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07.04.2021

Kultur  

Die Hymne mit den deutschen Wurzeln

Was viele über die thailändische Nationalhymne nicht wissen

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Seit den 30er-Jahren gibt es jeden Morgen um 8:00 Uhr und abends um 18:00 Uhr dasselbe Ritual, das bei Ausländern mit Erstaunen und Verwunderung aufgenommen wird. Über Lautsprecher wird die Thailändische Nationalhymne abgespielt, die Phleng Chat Thai. Alle erheben sich und bleiben stehen, so wie das ganze Leben, selbst in der hektischen Metropole Bangkok kehrt für eine Minute Ruhe ein. Auch im thailändischen Fernseh- und Radioprogramm wird die Hymne 2 mal täglich gespielt und in thailändischen Schulen wird die Nationalhymne jeden Morgen vor Unterrichtsbeginn bei einem Fahnenappell gesungen.

Das Gesetz besagt, dass die Menschen, von wo auch immer sie herkommen, still zu stehen und Respekt zu zeigen haben. Und das gilt für die Hauptstadt ebenso, wie für die Altstadt von Phuket oder die Märkte von Chiang Mai. Wo die Hymne spielt wird Respekt gegenüber Thailand gezeigt. Zuwiderhandlungen gelten nicht nur als Respektlosigkeit sondern könnten als Ordnungswidrigkeit sogar mit Bußgeld geahndet werden.

Was viele nicht ahnen, die flotte Melodie wurde von einem deutschstämmigen Thai komponiert. Der Komponist mit dem thailändischen Namen Phra Jenduriyang war ein deutschstämmiger Thai, der eigentlich Peter Veit hiess. Er wurde 1883 in Bangkok als Sohn des Deutschen Jakob Veit und der Birmanin Tongyoo geboren. Vater Jakob, ein Musiker und Musiklehrer aus Trier, war in den 1860ern nach New York ausgewandert, wo er sich mit einem Amerikaner anfreundete, der später der US-Konsul von Thailand wurde. Mit ihm zusammen wanderte Jakob Veit nach Bangkok aus und bekam eine Anstellung als Musiklehrer am königlichen Hof.

Nach dem Tod von Jakob wurde sein Sohn Peter Veit zum königlichen Musikberater ernannt und erhielt von König Rama VI den ehrenvollen thailändischen Namen Phra Chenduriyang, was in etwa „gewandt mit Musikinstrumenten“ bedeutet. Diesen Namen, der gleichzeitig ein Titel war, erhielt der Komponist wegen seiner Verdienste um die Verbreitung westlicher Musik in Thailand. Als Kapellmeister des königlichen Orchesters lehrte er ausserdem westliche Instrumente und sammelte und notierte siamesische Volkslieder.

Nach dem Staatsstreich 1932 und dem Übergang von der absoluten zu konstitutionellen Monarchie, wurde er damit beauftragt, die Melodie zu einer Nationalhymne Thailands zu komponieren, denn bisher gab es nur eine Hymne des Königs. Wie die Nationalhymnen vieler anderer Staaten schrieb er sie in C-Dur in einem Vier-Viertel-Takt.

Nach einer Textversion von 1933 von Khun Wichitmatra wurde dieser bei der Umbenennung des Landes von Siam in Thailand, durch eine ziemlich nationalistische und pathetische Version von Luang Saranupraphan ersetzt, der bis heute gesungen wird.

Übersetzt bedeutet der Text
Thailand vereint das Fleisch und Blut der Thailänder.
Das Land Thailand gehört zu den Thailändern.
Lange war unsere Unabhängigkeit, weil die Thailänder für immer vereint waren.
Die Thailänder sind friedlich und liebevoll, aber keine Feiglinge im Krieg.
Unsere Souveränität wird niemals bedroht sein.
Wir werden jeden Tropfen unseres Blutes für unsere Nation opfern.
Wir sind bereit, für Freiheit, Sicherheit und Wohlstand zu sterben!

Das offizielle Video der Hymne



Ein offizielles Video der Hymne musste Anlässlich der Krönung von König Maha Vajiralongkorn Anfang Mai 2019 nochmals geändert werden, da in der ersten Version des Clips kaum Mönche auftraten, was diesen ziemlich sauer aufstiess.

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