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Verkehr  

Zu Fuß oder per Rad über den Chao Phraya: Bangkoks neue Idee

Mehr als eine Brücke: Ein neuer Treffpunkt über dem Fluss

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Bangkok plant einen Schritt, der für die Stadtentwicklung ebenso symbolisch wie praktisch ist: Die erste Brücke über den Chao-Phraya-Fluss, die ausschließlich Fußgängern (und Radfahrern) vorbehalten ist. Die Bangkok Metropolitan Administration (BMA) hat nun erstmals ein Modell und Visualisierungen des Projekts vorgestellt – und damit eine Debatte über Stadtgestaltung, Mobilität und neue urbane Identität angestoßen. Wir finden Sie toll!

Mehr Verbindung über den Fluss hinweg

Der Chao Phraya trennt Bangkok seit jeher – geografisch, sozial und infrastrukturell. Zwar überspannen mehrere große Straßenbrücken den Fluss, doch sie sind fast ausschließlich für Autos ausgelegt. Für Fußgänger bleibt meist nur die Fähre. Angesichts wachsender Bevölkerung und intensiver Uferentwicklung auf beiden Seiten wird diese Lücke immer spürbarer.

Genau hier setzt das neue Projekt an: Die geplante Fußgängerbrücke soll Phra Nakhon, das historische Herz Bangkoks, direkt mit dem Wohn- und Kulturgebiet Thonburi verbinden. Die Trasse verläuft parallel zur Memorial Bridge und schafft erstmals eine direkte, sichere Querung für Menschen zu Fuß – von der Songwat Road auf der einen Seite bis zum Lhong 1919 Pier auf der anderen.

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Skulpturale Architektur statt bloßer Zweckbau

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Was die BMA präsentiert hat, ist weit mehr als eine nüchterne Verkehrsbrücke. Der Entwurf zeigt eine moderne, skulpturale Struktur aus goldfarbenem Metall, gebildet aus einem filigranen Gitter aus diagonal verflochtenen Streben. Diese halb offene Hülle umschließt den Gehweg und wirkt zugleich als Schattenspender – ein cleveres Detail im tropischen Klima Bangkoks.

Die Dichte des Metallgeflechts variiert entlang der Brücke: dichtere Bereiche filtern die intensive Sonne, offenere Abschnitte lassen Wind vom Fluss durchziehen. Nachts sorgen integrierte, unsichtbar verbaute Lichtquellen für eine stimmungsvolle Beleuchtung, ohne die klare Form zu stören.

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Besonders auffällig ist der aufgeweitete Mittelbereich der Brücke. Dort entsteht eine kleine öffentliche Plaza mit Stufen, Sitzflächen aus Holz und bepflanzten Terrassen. Diese Zone unterbricht bewusst den linearen Weg und lädt dazu ein, stehen zu bleiben, den Blick über den Fluss schweifen zu lassen oder Fotos zu machen. Der Wasserstand des Chao Phraya bleibt sichtbar – die Gestaltung hält die visuelle Verbindung zur Strömung bewusst offen.

Technik, Schifffahrt und Herausforderungen

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So elegant der Entwurf wirkt, technisch ist das Projekt anspruchsvoll. Die Durchfahrtshöhe muss Expressboote, Touristenfähren und schwere Lastkähne problemlos passieren lassen. Massive Betonpfeiler im Flussbett sollen die Konstruktion tragen und sind so ausgerichtet, dass sie Strömung und Turbulenzen minimieren.

Gleichzeitig steht das Projekt noch am Anfang: Die Brücke befindet sich in der Studien- und Prüfphase. Der Uferbereich ist dicht bebaut und wirtschaftlich hochaktiv, was Fragen zu Grundstücksnutzung, Zugängen und möglicher Enteignung aufwirft. Zudem ist ein öffentliches Beteiligungsverfahren vorgesehen, insbesondere für Anwohner entlang des Flusses.

Zwischen Begeisterung und Skepsis

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In sozialen Medien stößt das Projekt auf gemischte Reaktionen. Viele Thais begrüßen die Idee begeistert und hoffen auf ein neues Wahrzeichen sowie zusätzliche Einnahmen durch Tourismus. Andere fragen kritisch nach Baukosten, Wirtschaftlichkeit und langfristiger Pflege – und mahnen, die Brücke dürfe nicht irgendwann vernachlässigt werden.

Sollte das Projekt realisiert werden, könnte Bangkoks erste reine Fußgängerbrücke mehr sein als ein neuer Übergang: ein urbanes Statement, das Mobilität, Architektur und Aufenthaltsqualität verbindet. Ein Ort zum Gehen, Verweilen und Staunen – und vielleicht ein Schritt hin zu einer menschlicheren Stadt am Fluss.


Quellen: Bangkok BMA, Designboom, Thaiger
Bilder: Courtesy of BMA Bangkok
Diese Seite verwendet
Stock images by Depositphotos

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