mangelnden Stromanschluss. Nebenbei ist das hierzulande verfügbare Toilettenpapier für den anschliessenden Trocknungsvorgang nicht sonderlich geeignet. Aber man ist dabei - bei Neuinstallationen - Warmwasser auch an die Toiletten zu legen, was auch uns diese beispielhafte asiatische Hygienetechnik ermöglicht.

Fazit:
Wenn du also das nächste Mal nach hinten greifst und dir einen schnellen Spritzer gönnst (bitte vorsichtig zielen), wirst du dich besser fühlen, weil du weisst, dass dein Hintern und die Umwelt mit dem Endergebnis wahrscheinlich zufriedener sind als mit Klopapier. Mehr zu den ⇒ Besonderheiten der thailändischen Toiletten
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