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Bangkok  

Walkable Cities: Wenn Menschen ihre Straßen zurückerobern

Weltweiter Trend zur fußgängerfreundlichen Stadt erreicht auch Bangkok

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Über Jahrzehnte war die moderne Großstadt vor allem eines: ein Lebensraum für Autos. Breite Straßen, mehrspurige Kreuzungen, Parkhäuser und Schnellstraßen galten lange als Symbol für Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung. Stadtplanung orientierte sich vor allem am Verkehrsfluss – und der wurde in erster Linie für motorisierte Fahrzeuge optimiert.

Doch weltweit beginnt sich dieses Modell zu verändern. Immer mehr Metropolen setzen heute auf fußgängerfreundliche Stadtzentren, autofreie Zonen und mehr öffentlichen Raum. Stadtplaner sprechen inzwischen von einem grundlegenden Wandel: weg von der „Stadt für Autos“ hin zur „Stadt für Menschen“.

Angetrieben wird diese Entwicklung durch mehrere Faktoren: Klimaschutz, bessere Luftqualität, weniger Lärm – aber auch durch den Wunsch nach lebendigen urbanen Räumen, in denen sich Menschen gerne aufhalten. Viele Städte verwandeln deshalb stark befahrene Straßen in neue Aufenthaltsorte mit Grünflächen, Sitzplätzen, Cafés und Platz für Veranstaltungen.

Internationale Vorbilder

Walkable Cities: Wenn Menschen ihre Straßen zurückerobern - Weltweiter Trend zur fußgängerfreundlichen Stadt erreicht auch Bangkok Symbolfoto 3
In London wird derzeit intensiv über eine weitgehende Verkehrsberuhigung der berühmten Oxford Street diskutiert. Die Einkaufsmeile gehört zu den bekanntesten Shoppingstraßen der Welt, leidet aber seit Jahren unter starkem Bus- und Autoverkehr. Ziel ist eine weitgehend autofreie Zone mit mehr Grün, Sitzmöglichkeiten und Raum für Fußgänger.

Bereits früher haben andere Städte gezeigt, dass solche Konzepte funktionieren können. Kopenhagen verwandelte schon 1962 die Straße Strøget von einer stark befahrenen Verkehrsachse in eine der ersten großen Fußgängerzonen Europas. Heute gilt sie als lebendige Flaniermeile mit Geschäften, Cafés und Straßenkünstlern.

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Auch in Shanghai wurde mit der Nanjing Road eine der bekanntesten Fußgängerzonen Asiens geschaffen. Millionen Besucher schlendern jedes Jahr durch die Straße, die traditionelle chinesische Architektur mit modernen Einkaufszentren verbindet. Ein weiteres Beispiel ist New Yorks Times Square, der 2009 teilweise vom Autoverkehr befreit wurde. Die zuvor stark überlastete Kreuzung entwickelte sich danach zu einem der beliebtesten öffentlichen Plätze der Stadt.

Deutsche Städte als Vorbilder

In Deutschland setzen viele Städte schon in den 70ern zunehmend auf eine fußgängerfreundliche Stadtplanung. In Stuttgart wurde die Königstraße bereits in den 1970er Jahren zur Fußgängerzone umgebaut und ist heute eine der meistbesuchten Einkaufsstraßen Europas. Sie zeigt, wie stark der Einzelhandel von autofreien Flaniermeilen profitieren kann.

Hoteltipps und Empfehlungen für Bangkok
Berlin, spät dran wie immer, experimentiert seit einigen Jahren mit neuen Verkehrskonzepten. Projekte wie die geplante autofreie Friedrichstraße, zahlreiche temporäre Kiezblocks sowie neue Fahrradstraßen sollen Verkehr reduzieren und mehr Platz für Fußgänger schaffen. Auch Hamburg treibt die Umgestaltung seiner Innenstadt voran. In der historischen Mönckebergstraße und rund um die Alster entstehen immer mehr Bereiche, in denen der Autoverkehr reduziert und der öffentliche Raum neu gestaltet wird. Zusätzlich setzt die Stadt stark auf Radwege und neue Grünflächen.

Bangkok entdeckt die „Walkable City“

Selbst stark vom Autoverkehr geprägte Metropolen beginnen umzudenken – darunter auch Bangkok. Die thailändische Hauptstadt ist zwar weiterhin für ihren dichten Verkehr bekannt, doch erste Projekte zeigen eine neue Richtung.

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Ein interessantes Beispiel ist der Siam Square. Das Viertel rund um die Chulalongkorn-Universität wurde in den letzten Jahren teilweise neu gestaltet und stärker auf Fußgänger ausgerichtet. Straßen wurden umgebaut, Gehwege verbreitert und Bereiche geschaffen, in denen Besucher flanieren, einkaufen oder sich einfach aufhalten können. Gerade abends verwandelt sich Siam Square in eine lebendige Mischung aus Street-Food-Ständen, kleinen Boutiquen, Pop-up-Events und urbanem Lifestyle. Der Autoverkehr spielt hier eine deutlich geringere Rolle als früher, während Fußgänger, Studenten und Touristen das Viertel prägen.

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Ein weiteres Beispiel sind temporäre Fußgängerzonen und Wochenend-Straßensperren in beliebten Vierteln wie der Yaowarat Road in Chinatown, wo Straßen zeitweise für Märkte, Streetfood und Veranstaltungen geöffnet werden. Auch entlang des Chao-Phraya-Flusses entstehen neue öffentliche Räume, etwa mit Projekten wie dem Chao Phraya Sky Park, einer umgebauten Brücke, die heute als Park und Fußgängerpromenade genutzt wird.

Parallel dazu baut Bangkok seine öffentlichen Verkehrssysteme weiter aus – vor allem den Bangkok Skytrain und die Bangkok MRT. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Auto langfristig zu reduzieren und den urbanen Raum neu zu organisieren.

Die Stadt der Zukunft

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Der Trend zur „Walkable City“ wird sich in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich weiter verstärken. Städte konkurrieren heute nicht nur um Unternehmen und Investitionen, sondern auch um Lebensqualität für ihre Bewohner.

Saubere Luft, sichere Straßen und attraktive öffentliche Räume werden dabei immer wichtiger. Die erfolgreichsten Städte der Zukunft werden daher vermutlich nicht diejenigen mit den breitesten Straßen sein – sondern jene mit den lebendigsten Gehwegen und den attraktivsten urbanen Aufenthaltsräumen.

Bangkok steht bei dieser Entwicklung noch am Anfang. Doch Beispiele wie Siam Square zeigen, dass selbst eine Megacity mit jahrzehntelangem Autoverkehr Schritt für Schritt lernen kann, ihre Straßen wieder den Menschen zurückzugeben.
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