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Wirtschaft  

Steigende Inflation und Verlust des russischen Marktes

Auch in Thailand wirkt sich der entsetzliche Angriffskrieg Putins erheblich aus

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Fast zwei Monate nach der Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, über die Ukraine herzufallen, müssen sich Länder in ganz Asien auf steigende Inflation und Unterbrechungen der Lieferketten einstellen, nachdem die Sanktionen gegen den russischen Staat verschärft wurden.

Experten zufolge ist das am stärksten betroffene Land in Asien Thailand, wo der Rohstoffhandel mit Russland nahezu unmöglich geworden ist. Selbst die russische Aeroflot-Flotte, auf die sich die Exporteure für den Transport ihrer Produkte verlassen, hat keinen Platz mehr, da die Flüge mit russischen Touristen, die ihren Urlaub abbrechen, überfüllt sind. Außerdem sind die meisten Flugzeuge geleast, so dass die Gefahr besteht, dass sie von den Leasinggebern beschlagnahmt werden, wenn die Flugzeuge auf fremdem Boden landen.

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Enloe, der Geschäftsführer von Purithai Produce, äusserte, dass die Exporteure den Marktzugang nach Russland verloren haben. Seine russischen Geschäftskunden sagten ihm, sie hätten nicht einmal das Geld, um Grundnahrungsmittel zu kaufen, geschweige denn "exotische" Obstsorten wie Mangos, Rambutans und Durians aus einem Land wie Thailand.

Durch die enorm gestiegenen Energiepreise drohe eine neue Runde steigender Inflation und Engpässe in den Lieferketten - eine Herausforderung für die Regierungen, die während der Pandemie bereits viel Geld ausgeben mussten, um ihre Bevölkerung vor den steigenden Kosten zu schützen. Die Invasion und die Gewalt in der Ukraine haben den Warenverkehr zwischen den Kontinenten unterbrochen und große Schifffahrtsunternehmen wie CMA CGM und Maersk erklärten, dass sie keine russischen Häfen mehr anlaufen würden.




Dennoch ist noch nicht alles verloren, denn Tommy Wu von Oxford Economics in Hongkong ist der Ansicht, dass Asien im Vergleich zu Russland und dem übrigen Europa nicht so stark betroffen sein wird. Höhere globale Energiepreise und ein langsamerer Welthandel werden jedoch den Aufschwung in Asien beeinträchtigen, insbesondere in Ländern, die stark von Ölimporten abhängig sind.

Berichte aus Thailand, der zweitgrößten Volkswirtschaft Südostasiens und einer der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder der Region, deuten darauf hin, dass die wirtschaftlichen Nachwirkungen der russischen Invasion vor allem in bestimmten Sektoren zu spüren sind. Obwohl nur 1 % der thailändischen Exporte nach Russland gehen, sind Unternehmen, die in dem Land tätig sind, mit schwerwiegenden Unterbrechungen der Lieferkette konfrontiert.

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Darauf weist Enloe hin, der seit mehr als zehn Jahren in thailändischen Agrarunternehmen tätig ist. Das Verbot für Aeroflot in den meisten europäischen Ländern wird langfristig ein Problem darstellen. Die Beförderung frischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse nach Russland und in andere europäische Länder hängt von schnellen und zuverlässigen Bedingungen ab.

Bereits jetzt verlangen kleine Verlader im thailändischen Hafen Leam Chabang von den Frachtkunden einen Ölzuschlag von fast 4 %. Wie in solchen Situationen üblich, werden die Kosten wahrscheinlich auf die Verbraucher abgewälzt, die seit Monaten mit steigenden Preisen zu kämpfen haben. Erst vor wenigen Wochen gab das Handelsministerium des Landes bekannt, dass die Inflation im Februar auf 5,3 % gestiegen ist, die höchste Rate seit über einem Jahrzehnt und weit über den Prognosen. Leider glauben Analysten, dass das Schlimmste noch bevorsteht, da der Krieg zwischen Russland und der Ukraine weiterhin die Hoffnungen auf eine rasche wirtschaftliche Erholung trübt.


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Nach der Pandemie hat Thailand versucht, seinen Tourismussektor nach zwei Jahren harter Zeiten wieder anzukurbeln, und Russland war die wichtigste Quelle für Touristen in das Land. Seit der Invasion mussten jedoch viele Russen auf ihren Urlaub verzichten, um sich um Geschäfte und andere Angelegenheiten zu Hause zu kümmern. Andere mussten ausreisen, nachdem der Rubel abgestürzt war, was ihren Aufenthalt über Nacht um 30 % verteuerte.

Und diejenigen, die noch in Russland sind und reisen wollen, haben Schwierigkeiten, ihre Reisen zu bezahlen, nachdem einige russische Banken vom internationalen Zahlungssystem SWIFT abgeschnitten wurden. Angesichts der schwierigen Lage hat Thailands Premierminister Prayuth Chan-O-Cha an die Öffentlichkeit um Verständnis appelliert. Anfang März teilte er Reportern mit, dass die Regierung Maßnahmen zum Einfrieren des Benzinpreises erörtert und versucht, zu helfen, wo sie kann.


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