Musik
NAKADIA - Vom thailändischen Landei zum Techno-Chief
Die unglaubliche Reise von DJane Nakadia
Sie kommt aus einem kleinen Dorf im Issan, dem ländlichen Nordosten Thailands. Reisfelder, staubige Straßen, wenig Perspektive. Und genau dort beginnt die Story von Nakadia – einer Frau, die sich von der Provinz ins internationale Techno-Oberhaus gespielt hat.Und ja: Das ist keine PR-Märchenstunde. Das ist echt.
🌾 Kapitel 1: Dorfleben statt Dancefloor
Bevor aus Nakadia eine international gebuchte Techno-DJane wurde, war sie einfach nur ein Mädchen aus dem Nordosten Thailands. Issan. Eine Region, die viele Thais selbst mit harter Arbeit, wenig Geld und noch weniger Glamour verbinden. Kein Nachtleben.- Keine Szene.- Kein „Ich werde mal Künstlerin“.Das Leben dort in den 90ern folgt einem anderen Rhythmus – nicht 130 BPM, sondern Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Reisfelder, einfache Häuser, familiärer Zusammenhalt. Man hilft sich, man arbeitet viel, man träumt leise.
Nakadia wuchs in genau diesem Umfeld auf. Keine reichen Eltern, keine internationalen Kontakte, kein kulturelles Sprungbrett. Eher das Gegenteil: Wer aus dem Issan kommt, startet gesellschaftlich nicht auf der Überholspur. Viele junge Menschen gehen nach Bangkok, um Geld zu verdienen. Perspektiven sind rar, Ehrgeiz ist oft die einzige Währung.
Als Teenager arbeitete sie früh mit, übernahm Verantwortung, lernte Disziplin – nicht als Karriere-Tool, sondern weil es selbstverständlich war. Musik spielte im Alltag natürlich eine Rolle, aber nicht elektronisch. Thai-Pop, Radiomusik, vielleicht mal ein Dorffest. Techno? Existierte in dieser Welt schlicht nicht. Und genau das macht ihre Geschichte so besonders:Sie hatte keinen „kulturellen Startvorteil“. Kein Jugendzimmer voller Vinyl. Keine Underground-Freunde.
Wenn man heute ihre Sets hört, würde man nie vermuten, dass der Ursprung irgendwo zwischen Feldarbeit und Provinzalltag liegt. Aber vielleicht ist genau dort ihr Fundament entstanden: Ausdauer. Hartnäckigkeit. Keine Angst vor harter Arbeit.
✈️ Kapitel 2: Deutschland – Kulturschock
Clubnacht & der Moment, der alles veränderte. Mit Anfang 20 kommt sie nach Deutschland. Nicht als Künstlerin. Nicht mit einem Masterplan. Sondern als junge Frau, die arbeiten und die Welt sehen wollte.Und dann: Berlin. Eine Stadt, die für viele überwältigend ist – und für jemanden aus dem Issan erst recht. Grauer Himmel statt Tropensonne. Direkte Worte statt höflicher Umschreibungen. Pünktlichkeit, Bürokratie, Winterkälte. Aber für sie auch: Freiheit. Berlin ist anders. Lautlos rebellisch. Unperfekt. Und musikalisch ein Epizentrum.
Der Wendepunkt kommt nicht strategisch, sondern zufällig. Sie geht mit Freunden in einen Club. Dunkler Raum. Kaum Licht. Menschen, die nicht posen, sondern tanzen. Kein Mainstream, kein Mitsing-Refrain. Nur ein durchlaufender, hypnotischer Beat. Techno.
Diesen Moment beschreibt sie selbst später als Schlüsselerlebnis. Kein oberflächliches „cooler Abend“, sondern ein inneres Klicken. Dieses Gefühl, dass Musik nicht nur Unterhaltung ist, sondern Energie. Struktur. Freiheit.
Während andere feiern, analysiert sie innerlich: Wie baut sich ein Track auf? Warum wirkt dieser Drop so intensiv? Wie steuert der DJ die Stimmung im Raum?
Was als Faszination beginnt, wird zur Obsession.
Sie beschließt, selbst aufzulegen. Und hier beginnt der wirklich harte Teil. Denn Berlin liebt Techno – aber es schenkt dir nichts.
Schon gar nicht, wenn du:
- weiblich bist
- Asiatin bist
- kein Netzwerk hast
- keine Szene-Vergangenheit mitbringst
Sie kauft sich Equipment, übt stundenlang, hört Sets, studiert Übergänge. Kein Shortcut, kein Influencer-Hype. Reines Handwerk. Tagsüber arbeitet sie.Nachts lernt sie Beats.
