Thailands illegaler Sexspielzeugmarkt boomt - Thailand Blog
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20.04.2021

Leben  

Thailands illegaler Sexspielzeugmarkt boomt

Die Rotlicht-Wirtschaft floriert, bleibt aber ein offenes Geheimnis

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Während Thailand weithin für seine Rotlichtviertel und seine Offenheit gegenüber LGBTQ-Touristen bekannt ist, gibt es dort auch einige sehr konservative Gesetze. Bestimmte Drogen, Glücksspiel, Prostitution und Vaping sind in Thailand illegal. Auch Sexspielzeug ist verboten.

Laut dem Direktor der Postzollabteilung, beschlagnahmte der Zoll allein im Jahr 2020 über 4.000 Sexspielzeuge. Die Strafe für jeden, der beim Verkauf, Kauf oder Besitz von Sexspielzeug erwischt wird, beträgt bis zu drei Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe von bis zu 60.000 Thai Baht (rund 1.600 EUR) oder beides. Die thailändische Regierung weigert sich, das Gesetz zum Verbot von Sexspielzeug zu ändern, weil es gegen die Ansicht der thailändischen Gesellschaft geht. Manchen meinen, dass dies heuchlerisch ist, besonders für eine Wirtschaft, die teilweise durch Rotlichtviertel angetrieben wird.


Natasha ist eine der umtriebigsten Schwarz-Sextoy-Händlerinnen in Bangkok . Ihr zufolge hat die COVID-19-Pandemie Sexspielzeug zu einem der am heißesten verkauften Artikel im Internet gemacht. Bangkoks Rotlicht-Wirtschaft wird auf rund 6,4 Milliarden Euro geschätzt und macht etwa 4 bis 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes aus. Sexspielzeug wird in Bangkoks Rotlichtvierteln wie Nana, Silom und Patpong offen verkauft. Im Juni 2020 führte die Polizei eine Razzia in einem Lager für Erwachsenenspielzeug in einer Provinz südlich von Bangkok durch und beschlagnahmte illegale Waren im Wert von etwa 1 Million Thai Baht.

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Trotz der weit verbreiteten illegalen Aktivitäten bleibt die thailändische Regierung bei ihrer Haltung als zutiefst konservative Gesellschaft. Ein UNICEF-Bericht aus dem Jahr 2016 über die Sexualerziehung in Thailand stellte fest, dass viele Schüler eine Einstellung haben, die sexuelle Rechte ablehnt, und dass die Institutionen sich der Sexualität aus einer Sicht nähern, die die negativen Folgen davon betont.

Das beliebteste Argument unter den Gegnern ist, dass die Legalisierung von Sexspielzeug zu einem Anstieg von Sexualverbrechen führen würde. Einige argumentieren jedoch, dass die Entkriminalisierung des Verkaufs und Besitzes von Sexspielzeug Frauen mehr Macht über ihre sexuellen Wünsche geben und das Stigma rund um das Thema verringern könnte. Die Schwangerschaftsraten im Teenageralter sind ein ständiges Problem, da viele dieser Fälle auf den fehlenden Zugang zu Verhütungsmitteln zurückgeführt werden, was mit der negativen Wahrnehmung von Mädchen im Teenageralter zusammenhängt, die Verhütungsmittel benutzen. In der Zwischenzeit begünstigt die Beibehaltung des Gesetzes, wie es ist, nur den Schwarzmarkt.

Thailands Illegal Sex Toy Market Is Booming



"Die Weigerung der Regierung, Sexspielzeug zu legalisieren, lässt den Schwarzmarkt wachsen, denn Menschen werden immer sexuelle Wünsche haben. Dieses Gesetz hält die Leute nicht vom Kauf ab. Sie werden einen anderen Weg finden", sagte Natasha, die Sexspielzeugverkäuferin.

Der weltweite Markt für Sexspielzeug wurde im Jahr 2020 auf 33,64 Milliarden Dollar geschätzt, und COVID-19 treibt diese Zahl nur noch weiter in die Höhe. Wenn sich die Regierung dafür entscheidet, den Verkauf von Sexspielzeug zu regulieren, kann sie zumindest diejenigen schützen, die es kaufen, indem sie Produktqualitätsprüfungen und faire Preise vorschreibt.

"Der Schwarzmarkt profitiert von diesem Gesetz ungemein. Jeder kann schnelles Geld machen, weil es keine Regeln, keine Vorschriften gibt. Verkäufer können bei einem einzigen Verkauf das Zehnfache verdienen, wenn sie wollen, weil sie über dem Gesetz stehen. Deshalb muss es geändert werden", sagte Nisarat. "Was würde passieren, wenn wir das Gesetz nicht ändern? Nun, nichts, aber in unserem Fall ist nichts schlecht, weil das bedeutet, dass wir festsitzen. Wir können nicht am selben Ort bleiben, auch nicht für nur fünf oder 10 weitere Tage. Es wird Zeit für uns, vorwärts zu gehen." meint Nisarat.
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