Berlin war kein Märchen, sondern ein Prüfstein. Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede, ein gnadenloser Wettbewerb. Aber genau diese Reibung formte sie.Sie musste sich ihren Platz verdienen – nicht als „Exotin“, sondern als DJ. Und das tat sie. Schritt für Schritt.Was sie von Anfang an unterschied: Sie wollte nicht cool wirken.Sie wollte gut sein.Und das spürt man bis heute in ihren Sets.
🔥 Kapitel 3: Berliner Nächte, harte Türen
Berlin ist die Techno-Hauptstadt – aber eben auch ein Haifischbecken. Und mittendrin: Nakadia, ohne Szene-Vitamin B, ohne Agentur, ohne „Ich kenn da wen“. Die ersten Schritte? Mehr als Zäh.In Berlin DJ werden zu wollen, ist ungefähr so exotisch wie in München Fußballprofi. Jeder Zweite steht hinterm Pult, jeder Dritte nennt sich Producer. Und sie? Eine Thailänderin aus dem Issan, die Techno nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat, sondern als Erwachsene entdeckt hat. Aber genau hier kommt ihre größte Stärke ins Spiel: Arbeitsmoral.
Sie übte obsessiv. Stundenlang. Tageweise. Übergänge perfektionieren, Timing schärfen, Dramaturgie verstehen. Techno ist kein Hitfeuerwerk – Techno ist Spannungsaufbau. Und das lernte sie von der Pike auf. Erste Gigs kamen nicht auf den großen Bühnen, sondern in winzigen Clubs, Bars, Nebenräumen, Off-Locations. Kein Glamour, kein Spotlight. Aber jedes Set wurde ernster genommen als ein Festival-Slot.
Und sie fiel auf. Nicht durch Show, sondern durch Fokus.Während andere mit Attitüde punkteten, kam sie mit Energie. Während viele versuchten, mysteriös zu wirken, blieb sie zugänglich. Und genau das war in der oft kühl wirkenden Szene fast schon revolutionär. Ihr Sound wurde klarer, druckvoller, kompromissloser. Kein verspieltes Electro, kein weichgespülter Tech-House. Treibender Techno. Direkt. Ehrlich.
Langsam folgten größere Bookings. Europa. Asien. Internationale Festivals. Der Durchbruch war kein Knall – sondern eine stetige Bewegung nach oben. Club für Club. Land für Land. Und irgendwann war sie nicht mehr „die Thai-DJane in Berlin“. Sie war einfach Nakadia.
🌊 Kapitel 4: Cocoon, Sven Väth – und der Ritterschlag im Sand
Es gibt Momente in einer Karriere, die mehr sind als nur ein weiterer Gig. Einer davon: Cocoon. Cocoon ist im Techno-Kosmos kein normales Event. Es ist Institution. Und dahinter steht eine Legende: Sven Väth. Für viele DJs ist ein Cocoon-Booking so etwas wie ein inoffizieller Ritterschlag.Und dann steht sie dort. Vom Issan-Dorf auf einer Bühne, die von einem der einflussreichsten Techno-Pioniere kuratiert wird. Gedreht wurde rund um ihren Cocoon-Auftritt – unter anderem in einem Club am Strand von Koh Samui. Tropische Hitze. Sand unter den Füßen. Internationale Crowd. Bass über dem Meer.
Die Symbolik könnte stärker kaum sein: Ein deutsches Techno-Label. Eine thailändische DJ. Ein Traumstrand in Thailand. Globalisierung, aber in schön. Vor dem Auftritt: Konzentration. Kein Star-Gehabe. Keine Diva-Allüren. Ein letzter Soundcheck. Ein kurzer Blick aufs Meer. Und dann: Kontrolle übernehmen.
Wer sie live erlebt, merkt schnell: Sie spielt nicht gegen das Publikum, sondern mit ihm. Sie baut Spannung, lässt atmen, zieht an – und dann kommt dieser Moment, in dem der Beat alles übernimmt. Für viele war das der endgültige Beweis: Nakadia gehört dahin. Nicht als Exotin, nicht als Quotenfrau, sondern als ernstzunehmende Techno-Künstlerin.
💛 Kapitel 5: Die personifizierte positive Energie
Was sie besonders macht? Sie ist keine abgeklärte Szene-Eiskönigin. Kein dunkles Techno-Klischee. Nakadia lacht. Redet. Umarmt. Sie ist zugänglich, warm, echt. Und genau deshalb wirkt ihre Erfolgsgeschichte so stark: Sie musste sich alles selbst erarbeiten – und hat dabei nie ihre Herkunft verleugnet.Und trotz allem Erfolg ist sie geblieben, wie sie wirkt:
Herzlich. Offen. Bodenständig. Issan im Herzen. Berlin im Blut. Techno im Kopf.
Llight the way - The Nakadia Documentary
Ihre Dokumentation "Llight the way" zeigt genau diesen Kontrast:
Vom einfachen Dorf im Nordosten Thailands zur international respektierten DJ mit Berlin als Basis.
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